Big Brother Awards Laudatio

Zum 20. Mal wurden vom Verein quintessenz am Freitag die Big Brother Awards im Rabenhoftheater verliehen. Worum geht es dabei?

“Die Sicherung der Privatsphäre wird im Zeitalter der globalen Kommunikation zur wesentlichen demokratischen Herausforderung. Es ist hoch an der Zeit, öffentlich auf die Gefahren der Unversehrtheit unserer Daten-Integrität hinzuweisen”, heißt es auf der Website.

Ich bin seit 2015 Teil der Jury, weil ich mich praktisch das ganze Jahr über bei meiner Arbeit als Netzpolitik- und Technologie-Journalistin mit Privatsphäre & Datenschutz-Themen befasse, und durfte als Jurymitglied auch 2019 wieder eine Laudatio halten – dieses Jahr in der Kategorie “Politik”.

Bei der Laudatio. Foto Credit: Joanna Pianka, meine Lieblingsfotografin ❤

Hier gibt es einen Überblick über alle Nominierten. Und hier einen Überblick über alle Gewinner aller Kategorien.

Leider nicht gewonnen hat der AMS-Algorithmus. Meine Rede dazu will ich euch trotzdem nicht vorenthalten:

Profiling durch AMS-Algorithmus

Algorithmen beeinflussen mittlerweile viele unserer Lebensbereiche. Zwei Dinge sollte man dabei auf keinen Fall vergessen: Computerbasierte Systeme können zu Diskriminierung führen und sie können fehlerhaft sein. Es ist daher besonders kritisch, wenn ein Staat auf solche Systeme setzt und es für Betroffene keinen Mechanismus gibt, sich dagegen zu wehren, wenn eine Entscheidung falsch ist.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) darf ein Computerprogramm einsetzen, um die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen zu bewerten. Das Programm wurde bereits vom Verwaltungsrat abgenickt, befindet sich derzeit im Testbetrieb und soll ab Mitte 2020 österreichweit in den Echtbetrieb wechseln.

Wer arbeitslos wird und sich beim AMS meldet, wird vom Algorithmus bewertet und in eine von drei Gruppen eingeteilt. Im Segment A befinden sich Personen mit sehr guten Integrationschancen ohne Unterstützungsbedarf, im Segment B die Personen mit mittleren Integrationschancen, die „notwendige Unterstützung“ – also Förderungen – bekommen sollen, und im Segment C die Personen mit „geringen Integrationschancen“ in den Arbeitsmarkt. Diese Gruppe wird an eine externe Beratungsagentur ausgelagert und soll unter anderem mit Musik- und Sportprogrammen beschäftigt werden.

Frauen bekommen vom Computerprogramm per se Punkteabzüge, weil sie Frauen sind, ebenso gesundheitlich Beeinträchtigte, aber auch der Wohnort spielt eine Rolle. Diskriminierung? Ja! Laut AMS sei das eine „Abbildung des Marktes“. Laut AMS trifft am Ende auch ein Mensch – der Sachbearbeiter – die finale Entscheidung über die Einstufung. Doch diese sind meistens nicht in der Lage, die Entscheidungen zu hinterfragen – aus Zeitgründen, weil sie viele Menschen gleichzeitig betreuen müssen, oder aber aus anderen Gründen. Maschinen eilt der Ruf voraus, neutral und objektiv zu sein. Doch das sind sie nicht. Doch wie viele Mitarbeiter sind dann wirklich so gut geschult, dass sie etwa erkennen können, wenn eine Maschine einen Fehler gemacht hat? Im Oktober war das bei 30.000 Menschen der Fall, wie vor kurzem bekannt wurde. 30.000 Menschen wurden vom System falsch eingestuft.

Die Entscheidung sind für den Einzelnen weitreichend – trotzdem können sie sich nicht wehren. Die EU-Datenschutzgrundverordnung hat dem Profiling, der automatischen Bewertung einer Person und ihres Verhaltens zwar besondere Beachtung geschenkt, aber das gilt nur für die automatisierte Bewertung. Wenn Sachbearbeiter das letzte Wort haben, spricht man nur von einer Teilautomatisierung und hier entsteht dadurch eine Gesetzeslücke, weil Menschen plötzlich kein Widerspruchsrecht mehr haben.

Carla Hustedt, die zu Algorithmenethik forscht, empfohl daher im Interview mit mir: Wir brauchen wesentliche Veränderungen, bevor derartige Systeme wirklich in den Echtzeitbetrieb gehen: Einen Kompetenzausbau auf allen Ebenen, die Stärkung von Kontrollinstitutionen, die Überarbeitung rechtlicher Rahmenbedingungen bis hin zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über den Einsatz von algorithmischen Systemen. Gerade der öffentliche Sektor ist ein sensibler Bereich, weil Menschen amtlichen Entscheidungen nicht entgehen können. Dort sind die Transparenzforderungen besonders hoch. Es braucht hier auf jeden Fall unabhängige Prüforganisationen und Beschaffungsstandards, die Kontrolle ermöglichen.

Und es braucht auch funktionierende Datenschutzrechte für Betroffene, damit sich diese auch gegen falsche Einstufungen wehren können.

Wie schafft man klischeefreie Charaktere?

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Im September war ich bei der “Das ist Netzpolitik!” 15-Jahre-Jubiläumskonferenz von netzpolitik.org mit dem Hashtag #15np in Berlin eingeladen und habe dort mit Moderatorin Katharina Meyer und Autorin Sina Kamala Kaufmann sowie Bijan Moini darüber geredet, wie und warum wir netzpolitische Themen in unsere fiktiven Geschichten und Romane einbauen.

CC-BY 4.0 Jason Krüger | für netzpolitik.org

Die Diskussion wurde von Maximilian Henning zusammengefasst und kann hier nachgelesen werden. Unter anderem kamen wir auch auf das Thema Vorbilder zu sprechen und gleichzeitig auch auf das Thema „flache Charaktere in Science Fiction“.

Vorbilder

Ich erwähnte zum Thema Vorbilder meinen absoluten Lieblingsautor, der mich zu meiner Tätigkeit als Autorin inspiriert hat und von dem ich jedes neue Buch sofort nach Erscheinen binnen weniger Stunden verschlinge und den ich ob seiner fantastischen Geschichten, die mich immer reinziehen und abholen sehr bewundere: Andreas Eschbach. Er schrieb unter anderem „Ein König für Deutschland“, mein Lieblingsbuch „Ausgebrannt“ und zuletzt „NSA“.

Andreas Eschbachs Bücher sind für mich extrem hervorragend geplottet und verfügen keineswegs über flache Charaktere – zumindest nicht, was die Hauptdarsteller – also Protagonisten und Antagonisten – angeht. Diese sind jedoch meistens männlich. Die weiblichen Charaktere spielen hingegen nur untergeordnete Rollen und sind meistens auch wenig authentisch und sehr mit Klischees aufgeladen.

Klischees

Doch genau das muss meiner Meinung nach nicht sein, ist aber bei vielen Autoren Standard und die Regel – und zwar auch bei vielen Autorinnen und genau deshalb mache ich es meinem Lieblingsautor Andreas Eschbach auch nicht zum Vorwurf und er bleibt mein Lieblingsautor (ich habe auch eine Lieblingsautorin, btw., und das ist Doris Knecht und im Bereich der Kriminalromane Thea Dorn).

Ich möchte das mit den flachen Charakteren und Klischees bei meiner eigenen schriftstellerischen Tätigkeit (und ja, mein Debut-Roman ist mein Debut-Roman und ich maße mir nicht an, gleich auf einem Niveau von Eschbach in den Literaturmarkt einzusteigen!) aber ganz bewusst anders machen. Deshalb habe ich in meinem Kriminalroman „Tödlicher Crash“ (erscheint im Frühjahr bei Gmeiner) eine Protagonistin gewählt, die stark, unabhängig, schlau und intelligent ist, sich aber trotzdem helfen lässt, wenn sie Hilfe benötigt. Und sie ist „sex-positive“, ergo, es kommen auch Sex-Szenen vor und Sex wird als natürlicher Teil des menschlichen Lebens betrachtet, und nicht verteufelt.

Normalität schaffen

Zudem kommen weitere weibliche Charaktere in meinem Werk vor, durch die junge Frauen dazu ermutigt werden sollen, sich für Technik zu interessieren. Im Jahr 2022, in dem mein Roman spielt, gehört es selbst in ländlichen Regionen in Westeuropa zur Selbstverständlichkeit, dass Eltern dieses Interesse für Technik fördern und nicht verdammen. Zwar kam bei dem Punkt von einem (männlichen) Testleser retour, dass diese Entwicklung (eine junge Dame vom Land will an die Technischen Universität zum Studieren) „unrealistisch“ sei, aber, goddamn, nein, ist es nicht und sollte es auch nicht sein und falls doch: Es ist ein literarisches Werk und ich will damit Gedanken anstoßen, damit so etwas, falls es jetzt noch nicht von allen als normal wahrgenommen wird, es irgendwann sein wird.

„Texthexe“ Susanne Pavlovic hat in einer Ausgabe des „Der Selfpublisher“ einen sehr klugen Satz zu dem Thema geschrieben, den ich an dieser Stelle mit euch teilen möchte: „Geschichten schaffen Realitäten. Erzählt man sie nur oft genug, werden sie wahr. Wir als Schreibende haben eine nicht wegzuleugnende Verantwortung für die Geschichten, die wir in die Welt lassen.“ Ich stimme hier zu 100% zu und deshalb ist es mir wirklich wichtig, zumindest ernsthaft zu versuchen, es besser zu machen.

My DJ-Sets at #CCCamp19

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Yes, finally I was DJing again. This year I played two DJ-sets at Chaos Communication Camp (#CCCamp19) in Mildenberg (Germany). None of them were recorded, that’s why I grabbed my playlist and re-recorded it for the good memories. I enjoyed playing, both crowds were fantastic. The audience was super motivated in dancing and super motivated in motivating me. It was a pleasure.

Kemistry Lounge Mix

The first DJ-set took place at the “Kemistry Lounge”, which was inside a building of the Ziegeleipark. It was very smokey, and contained space for 300-500 people (I am really bad at guessing, please forgive me) and I had even a dancer with an LED umbrella. ❤ Thx DJ Spock for organizing this one!

Here’s the Mix:

Playlist ( Track – Artist):

1 UNKNOWN
2 Tonight – Wilkinson
3 Take You Back – Mattix & Futile
4 Running Man – Original Sin & Koo
5 Breezeblock – Camo & Krooked
6 Panzer – Dimension
7 Rotor – Misanthrop
8 Kingpin (feat Scrufizzer, P Money & Riko Dan – Calyx & Teebee Remix) – Friction & Skream
9 Bunker – Culture Shock
10 Terminal – Mediks
11 Abyss (VIP) – The Prototypes
12 Get Crazy Muzzy
13 UNKNOWN
14 Knock It Down – Dilemn & The Clamps
15 Stand Up (feat Camo, Krooked and Dynamite MC) – Friction Feat. Camo, Krooked and Dynamite MC
16 No Cure (feat Ryme Tyme) – Ed Rush & Optical
17 Don’t Need You – Optiv, Btk
18 Rock The Boat- Roni Size
19 Watching Us (The Upbeats Remix) – Gridlok & MC Dino
20 Tap Ho- TC

BarbNerdy

After me played BarbNerdy, another DJ friend from the female:pressure collective from Berlin. Her jungle set was super awesome and you can find it here.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Three Headed Monkeys Mix

The second DJ-set took place at an open air stage called “Three Headed Monkeys”. It was in the camp area where all the digital rights activities took place. Before my DJ-Set a band called “Systemabsturz” played, and during the day there were talks and other workshop activies, at night the venue turned into a party area. There was some light show during my set (thx to the technician!), and the vibe was extremely positive. Thx Tasmo for organizing!

Here’s the Mix:

Playlist (Artist – Track)

Chase & Status – Streetlife (feat. Takura)
DJ Patife & David VS – The Vibe Is Coming (feat. MC Fats)
Bcee & Spy – Is Anybody Out There? (Friction & K-Tree Remix)
Technimatic – Night Vision
Body & Soul, Camo & Krooked – The Reward
Camo & Krooked – Get Dirty (feat. TC)
Break Pitt, Tenchu & Zool – Jet Pack
Blue Sonix – Luv Me (Logistics VIP Remix)
Original Sin & Koo – Running Man
Sub Focus – Rock It
Camo & Krooked – Breezeblock
Brookes Brothers – Crackdown (Shockone Remix)
DJ Fresh – Golddust
Break Pitt, Tenchu & Zool – Sao Paulo
Dope Ammo & Benny Page – Roots & Future
Rebel MC & Top Cat – Champion DJ (Serial Killaz Remix)
Deekline – Pass Me The Dubplate (feat. Tippa Irie)(Benny Page Remix)
Pendulum – Tarantula (feat. Fresh, Spyda & Tenor Fly)
Voltage – Roll Back
Alibi – No Lights (feat. Trac)
Roni Size – Strictly Social (Nu:Tone Remix)
Wilkinson – Afterglow

Mein Re:publica 2019 Talk zum Thema AMS, Algorithmen und Diskriminierung – Review

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YouTube: Jobchancen adé: Wenn der Computer “nein” sagt

Re:publica-Seite zum Talk (mit Audio-Link zum Nachhören)

Kurz umrissen, worum es geht:
Das österreichische AMS will mit modernen Mitteln die Effizienz steigern, doch verbaut mit seiner Umsetzung Tausenden Menschen ihre Zukunftschancen. Software teilt künftig Arbeitssuchende in drei Gruppen ein: Hohe Chancen, mittlere Chancen, niedrige Chancen. Wer in letzterer Kategorie landet, kriegt keine teuren Zusatzmaßnahmen, weil seine Arbeitsmarktchancen nur gering sind.

Wer eine Frau ist, über 50, Ausländer aus der Nicht-EU oder gesundheitlich beeinträchtigt bekommt vom System von vornherein Abzüge. Negativ-Punkte gibt es außerdem für Betreuungspflichten – allerdings nur, wenn man eine Frau ist. Diskriminierung, die am Arbeitsmarkt existiert, wird somit direkt in das Computerprogramm reingeschrieben und sorgt damit laut Informatikern in einer “Feedback Loop” für noch mehr Diskriminierung dieser Personengruppen.

Das AMS hat zwar eine Art Ergebnisbericht veröffentlicht, aber echte Transparenz herrscht nicht. Statt einer breiten Diskussion, folgen Tests mit Echtzeitdaten aus dem “Data Warehouse”. Experten aus den Bereichen Informatik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften kritisieren die Entwicklung massiv.

Es ist nicht das erste Beispiel dafür, wie Algorithmen diskriminieren und Menschenleben gefährden. Doch es ist eines der ersten Beispiele aus Europa, das plakativ zeigt, was dabei schiefgehen kann. Im re:publica Talk habe ich meine journalistische Tiefenrecherche mit Gesprächen mit Forschern aus verschiedenen Fachbereichen dazu präsentiert.

Großes Interesse
Es hat mich sehr gefreut, dass das Thema auf großes Interesse gestoßen ist und auch über Österreichs Ländergrenzen für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Leider ist die Diskussion in Österreich dazu wieder etwas eingeschlafen, aber ich verspreche, dranzubleiben und gegen Ende des Jahres, wenn die Evaluierung des ersten Jahres seitens des AMS erfolgen wird, wieder entsprechend nachzuhaken.

Interviews mit mir zu dem Thema:
Xing-Interview: Algorithmus statt Personaler: „Software bei Bewerbungen kann zu Diskriminierungen führen“

Interview mit flux.fm zum Thema

Weiteres Medienecho:
Baseler Zeitung (CH) Zeitgeist RP Online (DE) Superscoring (DE)

Wie waren die Lesungen, liebe Barbara?

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Ups, ich habe ganz vergessen, euch ein kleines Roundup der Lesungen in diesem Frühling zu geben, fällt mir gerade auf 🙂 Das liegt an meinem dichten Zeitplan, der mich “nebenbei” in der Zwischenzeit noch nach Brüssel, Hannover, Girona, Barcelona und Berlin gebracht hatte (auch hier folgen noch Blogbeiträge, ich versprech’s!).

Buchhandlung Ortner in Wien
Anfang April waren meine Anthologie-Kolleginnen und ich mit “Smart Lies” bei der Buchhandlung Ortner im 8. Bezirk zu Gast. Es war eine sehr gut besuchte Lesung – kein Stuhl war mehr frei – bei der das Publikum gespannt zugehört und zwischendurch ausgiebig gelacht hat. Ein sehr schöner Abend – und ich bin selbst aus der Buchhandlung mit sehr vielen Büchern heimgegangen 🙂 Hashtag #bücherliebe

Mit mir gelesen haben: Klaudia Zotzmann-Koch, Regine Zawodsky, Bettina Reinisch und Josef Wukovits. Danke allen Besucherinnen und Besuchern fürs Kommen und der Buchhandlung Ornter fürs Organisieren! Die Fotos stammen von Stefan Ortner und Regine Zawodsky.

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Marktgemeinde Thalheim/Wels
Eine Woche später führte mich die Anthologie “Smart Lies“, die es übrigens beim Ortner, bei Amazon und auf Bestellung bei allen Buchhändlern eures Vertrauens zu erwerben gibt, nach Thalheim bei Wels, in meine Heimatgemeinde. Dort wurde die Veranstaltung vom Bürgermeister persönlich eröffnet und Falter-Journalist und Stadtführer-Autor Sebastian Fasthuber hat moderiert. Ergo – ich durfte meine Texte vorlesen, dazwischen gab es Diskussionen rund um die Thematik und was bei Vernetzung von Medizingeräten etwa alles passieren kann.

Im Anschluss stellte Sebastian Fasthuber noch seinen wunderbaren Stadtführer von Wels vor. Es war ebenfalls ein sehr gelungener Abend, bei der vor allem großteils älteres Publikum vorbei geschaut hat. Das ist sehr bemerkenswert, das sich auch hier viele für Vernetzung und Gesellschaft interessieren. Es war mir eine große Ehre, in meiner Heimatgemeinde zu lesen. Danke hier dem Kulturausschuss und insbesondere Michael Heiß für die super Organisation!

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Noch etwas für Lesefreunde

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Meine Autorenkollegin Nina Dreist aus meiner Schreibgruppe hat bei einem Treffen eine Idee für eine Kurzgeschichtensammlung gehabt und innerhalb des vergangenen Jahres wurde daraus tatsächlich eine fertige Anthologie.

“Der Tag, an dem … ging”, heißt sie und erschien Anfang des Jahres auf als eBook auf Amazon sowie als gedrucktes Buch.

„Gehen kann ja schließlich viel bedeuten, auch wenn wir oft an das Ende einer Beziehung dabei denken. Aber Zustände können (ver-)gehen, Institutionen; jemand kann sich weigern zu gehen (z.B. mit sechzig ins Altersheim); Für manches Image, das man so mit sich trägt, ist es vielleicht Zeit zu gehen – und nicht jeder Abschied muss auch traurig sein”, schreibt Nina Dreist auf ihrem Blog.

Ich durfte mit “Die Interessensgemeinschaft” ebenfalls einen Text beisteuern. Die Lesung dazu findet am 4. April ab 18.30 Uhr im Cafe Benno im 8. Bezirk statt. Der Eintritt ist frei und die Autorinnen und Autoren freuen sich auf euer Kommen!IMG_5030.jpg

 

Lesungen, es gibt jetzt noch mehr Lesungen von “Smart Lies”!

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Am 3. Dezember 2018 haben wir ganz offiziell im Raum D des Wiener Museumsquartiers unser Buch “Smart Lies – alles smart?” präsentiert. Nun gibt es weitere Lesungen aus unserem Kurzgeschichtenband rund um eine vernetzte Welt, die sich immer weiter dreht.

Und zwar alles der Reihe nach:

Am Donnerstag, 28. März 2019, halte ich ab 18.30 Uhr im Oberösterreichischen Presseclub in Linz zum Thema “Alles smart? Auswirkungen auf die Gesellschaft” einen Sachvortrag rund um das Thema, gespickt mit kurzen Auszügen aus dem Buch “Smart Lies”. Der Eintritt ist frei, ich freue mich auf euer Kommen!

Am Freitag, 5. April 2019, ab 18.30 Uhr gibt es in der Buchhandlung Ortner im 8. Bezirk in Wien eine Lesung mit den Autorinnen und Autoren Bettina Reinisch, Josef Wukovits, Regine Zawodsky und mir. Wer bei der Lesung im Museumsquartier nicht dabei war, hat hier die Gelegenheit, uns kennenzulernen. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns auf euer Kommen!

Am Donnerstag, 11. April 2019, ab 19.00 Uhr gibt es in meiner Heimatgemeinde Thalheim/Wels eine Lesung und Präsentation von wahren Ereignissen von mir sowie Musik von Sebastian Fasthuber, der auch seinen “Stadtführer Wels” vorstellen wird. Hierzu gibt es auch einen tollen Flyer und ein Plakat! Thalheimer und Welser, das dürft ihr nicht verpassen, wir freuen uns auf euch!
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Fake News, Microtargeting, Facebook & die EU beim Elevate

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Ende Februar habe ich im Rahmen des Elevate Festivals im Kunsthaus in Graz mit Wolfgang Bogensberger von der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien, dem tschechischen Journalisten Jan Moláček sowie dem Datenschutzaktivisten von epicenter.works Thomas Lohninger über Fake News und die Gefahr für die Demokratie diskutiert.40380930513_9dfc8f8350_k
Foto: Valerie Maltseva, CC BY-NC-ND 2.0

Mein Input bei der Diskussion befasste sich mit diesen drei Dingen:

  1. Ich halte es für gefährlich, wenn die wertvolle Arbeit von Journalisten durch “Fake News”-Rufe seitens Politik, Organisationen oder Interessensvertreter diskreditiert wird und zwar meistens genau dann, wenn man als Journalist etwas besonders gut, sorgfältig und mit mehrfachen Quellen-Checks recherchiert hat und auf die Darstellung von unterschiedlichen Perspektiven besonders Wert gelegt hat – und sich dadurch jemand auf den Schlips getreten fühlt.
  2. Die EU setzt beim Verhindern von Desinformation vor allem auf Selbstregulation der Sozialen Netzwerke wie Facebook. Mein Standpunkt ist, dass das nicht reicht und es nicht ohne gesetzliche Regulierung gehen wird.Facebook etwa, die neuen Transparenzregeln, die auch bereits in den USA vor Wahlen gelten, zur EU-Wahl nach Europa zu bringen. Doch diese Transparenzregeln können bestenfalls ein erster Schritt sein, aber nicht die Lösung des Problems. Warum, habe ich auch versucht zu erklären: Facebook veröffentlicht in den USA zwar, wieviel Geld für Anzeigen ausgegeben wurde, aber keine genauen Zahlen, wie viel pro Anzeige ausgegeben wurde, noch klare Angaben zum Targeting und zur defininierten Zielgruppe. Das macht es schwer nachvollziehbar, ob jemand umstrittene Taktiken wie Dark Posts zur Beeinflussung kleinster Wählergruppen einsetzt. Das Transparenzregister gibt zwar ein paar oberflächliche Einblicke, aber das war es dann auch schon. Obendrein wurden im selben Atemzug der Schaffung der neuen Transparenztools Organisationen wie ProPublica-Tools, die Facebook-Anzeigen kontrolliert hatten, von Facebook blockiert.
    Die Transparenzregeln wurden von Facebook für Europa zudem noch vor der EU-Wahl angekündigt. Doch wo bleiben sie? Wir haben jetzt weniger als 2,5 Monate und noch ist nichts umgesetzt. Eine Nachfrage bei Facebook zu dem Thema von mir von vergangener Woche blieb unbeantwortet. Unterdessen kam heraus, dass die EU-Kommission selbst gar nicht so glücklich zu sein scheint mit den “Bemühungen” Facebooks.
  3. Zusätzlich zur Regulierung braucht es auch alternative Netzwerke und Plattformen, auf europäischer Ebene, damit man von Online-Monopolen wie Facebook unabhängig(er) wird. Ich habe bei der Diskussion eine öffentlich-rechtliches Plattform in den Raum gestellt.

47346305551_8449219ed2_kDie gesamte “Fake News”-Diskussion gibt es nun auf Vimeo zum Nachsehen sowie auf Flickr gibt es einige Fotos.

Fake News – Warum sind Lügen ein Problem für die Demokratie? >> Elevate Festival 2019 from Elevate Festival on Vimeo.

Journalismus Impulse

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Manche von euch werden sich womöglich gefragt haben, warum ich hier derzeit so still bin. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Ich war beschäftigt 🙂

Im Jänner war ich damit befasst, die finale Fassung meines Kriminalromans “Der Crash”, der im Frühjahr 2020 im Gmeiner Verlag publiziert wird, ein letztes Mal zu überarbeiten. Jetzt ist er bereits im Verlagsformat und ich freue mich bereits riesig auf die Veröffentlichung. Das ist erstmal alles, was ihr dazu wissen müsst, alle weiteren Infos  – Cover, Inhalt, Erscheinungstermin, Lesungen – folgen bis 2020.

Wissen geben und nehmen

Der Februar steht bei mir nun ganz im Fokus der persönlichen Weiterbildung. Mein Motto lautet seit jeher “Wisssen geben, Wissen nehmen”. – Also ich gebe sehr gerne mein eigenes Wissen weiter – künftig auch an Kinder und Jugendliche -, aber genauso gerne lerne ich selbst ständig dazu und bilde mich mit zahlreichen Workshops, Seminaren, Vorträgen etc. in meiner Freizeit weiter.

Neben einer Ausbildung bei der “Sprecherakademie” zur Sprachmelodie und Sprechtechnik, die ich in meiner Freizeit und auf meine eigenen Kosten absolviere, schickte mich mein Arbeitgeber diese Woche in ein dreitägiges Seminar zum Thema “digital Storytelling” mit Pascal Zemp.

Netzwelt verändert sich

Beide Seminare sind für mich extrem bereichernd. Bei dem einen haben wir extrem viel gelacht, viel geübt, hartes Feedback eingesteckt und ausgeteilt, und sind in viele, verschiedene Rollen geschlüpft; bei dem anderen ging es vor allem darum, uns Journalisten zum Umdenken zu bewegen. Und ja, das ist notwendig, wenn man jahrelang auf die gleiche Art und Weise arbeitet und unterdessen die Digitalisierung an einem vorbeizieht.

Ich bin eine End-30er-in, die seit knapp 15 Jahren im Journalismus arbeitet und “online” begonnen hat. Ich bin mit “online” aufgewachsen, das Internet war bereits seit 1997 – also bereits 22 Jahre lang – meine Heimat.

Weg von der Arroganz

Seit 14 Jahren schreibe ich über technologische Entwicklungen wie Algorithmen, Facebook, Datenschutz. Auch Dinge wie Verweildauer, Traffic-Analysen, etc. sind mir seit Jahren bekannt, weil das jeder bei uns in der Redaktion permanent “mitdenken” muss. Auf der Mediana vergangenes Jahr habe ich Zahlen zum digitalen Wandel präsentiert und darüber gesprochen, dass junge Menschen News ganz anders konsumieren – und interessanterweise habe ich dabei aber kaum einen Zusammenhang zu meiner eigenen Arbeit hergestellt. “Ich schreibe ja für online”, dachte ich mir. “Das kann ich schon seit Jahren. Ich bin Expertin.”

Nach dem Besuch des “digital Storytelling”-Seminars kann ich mich für diese Arroganz, die ich mitgebracht habe, nur selbst auslachen – darf aber gleichzeitig nicht zu streng mit mir selbst sein. Wenn man in einem Arbeitsalltag “gefangen” ist, kommt man in der Regel nicht zum Nachdenken – zum Beispiel darüber, dass ich junge Menschen mit der Art und Weise, wie ich Geschichten publiziere, gar nicht mehr erreiche.

Wandel geht uns alle an

In dem “digital Storytelling”-Seminar habe ich sehr viele Denkanstöße mitbekommen. Einen davon möchte ich mit euch teilen: Es geht euch alle etwas an!

BBC hat eine eigene “Research & Development”-Abteilung, die News-Formate für die junge Zielgruppe der 18 bis 26-Jährigen entwickelt und ausprobiert hat. Jeder, der nicht nur für End-30er oder End-60er publizieren möchte, sollte sich mit den Ergebnissen dieser Entwicklungsarbeit befassen und eigene Konsequenzen für sich selbst ableiten. Natürlich kann eine Entscheidung über diverse Änderungen nur von “oberen Etagen” in einem Medienbetrieb gefällt werden. Aber nein, es ist trotzdem nicht nur die Aufgabe eines großen, übergeordenten Medienhauses, sich damit zu beschäftigen. Es betrifft uns tatsächlich selbst. Wir müssen verstehen lernen, dass sich die digitale Welt weiterdreht, wenn wir auch in Zukunft ein Teil davon sein wollen. Denkt mal drüber nach.

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Kleine Werbeeinschaltung am Rande: Nach meinem “Weiterbildungsfebruar” startet – Teaser – mein “Ich gebe mein Fachwissen weiter”-Frühling. Wer in meinen Terminkalender blickt, sieht einen Haufen Termine mit Vorträgen und Lesungen. Aber ich habe ja diese Woche gelernt: Junge Menschen klicken nicht mehr auf Links, sondern wollen Informationen an einem Ort gesammelt präsentiert bekommen. Tja.