Lesungen, es gibt jetzt noch mehr Lesungen von “Smart Lies”!

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Am 3. Dezember 2018 haben wir ganz offiziell im Raum D des Wiener Museumsquartiers unser Buch “Smart Lies – alles smart?” präsentiert. Nun gibt es weitere Lesungen aus unserem Kurzgeschichtenband rund um eine vernetzte Welt, die sich immer weiter dreht.

Und zwar alles der Reihe nach:

Am Donnerstag, 28. März 2019, halte ich ab 18.30 Uhr im Oberösterreichischen Presseclub in Linz zum Thema “Alles smart? Auswirkungen auf die Gesellschaft” einen Sachvortrag rund um das Thema, gespickt mit kurzen Auszügen aus dem Buch “Smart Lies”. Der Eintritt ist frei, ich freue mich auf euer Kommen!

Am Freitag, 5. April 2019, ab 18.30 Uhr gibt es in der Buchhandlung Ortner im 8. Bezirk in Wien eine Lesung mit den Autorinnen und Autoren Bettina Reinisch, Josef Wukovits, Regine Zawodsky und mir. Wer bei der Lesung im Museumsquartier nicht dabei war, hat hier die Gelegenheit, uns kennenzulernen. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns auf euer Kommen!

Am Donnerstag, 11. April 2019, ab 19.00 Uhr gibt es in meiner Heimatgemeinde Thalheim/Wels eine Lesung und Präsentation von wahren Ereignissen von mir sowie Musik von Sebastian Fasthuber, der auch seinen “Stadtführer Wels” vorstellen wird. Hierzu gibt es auch einen tollen Flyer und ein Plakat! Thalheimer und Welser, das dürft ihr nicht verpassen, wir freuen uns auf euch!
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Fake News, Microtargeting, Facebook & die EU beim Elevate

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Ende Februar habe ich im Rahmen des Elevate Festivals im Kunsthaus in Graz mit Wolfgang Bogensberger von der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien, dem tschechischen Journalisten Jan Moláček sowie dem Datenschutzaktivisten von epicenter.works Thomas Lohninger über Fake News und die Gefahr für die Demokratie diskutiert.40380930513_9dfc8f8350_k
Foto: Valerie Maltseva, CC BY-NC-ND 2.0

Mein Input bei der Diskussion befasste sich mit diesen drei Dingen:

  1. Ich halte es für gefährlich, wenn die wertvolle Arbeit von Journalisten durch “Fake News”-Rufe seitens Politik, Organisationen oder Interessensvertreter diskreditiert wird und zwar meistens genau dann, wenn man als Journalist etwas besonders gut, sorgfältig und mit mehrfachen Quellen-Checks recherchiert hat und auf die Darstellung von unterschiedlichen Perspektiven besonders Wert gelegt hat – und sich dadurch jemand auf den Schlips getreten fühlt.
  2. Die EU setzt beim Verhindern von Desinformation vor allem auf Selbstregulation der Sozialen Netzwerke wie Facebook. Mein Standpunkt ist, dass das nicht reicht und es nicht ohne gesetzliche Regulierung gehen wird.Facebook etwa, die neuen Transparenzregeln, die auch bereits in den USA vor Wahlen gelten, zur EU-Wahl nach Europa zu bringen. Doch diese Transparenzregeln können bestenfalls ein erster Schritt sein, aber nicht die Lösung des Problems. Warum, habe ich auch versucht zu erklären: Facebook veröffentlicht in den USA zwar, wieviel Geld für Anzeigen ausgegeben wurde, aber keine genauen Zahlen, wie viel pro Anzeige ausgegeben wurde, noch klare Angaben zum Targeting und zur defininierten Zielgruppe. Das macht es schwer nachvollziehbar, ob jemand umstrittene Taktiken wie Dark Posts zur Beeinflussung kleinster Wählergruppen einsetzt. Das Transparenzregister gibt zwar ein paar oberflächliche Einblicke, aber das war es dann auch schon. Obendrein wurden im selben Atemzug der Schaffung der neuen Transparenztools Organisationen wie ProPublica-Tools, die Facebook-Anzeigen kontrolliert hatten, von Facebook blockiert.
    Die Transparenzregeln wurden von Facebook für Europa zudem noch vor der EU-Wahl angekündigt. Doch wo bleiben sie? Wir haben jetzt weniger als 2,5 Monate und noch ist nichts umgesetzt. Eine Nachfrage bei Facebook zu dem Thema von mir von vergangener Woche blieb unbeantwortet. Unterdessen kam heraus, dass die EU-Kommission selbst gar nicht so glücklich zu sein scheint mit den “Bemühungen” Facebooks.
  3. Zusätzlich zur Regulierung braucht es auch alternative Netzwerke und Plattformen, auf europäischer Ebene, damit man von Online-Monopolen wie Facebook unabhängig(er) wird. Ich habe bei der Diskussion eine öffentlich-rechtliches Plattform in den Raum gestellt.

47346305551_8449219ed2_kDie gesamte “Fake News”-Diskussion gibt es nun auf Vimeo zum Nachsehen sowie auf Flickr gibt es einige Fotos.

Fake News – Warum sind Lügen ein Problem für die Demokratie? >> Elevate Festival 2019 from Elevate Festival on Vimeo.

Journalismus Impulse

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Manche von euch werden sich womöglich gefragt haben, warum ich hier derzeit so still bin. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Ich war beschäftigt 🙂

Im Jänner war ich damit befasst, die finale Fassung meines Kriminalromans “Der Crash”, der im Frühjahr 2020 im Gmeiner Verlag publiziert wird, ein letztes Mal zu überarbeiten. Jetzt ist er bereits im Verlagsformat und ich freue mich bereits riesig auf die Veröffentlichung. Das ist erstmal alles, was ihr dazu wissen müsst, alle weiteren Infos  – Cover, Inhalt, Erscheinungstermin, Lesungen – folgen bis 2020.

Wissen geben und nehmen

Der Februar steht bei mir nun ganz im Fokus der persönlichen Weiterbildung. Mein Motto lautet seit jeher “Wisssen geben, Wissen nehmen”. – Also ich gebe sehr gerne mein eigenes Wissen weiter – künftig auch an Kinder und Jugendliche -, aber genauso gerne lerne ich selbst ständig dazu und bilde mich mit zahlreichen Workshops, Seminaren, Vorträgen etc. in meiner Freizeit weiter.

Neben einer Ausbildung bei der “Sprecherakademie” zur Sprachmelodie und Sprechtechnik, die ich in meiner Freizeit und auf meine eigenen Kosten absolviere, schickte mich mein Arbeitgeber diese Woche in ein dreitägiges Seminar zum Thema “digital Storytelling” mit Pascal Zemp.

Netzwelt verändert sich

Beide Seminare sind für mich extrem bereichernd. Bei dem einen haben wir extrem viel gelacht, viel geübt, hartes Feedback eingesteckt und ausgeteilt, und sind in viele, verschiedene Rollen geschlüpft; bei dem anderen ging es vor allem darum, uns Journalisten zum Umdenken zu bewegen. Und ja, das ist notwendig, wenn man jahrelang auf die gleiche Art und Weise arbeitet und unterdessen die Digitalisierung an einem vorbeizieht.

Ich bin eine End-30er-in, die seit knapp 15 Jahren im Journalismus arbeitet und “online” begonnen hat. Ich bin mit “online” aufgewachsen, das Internet war bereits seit 1997 – also bereits 22 Jahre lang – meine Heimat.

Weg von der Arroganz

Seit 14 Jahren schreibe ich über technologische Entwicklungen wie Algorithmen, Facebook, Datenschutz. Auch Dinge wie Verweildauer, Traffic-Analysen, etc. sind mir seit Jahren bekannt, weil das jeder bei uns in der Redaktion permanent “mitdenken” muss. Auf der Mediana vergangenes Jahr habe ich Zahlen zum digitalen Wandel präsentiert und darüber gesprochen, dass junge Menschen News ganz anders konsumieren – und interessanterweise habe ich dabei aber kaum einen Zusammenhang zu meiner eigenen Arbeit hergestellt. “Ich schreibe ja für online”, dachte ich mir. “Das kann ich schon seit Jahren. Ich bin Expertin.”

Nach dem Besuch des “digital Storytelling”-Seminars kann ich mich für diese Arroganz, die ich mitgebracht habe, nur selbst auslachen – darf aber gleichzeitig nicht zu streng mit mir selbst sein. Wenn man in einem Arbeitsalltag “gefangen” ist, kommt man in der Regel nicht zum Nachdenken – zum Beispiel darüber, dass ich junge Menschen mit der Art und Weise, wie ich Geschichten publiziere, gar nicht mehr erreiche.

Wandel geht uns alle an

In dem “digital Storytelling”-Seminar habe ich sehr viele Denkanstöße mitbekommen. Einen davon möchte ich mit euch teilen: Es geht euch alle etwas an!

BBC hat eine eigene “Research & Development”-Abteilung, die News-Formate für die junge Zielgruppe der 18 bis 26-Jährigen entwickelt und ausprobiert hat. Jeder, der nicht nur für End-30er oder End-60er publizieren möchte, sollte sich mit den Ergebnissen dieser Entwicklungsarbeit befassen und eigene Konsequenzen für sich selbst ableiten. Natürlich kann eine Entscheidung über diverse Änderungen nur von “oberen Etagen” in einem Medienbetrieb gefällt werden. Aber nein, es ist trotzdem nicht nur die Aufgabe eines großen, übergeordenten Medienhauses, sich damit zu beschäftigen. Es betrifft uns tatsächlich selbst. Wir müssen verstehen lernen, dass sich die digitale Welt weiterdreht, wenn wir auch in Zukunft ein Teil davon sein wollen. Denkt mal drüber nach.

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Kleine Werbeeinschaltung am Rande: Nach meinem “Weiterbildungsfebruar” startet – Teaser – mein “Ich gebe mein Fachwissen weiter”-Frühling. Wer in meinen Terminkalender blickt, sieht einen Haufen Termine mit Vorträgen und Lesungen. Aber ich habe ja diese Woche gelernt: Junge Menschen klicken nicht mehr auf Links, sondern wollen Informationen an einem Ort gesammelt präsentiert bekommen. Tja.

#35c3 – meine Lieblingstalks

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Von 27. bis 30. Dezember 2018 fand zum 35. Mal das jährliche Hackertreffen des Chaos Computer Club (CCC) statt. Hacker und Nerds treffen sich zum Erfahrungsaustausch, zum Hacken, Basteln, Feiern und Kennenlernen. Das diesjährige Motto lautete „refreshing memories“. 16.000 Menschen folgten dem Ruf nach Leipzig, wo der Chaos Communiation Congress zum 2. Mal stattfand.

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Vergangenes Jahr hielt ich einen Vortrag, dieses Jahr war ich als Gast dabei und habe abseits meiner aktiven Mitgestaltung mit zwei DJ-Sets auf der Chaos West Bühne (derzeit sieht es danach aus, als gäbe es keine Aufnahmen davon, falls ich noch welche auftreibe, lasse ich es euch wissen!) und einem gehaltenen Writers Workshop (über die Heldenreise mit jinxx) auch einige Vorträge gehört. Die, die mich am meisten beeindruckt haben, möchte ich euch nun empfehlen:

  1. Computer, die über Asyl (mit)entscheiden von Anna Biselli
    Link: https://media.ccc.de/v/35c3-9658-computer_die_uber_asyl_mit_entscheiden
    Darin geht es unter anderem darum, wie Flüchtlinge anhand von Spracherkennungssoftware über ihre Dialekte in Schubladen gesteckt werden und entschieden wird, ob jemand Asyl bekommt oder nicht. Sowie um die Auswertung von Handydaten, um zu entscheiden, ob Geschichten von Flüchtlingen “plausibel” klingen, oder nicht. Ein Talk mit viel Recherche und wichtigen Fragen und Antworten.
  2. Archäologische Studien im Datenmüll von Letty und Katharina Nocun
    Link: https://media.ccc.de/v/35c3-9858-archaologische_studien_im_datenmull
    In dem Talk geht es um eine ausführliche datananalytische Aufbereitung von Daten, die Amazon aufgrund von Clicks und Bestellungen über einen sammelt. Jeder Nutzer hat das Recht bei seinen Dienstanbietern eine Kopie seiner Daten anzufordern. Doch wer macht das schon? Katharina Nocun hat ihre Daten angefordert und erklärt gemeinsam mit der Programmiererin Letty in einfachen und klaren Worten, was das Unternehmen über sie gespeichert hat und rausfinden kann. Mir fehlte bei dem Talk zwar ein wenig die Gesamtpersektive (Amazon gehört zu den Top 3 an Datenkraken, aber das Herausgreifen eines kleinen, feinen Aspekts, von dem viele Nutzer direkt selbst betroffen sind, wenn sie bei Amazon bestellen, macht den Talk besonders für Einsteiger in diese Thematik wirklich empfehlenswert!
    (Nachtrag vom 3.1.2018: Für futurezone.at habe ich die Inhalte des Talk jetzt zusammengefasst. Könnt ihr also hier nachlesen.)
  3. “The” Social Credit System von Toni
    Link: https://media.ccc.de/v/35c3-9904-the_social_credit_system
    Ihr glaubt, ihr wisst schon alles darüber, was in China abgeht? Alles, über das “böse System”, das niemals nie auch nur in einer Demokratie funktionieren würde? Dann seht euch den Talk an. Mehr will ich eigentlich gar nicht spoilern. Aber ich tue es doch ein bisschen: Niemand weiß bis jetzt, was 2020 in China *wirklich* passieren wird und welches der derzeit in Piloten erprobten Projekte sich wirklich flächendeckend durchsetzen wird.
  4. Smart Home, Smart Hack von Michael Steigerwald
    Link: https://media.ccc.de/v/35c3-9723-smart_home_-_smart_hack
    Ihr wisst alle, dass ich mich selbst ausführlich mit dem Thema #IoT und #Fails auseinander setze. Daher kein Wunder, dass *ich* mir diesen Talk ansehe 🙂 Aber ich kann ihn auch mit wirklich gutem Gewissen weiterempfehlen, weil er anhand einer einfachen Glühbirne schön die Dimensionen aufzeigt, wie mit smarten Gadgets eure Daten gesammelt werden und wie dabei mit der Sicherheit umgegangen wird. Den Talk empfehle ich ebenfalls für Einsteiger in die Thematik sowie für alle, die sich all die #IoT-Projekte anhand eines konkreten Beispiels näher ansehen mögen.
  5. Genom-Editierung mit CRIPSR/CAS9 von Adora Belle, André Lampe und KaleiMai
    Link: https://media.ccc.de/v/35c3-9838-genom-editierung_mit_crispr_cas
    Schon von den vermeintlichen angeblichen Zwillings-Babys aus China gehört, die kein HIV bekommen können, weil ihre Gene manipuliert worden sind? Dann seht euch diesen Talk an. Dort wird erklärt, was hinter der Technologie der Genom-Editierung steckt und warum der Fall aus China für so große Aufregung gesorgt hat. Leider hat man am Ende des Vortrags zwar mehr Fragen als Antworten, man hat aber das Gefühl, verstanden zu haben, worum es bei CRIPR überhaupt geht.Das war’s mit meinen Empfehlungen! Noch auf meiner eigenen “Watchlist” gelandet sind: The Ghost In the Machine, Chaos im Fernsehrat, Frontex – der europäische Geheimdienst, Locked Up Science und Wallet Security.

Und hier gibt es noch ein paar Impressionen von mir für euch:

Buchpräsentation von Smart Lies

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Am 3. Dezember haben wir im Raum D des Wiener Museumsquartiers unser Buch “Smart Lies – alles smart?” präsentiert. Es gab auch eine Lesung, bei der die Autorinnen und Autoren Manfred Huber, Josef Wukovits, Caroline Klima, Bettina Reinisch und meine Wenigkeit aus ihren Geschichten vorgelesen und etwas über die Hintergründe und Entstehungsgeschichte erzählt haben. Ich habe aus meiner Geschichte “Unter uns” gelesen, bei der es um gehackte Vibratoren ging. Das Publikum musste mehrfach schmunzeln. Aufmerksame Leserinnen und Leser wissen bereits, wie die Geschichte zustande gekommen ist.

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Anwesend waren zudem noch die Autorinnen und Autoren Roman Markus, Regine Zawodsky (von der auch die großartigen Fotos in dieser Slideshow stammen, danke!), Peter Alscher, mein Co-Herausgeber Günther Friesinger, die Grafikerin und Illustratorin Maria Pflug-Hofmayr und die Lektorin Evelyn Fürlinger. Und rund 60 Gäste, darunter etwa Menschen aus unserem Writers Retreat in Piran, dem Krimi-Netzwerk Mörderische Schwestern oder aus dem Buchhandel (Ortner Bücher in der Josefstadt).

Leute, ihr wart ein fantastisches Publikum! Danke vielmals fürs Kommen und dabei sein! Die Bücher wurden uns regelrecht aus den Händen gerissen und die ein oder andere Widmung geschrieben. ❤ Für mich persönlich war es die perfekte Buchpräsentation. Besser hätte ich es mir nicht erträumen können. Danke an den Verlag edition mono und das Künstlerkolletiv monochrom.

 

Journalismuspreis für Technologie-Erklär-Geschichte

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Diese Woche wurde ich zum ersten Mal mit einem Journalistenpreis ausgezeichnet. Die Wiener Stadtwerke haben Dienstagabend zum neunten Mal den WINFRA für “herausragende Beiträge des Wiener Infrastruktur-Journalismus” vergeben. Ich hatte eine Technologie-Geschichte über Fernkälte eingereicht, genauergesagt: “Wie das Fernkältenetz von Wien funktioniert”. Die Geschichte stieß im Sommer zudem auf großes Interesse, weil Leserinnen und Leser wirklich wissen wollten, wie Kühlung ohne klassische Klimaanlage geht.

Die Jury fand den Beitrag offenbar gut erklärt. „Gut nachvollziehbare Beschreibung von hochkomplexer Technologie und ihrer Anwendung im Kontext der Stadt. Klar geschrieben erläutert der Bericht zentrale Begriffe der kommenden Energiewende und ermöglicht so eine Einschätzung der Dynamik des Wandels“, lobt die WINFRA-Jury.

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Erklären, damit Menschen an der Entwicklung teilhaben können

Die Auszeichnung freut mich ganz besonders, weil Technologie-Journalisten leider immer noch häufig von Kolleginnen und Kollegen belächelt werden. Wir werden häufig pauschal mit dem Vorurteil abgestempelt, dass wir nur neue “Technik-Gadgets” abfeiern und das sei nicht zu vergleichen mit Berichterstattung über Migration oder andere “ernste Themen”.

In der täglichen Arbeit merke ich stattdessen immer wieder, wie wichtig es ist, neue Technologien und Entwicklungen im Digitalbereich zu erklären. Sei es Fernkälte, Algorithmen beim AMS, oder 5G. Nur so können Menschen verstehen, was da eigentlich vorgeht. Natürlich ist es als Journalistin manchmal frustrierend, wenn man immer wieder bei Null anfängt, weil man praktisch kein Wisssen je voraussetzen darf.

Aber es können sich nur dann Debatten entwickeln, an denen die Gesellschaft teilnehmen kann, wenn die Menschen wissen, worum es geht und mitreden können. Deshalb ist es mir persönlich sehr wichtig, über Vor- und Nachteile der Digitalisierung ruhig und unaufgeregt aufzuklären, damit nicht nur “über sie”, sondern “mit ihnen” gesprochen wird.

Danke an alle, die mich bei dieser Arbeit unterstützen.

Updates, wir brauchen Updates!

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Ihr kennt es alle: Ihr kauft euch ein neues, technisches Gerät. Ihr packt es aus. Ihr dreht es auf. Und das Erste, das es macht, ist das Installieren von Updates. Manchmal dauert das wenige Sekunden, manchmal bis zu 30 Minuten. Nicht immer hängt es von eurer Internet-Verbindung ab, sondern oft auch auf davon, ob der Server auf der anderen Seite gerade gut erreichbar und belastbar ist, oder nicht.

Vibrator in der Schublade

Nun ja. Updates können manchmal auch in ungünstigen Momenten kommen, nicht nur dann, wenn man gerade ein neues Gerät erwirbt. Mir ist es etwa schon oft genug passiert, dass sich mein Digital Receiver genau in dem Moment aktualisiert hat, in dem ich mein Lieblingsprogramm aufdrehen wollte. Und das dauert dann oft Minuten.
Auf Twitter gab es einmal einen sehr lustigen Thread einer Porno-Regisseurin. Sie bekommt von Herstellern immer wieder diverse „Accessoires“ zugeschickt, mit der Bitte, die in ihrem Filmchen einzubauen. Eines Tages befand sich darunter ein vernetzter Vibrator. Sie schaltete ihn ein, er begann zu vibrieren und schwups, in dem Moment hat sich die Software begonnen upzudaten. Genau in dem Moment kam ein Besucher in ihr Büro und der Vibrator verschwand vibrierend in der Schreibtischlade, wo er den Besucher allerdings mehr irritierte, als am Schreibtisch.

Anyway, genau solche Storys erleben wir heutzutage tagtäglich. Diejenigen unter uns, die „Early Adopters“ bei der Anschaffung von vernetzten Geräten sind, haben etwa schon vor Jahren mit derartigen Problemen gekämpft, als sich etwa ihre smarte Glühbirne genau dann 30 Minuten lang aktualisiert hat, als sie das Licht aufdrehen wollten. Viele von den „Early Adopters“ fanden es lustig und teilten ihre Erlebnisse in sozialen Medien.
Von all diesen Erlebnissen kam auch die Inspiration für meine Short Story „Bitte aktualisieren“, die in der Anthologie „Smart Lies – alles smart?“, die ich gemeinsam mit Günther Friesinger herausgegeben habe, erschienen ist. Ich habe sie auch dem Portal netzpolitik.org zur Verfügung gestellt und dort wurde sie vollständig publiziert.

Ein Scheiß-Tag

Meine Hauptfigur erlebte eine Tag, an dem sich alle vernetzten Geräte – angefangen von der Kaffeemaschine, bis zum Lift, der Bürolampe, der Soda Machine bis zum Vibrator – gegen sie verschworen hatten. Einen richtigen Scheiß-Tag.

Bei einigen der Leserinnen und Leser kam die Geschichte offenbar weniger gut an, wie ich aus den Kommentaren entnehmen konnte. Kritisiert wurde dort neben *langweilig* und *da gibt es viel bessere Szenarien* (ja, da stimme ich zu!) unter anderem, dass sich diese Probleme ganz einfach lösen lassen und sie deshalb gar keine Probleme seien.
Man könne doch etwa Updates selbst planen und in einer Schedule festlegen, damit sich Geräte nicht genau in den blöden Momenten aktualisieren, die ich oben und in meiner Kurzgeschichte beschrieben habe. Ja, das könnte man und wäre technisch betrachtet auch schlau. Aber haben Sie schon mal diese Funktion bei Ihrer Kaffeemaschine gesehen? Oder Ihrer smarten Glühbirne? Nein, ich auch nicht.

Security bleibt außen vor

Das liegt daran, dass derzeit alles vernetzt wird, was geht. Ohne davor darüber nachzudenken, ob es eigentlich Sinn macht und ohne, die Security-Problematik genauer durchzudenken. Ja, die vernetzte Kaffeemaschine ist ein Computer. Und sie braucht ebenso Sicherheit wie ein Laptop oder ein Smartphone. Doch viele Hersteller von smarten Geräten kommen aus der Offline-Welt. Sie haben etwa jahrelang Lampen produziert, viel Erfahrung damit, aber keine mit Vernetzung und IT-Security. Andere Hersteller sind ein hippes Start-up, das nur an die „Time-to-market“ denkt, bevor ihnen ein chinesischer Hersteller die Idee klaut und vor ihnen dran ist. Security wird da hinten nachgestellt.

Am Ende leiden die Kunden. Und ja, ich nehme es mir als Autorin heraus, daraus eine Short Story zu basteln. Sie mag nicht jedem gefallen und ich stimme zu, dass es durchaus wichtigere und spannendere Problematiken gibt rund um dieses Thema. Aber dadurch, dass wir alle heutzutage mit Updates konfrontiert sind, die nicht immer zum richtigen Zeitpunkt kommen, fängt die Geschichte meiner Meinung nach den Zeitgeist ein. Aber, liebe Leserinnen und Leser, ihr könnt euch selbst eure Meinung bilden und ich werde sie euch nicht wegnehmen!

Ein kleines Detail noch am Rande: Die Geschichte spielt in Paris, im Hochhausviertel La Defence. Ich war dort im Zuge einer Pressereise mal zwei Tage lang. Ein Jahr später wieder. Da war die Geschichte schon geschrieben. Und plötzlich passierte genau das, was ich beschrieben hatte in dem Hotel, in dem ich untergebracht war. Der Lift in dem 30-stöckigen Hochhaus war nicht benutzbar, weil er gewartet werden musste. Ich kann Euch sagen, in der Praxis war das noch weitaus unangenehmer, als von mir in der Geschichte beschrieben.

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Eine weitere Geschichte von mir findet ihr etwa in „Smart Lies – alles smart?“, dazu noch Geschichten von 12 weiteren Autorinnen und Autoren, die sich mit dem kleineren und größeren Problemen der Technik-Mensch-Beziehung beschäftigen. Viel Spaß beim Lesen!

Buchpräsentation und Lesung: 3. Dezember 2018, Einlass: 18.30 Uhr, Start: 19 Uhr im Raum D (Museumsquartier, quartier21). Eintritt frei!

Feature Image by TCA (CC BY 2.0)

 

Vibrator, komm, lass dich übernehmen!

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Ein ferngesteuerter Vibrator, der gar nicht vom Liebsten, sondern von einem Fremden gesteuert wird. Dieser kann bei den Orgasmen auch noch zusehen, verliebt sich in das Lächeln der Protagonistin und tut alles dafür, um diese ausfindig zu machen. Das ist die Handlung meiner Short Story, die ich in dem von Günther Friesinger & mir herausgegebenen Buch „Smart Lies – alles smart?“ veröffentlicht habe.

Doch wie komme ich eigentlich auf solche Ideen? Autorinnen und Autoren verwenden, um Plots zu generieren, nicht selten ein kleines Spielchen mit dem Titel: „Was wäre wenn?“ Man überlegt sich eine Hauptfigur und eine ungefähre Geschichte, die man erzählen will und dann geht es los mit dem Brainstorming. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt! Es ist alles erlaubt, auch wenn es gar nicht möglich wäre. Oder realistisch.

Das Szenario ist tatsächlich möglich

Doch manches, was wir uns ausdenken, ist gar nicht so absurd und könnte wirklich passieren. So ist das auf jeden Fall mit meiner Geschichte. Es gibt den vernetzten Vibrator, der über eine eingebaute endoskopische Kamera verfügt, mit einem Standard-Passwort geschützt ist und anfällig ist für sogenannte „Man-in-the-Middle“-Attacken. Es ist damit also tatsächlich möglich, dass jemand sich einklinkt, und über die Kamera still und heimlich zusieht, wie den Vibrator jemand benutzt, der davon keine Ahnung hat. Und obendrauf: Es ist auch möglich, diesen fernzusteuern und damit aktiv in das Geschehen einzugreifen.

Das ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre von Menschen und könnte in manchen Ländern in Europa als Vergewaltigung zählen, wie ein Rechtsexperte auf einer Konferenz erörtert hat. Solche Fragen werden in Zukunft vermehrt auf uns zukommen, wenn immer mehr Dinge vernetzt werden, die in unsere Intimsphäre eindringen.
Stellt euch doch mal vor, das würde euch passieren! Wie würdet ihr reagieren? Meine Protagonistin ist etwas resolut und setzt auf Selbstjustiz. Das würde ich in der Praxis nicht empfehlen, aber, wie gesagt, im Bereich der Fiction ist alles erlaubt! Die Gedanken der Autorinnen und Autoren sind frei.

Was wäre wenn?

Es ist nicht die letzte Geschichte, die ich geschrieben habe, die auf einer wahren Begebenheit beruht und durch das „Was wäre wenn“-Spielchen von mir auf die Spitze getrieben wurde. Ich möchte mit meinen Short Storys rund um das Internet der Dinge zum Nachdenken anregen und euch in eine Welt der nahen Zukunft entführen, die neben aller Technik-Verliebtheit, die herrscht, auch ein wenig die Schattenseiten aufzeigt.

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Eine weitere Geschichte von mir findet ihr etwa in „Smart Lies – alles smart?“, dazu noch Geschichten von 12 weiteren Autorinnen und Autoren, die sich mit dem kleineren und größeren Problemen der Technik-Mensch-Beziehung beschäftigen. Ich wünsche euch eine spannende Lektüre!

Buchpräsentation und Lesung: 3. Dezember 2018, Einlass: 18.30 Uhr, Start: 19 Uhr im Raum D (Museumsquartier, quartier21). Eintritt frei!

Auf kurier.at könnt ihr bis 2. Dezember beim Gewinnspiel mitmachen. Es werden 10 Exemplare verlost.

Feature Image (Symbolbild) by oyjana (CC BY 2.0)

Internet der Dinge: Auswirkungen der Vernetzung

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Ich habe euch, liebe Blogleserinnen und -lesern völlig unterschlagen, dass ich im September auf der “Das ist Netzpolitik!”-Konferenz in der Volksbühne Berlin zu Gast war und über das Thema “Alles vernetzt: Auswirkungen auf die Gesellschaft” gesprochen habe. Ich böse, ich!

Nun, ihr könnt euch aber das Video ansehen und zwar entweder auf YouTube oder auf media.ccc.de, das liebe C3Voc-Team hat die Konferenz, die von netzpolitik.org veranstaltet wurde, gefilmt. Danke an das netzpolitik.org-Team für die Einladung und die wunderbar organisierte Konferenz mit vielen, tollen Vortragenden und Menschen.

netzpolitik-konferenz

Die Kurzfassung des Inhalts
WLAN-Herzschrittmacher, smarte Stromzähler oder Connected Cars: Es gibt bald nichts mehr ohne integrierte Software und Internet-Verbindung. Doch ist es wirklich gut, alles mit dem Netz zu verbinden? Was hat es für Auswirkungen auf die Gesellschaft? Nicht selten geht es um Menschenleben, die aufs Spiel gesetzt werden, nur um den Gewinn zu steigern. Mit ein paar erschreckenden Beispielen möchte ich zeigen, warum man damit mitunter die gesamte Infrastruktur gefährdet und wie ein Mix aus Achtsamkeit, Regulierung und Kunden-Rebellion noch dafür sorgen könnte, dass wir da wieder rauskommen.

Meine Interviews zu dem Thema: Audio, Video und Text
Im Zuge meines Besuchs auf der Konferenz in Berlin habe ich mit Michael Puntschuh, Projektleiter bei Algorithmenethik.de, über das Internet der Dinge, seine Chancen und Gefahren, sowie Lösungsvorschläge, um diese Technologie in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, gesprochen. Hier gibt es das Interview zum Nachlesen.

Der MDR hat ein spannendes Rechercheprojekt zu Datenbrokern gestartet und mich dazu befragt. In dem Beitrag geht es vor allem um den Handel mit unseren Daten. Sogenannte Datenbroker sammeln unsere Daten, kombinieren sie und verkaufen sie an unterschiedliche Kunden weiter. An wen, das ist scheinbar egal. Es geht ums Geschäft. Mich hat das Team zu den Gefahren durch smarte Dinge befragt. Der Beitrag kann hier angesehen werden (Video).

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Und neben Text, Video gibt es auch noch Audio für euch. Mit Chris Köver, Redakteurin bei netzpolitik.org und dem Politikberater Jan-Peter Kleinhans habe ich im netzpolitik.org-Podcast über das Talk-Thema ausführlich geplaudert und auch darüber, wie man was ändern könnte. Es war äußerst spannend, weil Jan-Peter so schön erklärt, was für Auswirkungen die Vernetzung auf IT-Security haben kann. ❤ Den Artikel zum Podcast gibt es hier und den Podcast kann man auch als MP3-Datei runterladen.

Feature Image von Misha Feshchak auf Unsplash