DaSou-Podcast zum Datenhunger von Menstruations-Apps

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Im Juli 2021 war ich zu Gast im DaSou-Podcast und es wurde die “Folge OOIII*:“Hilfe! Mark Zuckerberg, weiß wann ich meine Periode habe!“ mit Barbara Wimmer” produziert.

Hier könnt ihr die Podcast-Folge hören!

DaSou-Podcast mit Barbara Wimmer

Hier gibt es eine schriftliche Zusammenfassung von Aileen Weibeler und Rechtsanwältin Karina Filusch, LL.M. – kleiner Auszug:

Hinter den süßen, pastellfarbenen Logos der gängigen Menstruations-Apps geben Frauen, ohne es zu wissen, ihre Privatsphäre auf. Die Apps suggerieren eine Art Tagebuch zu sein, dem man seine Laune, körperlichen Veränderungen und das Sexualleben, ohne zu zögern mitteilt.

Was passiert mit den Daten?

Durch Push-Benachrichtigungen werden die Nutzerinnen dazu animiert beispielsweise das Hautbild oder, ob man ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, mit der App zu teilen. Daten, die man in der analogen Welt wahrscheinlich mit den wenigsten teilen würde, oder? Ganz genau ist leider nicht zurückzuverfolgen, wo die Daten landen. Das für sich ist bereits sehr intransparent.

Klar ist aber, was Unternehmen wie Facebook mit den Daten anstellen würde: Personalisierte Werbung schalten, um das Konsumverhalten anzuregen.

Die Gesundheitsdaten, die wir freiwillig eintippen sind viel Geld wert, insbesondere bei Schwangeren. Weiß die App, wann die letzte Periode war in der Kombination mit dem Zeitpunkt des ungeschützten Geschlechtsverkehrs, kann die App errechnen, wann ein Kind geboren wird. So begleiten die Algorithmen die Mutter nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch danach. Die personalisierte Werbung zeigt an, was die werdenden Mütter während der Schwangerschaft meinen zu brauchen und die Unternehmen steuern das Kaufverhalten noch danach, wenn das Kind einige Wochen, Monate oder Jahre alt ist und bereits aus der Kleidung herausgewachsen ist.

Late Night Group Therapy über die Machtverhältnisse im Internet

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In der Late Night Group Therapy kommt erstmalig das kollektive Unbewusste in einem Polit-Talk selbst zur Sprache. Schudini The Sensitive aka Susanne Schuda lädt Expert_innen zu den Themen Machtverteilung, Digitalisierung, Klima, Medien und Ökonomie ein. Diese formulieren in einer szenischen Therapiesitzung eine offene Frage. Mit Unterstützung der Repräsentant_innen des kollektiven Unbewussten entwickelt sich daraus ein ergebnisoffener Polit-Talk der besonderen Art.

Im März und April 2021 wurde die Show auf OKTO.TV ausgestrahlt, jetzt gibt es die Show zum Ausleihen auf SpectYou.com. In der Late Night Group Therapy mit Barbara Wimmer dreht sich alles um das Thema Machtverhältnisse im Internet. Als preisgekrönte Netzjournalistin, Vortragende und Buchautorin beschäftigt sie sich seit rund 15 Jahren mit Technik-Themen wie IT-Sicherheit, Überwachung, Netzpolitik, Datenschutz und Privatsphäre.

LATE NIGHT GROUP THERAPY
von und mit Susanne Schuda als Schudini The Sensitive
Nikolaus Firmkranz als Nicht-Carry der Assistent
Peter Szely als die Band
Katrin Bernet, Stefan Loibner, Oskar Maurer, Hannah Menne, Lilli Schandl, Miriam Strasser als die Repräsentant_innen des kollektiven Unbewußtseins

Kamera: Roman Chalupka, Andreas Diem
Regie: Nehle Dick
künstlerisches Gesamtkonzept: Susanne Schuda

Es gibt auch eine tolle Rezension auf DerStandard.at

Podcast-Interviews zum neuen Buch bei Radio Dispositiv und C-Radar

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Ende 2020 ist mein erstes Sachbuch “Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben!” im wunderbaren IT-Fachverlag mitp erschienen. Nun war ich in zwei Radiosendungen zu Gast, und habe mit den jeweiligen Hosts über das Buch gesprochen.

Radio Dispositiv

Herbert Gnauer von Radio Dispositiv schrieb in seine Ankündigung:

“Nach ihrem Debut als Romanautorin im Frühling 2020 hat die Journalistin und Publizistin Barbara Wimmer kurz vor Jahresende noch ein Sachbuch vorgelegt. Beiden Büchern gemeinsam ist das Thema Sicherheit digitaler Technologien. Oder besser: ihr Fehlen. Vernetzte Geräte und Services, deren Funktionsweise kaum je transparent ist, sind aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Auch wer sie selbst nicht nutzt, kann sich spätestens bei Betreten des öffentlichen Raumes nicht mehr entziehen. Mittels anschaulicher Beispiele macht die Autorin sichtbar, wo Gefahren lauern und Probleme liegen, aber auch wie man sich schützen und als Einzelperson zu einer positiven Entwicklung beitragen kann. Und muss. Denn die Perspektiven hängen letztlich von uns allen ab.”

Hier könnt ihr den Podcast mit dem Gespräch von Herbert Gnaurer & mir nachhören oder runterladen.

C-Radar

Mit DJ-Spock von C-Radar, der monatlichen Radiosendung des Chaos Computer Clubs auf Radio Darmstadt, sprach ich dann im Februar. Er schrieb in der Ankündigung:

“Barbara Wimmer stellt ihr neues Buch vor: Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben! Sie kommt aus dem CCC Umfeld in Wien, betätigt sich neben dem Journalismus auch als DJane und ist auf den üblichen Chaos Veranstaltungen zu finden. Nachdem sei eine Reihe von IT-Sicherheitsproblemen insbesondere von den sogenannten IOT, internet of things, also Sensoren und Steuerungs für Licht, Heizung, Autos u.s.w. gesammelt hatte, kam ihr der Gedanke, darüber ein Buch für die normalen Anwender*innen zu machen. Es geht dort auch um Gesichtserkennungssysteme im öffentlichen Raum, Sprachassistenzsysteme und die sensiblen Daten, die viele heute Apps anvertrauen. Nachdem die normalen Anwender*innen inzwischen mehr und mehr auf die IT-Fachleute hören und regelmäßig (Sicherheits-) Updates auf Ihren (mobilen) Geräten einspielen, ist es ihr wichtig weiter Tipps für den Umgang mit diesen neuen technischen Systemen zu geben.”

Hier könnt ihr die Radiosendung mit dem Gespräch von DJ Spock & mir nachhören oder runterladen.

Freut mich, wenn ihr reinhört. Danke für die Einladung an beide! Weitere Interview-Anfragen gerne, denn ich rede sehr gerne über diese Themen. Das Buch gibt es direkt beim Verlag mitp oder in der Buchhandlung eures Vertrauens zu bestellen und zu kaufen.

Clubhouse: Beschwerde bei der Datenschutzbehörde

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Seit 19.1.2021 nutze ich die neue, gehypte, audiobasierte Social-Media-App Clubhouse. Weil ich neugierig bin, technologieaffin, ich “praktisch von selbst” eingeladen wurde und mich zu den Early Adoptern zähle. Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich sehr kritisch bin, was Privatsphäre und IT-Sicherheit betrifft. Dementsprechend habe ich natürlich *nicht* nach dem Login mein Telefonbuch mit der Alpha Exploration Co. geteilt und meine Kontaktdaten erst einmal für mich behalten.

Privacy Policy

Ich las die gesamten AGB und die gesamte Privacy Policy (beides nur auf Englisch verfügbar) durch und stellte fest: Moment mal, da fehlen ganz entscheidende Dinge! Etwa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO oder GDPR, wie sie auf Englisch heißt) und was mit meinen Nutzerdaten eigentlich genau passiert. Wie lange werden diese gespeichert? Was wird alles erhoben? Weiß die App etwa für ewig, wann ich mich wie lange um welche Uhrzeit in welchen Räumen aufgehalten habe? Simpel zusammengefasst: Was wissen die Betreiber von Clubhouse alles über mich?

Auskuntsbegehren

Am 28.1.2021 folgte meine offizielle Anfrage bei den Betreibern von Clubhouse, ich stellte ein Auskunftbegehren – in englischer Sprache und an ihre E-Mail-Adresse. Ihre Post-Adresse hatte ich allerdings auch ausfindig gemacht. Da sie selbst in ihrer Privacy Policy angeben, man solle sich per E-Mail an sie wenden, habe ich das auf diese Art und Weise getan. Es folgte: Keine Auskunft. Bis zu 31 Tagen hat das Unternehmen maximal Zeit, um dieses Auskunftsbegehren zu beantworten. Doch diese Antwort blieb bis zum 28.2.2021 offiziell aus. Und auch danach, falls ich das hier extra dazu sagen muss…

Beschwerde bei der Datenschutzbehörde

Ich wandte mich an noyb.eu, Europäisches Zentrum für digitale Rechte, die mich freundlicherweise bei der Datenschutzbehörde per Vollmacht vertreten. Am 2.3.2021 wurde eine Beschwerde gegen die Alpha Exploration Co. als Betreiber der App Clubhouse eingereicht.

Warum?

Ganz einfach: Ich bin aktive Nutzerin von Clubhouse (ja, ich sehe noch immer fast täglich rein) und ich möchte wissen, was mit meinen Nutzerdaten geschieht. Das ist mein Recht und hat nichts mit Aktivismus zu tun. Ich berichte selbst regelmäßig über Datenschutz-Angelegenheiten und ich vertrete die Meinung, dass sich auch US-Unternehmen an europäisches Recht halten müssen. Wenn Clubhouse in Europa genutzt werden kann, gelten für das US-Unternehmen auch die europäischen Regeln. Wäre das nicht so, wäre es eine krasse Benachteiligung europäischer Start-ups, die ähnliche Dienste an den Start bringen möchten.

Zum Weiterlesen: Ist die gehypte App Clubhouse datenschutzkonform?

“Oh du fröhliche, oh du smarte Welt” #rC3

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Dieses Jahr fand kein Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club in Leipzig statt, sondern die Remote Chaos Experience – im Netz. Fleißige Leserinnen und Leser wissen bereits, dass mich die virtuell geschaffene Welt begeistert hat. Doch ich durfte dieses Jahr auch wieder einen Vortrag halten, und zwar auf der RheinRuhrStage und zwar live und remote. Glücklicherweise hat alles funktioniert, vielen lieben Dank an das engagierte Technik-Team vor Ort!

Nun wurde der Vortrag auch im umfangreichen Archiv von media.ccc.de veröffentlicht und ihr könnt ihn euch runterladen. Wer lieber auf YouTube sehen mag, findet ihn nun auch dort.

Worum gehts?

Neue Technologien sollen unser Leben bequemer und komfortabler machen, doch der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch. Wir werden ohne unser Wissen überwacht, werden zu unmündigen Bürgern. In dem Talk möchte ich euch einen Überblick geben über die Gefahren der Digitalisierung im Alltag und was wir alle tun können, damit neue Technologien nicht uns in der Hand haben, sondern wir sie.

Bei “Oh du fröhliche, oh du smarte Welt” geht es darum, euch aufzuzeigen, was Apps und vernetzte Geräte alles über euch wissen, was mit euren Daten geschieht und wie ihr eure Privatsphäre im Alltag schützen könnt und was wir als Gesellschaft ändern müssen, damit Technologie nicht uns im Griff hat, sondern wir sie! Mitgestalten statt verwalten, so das Motto. Diese Themen werden behandelt: Überwachung und Sicherheitslücken bei Smart Home Systemen, venetztem Spielzeug, digitalen Assistenzwanzen, Apps, aber auch durch Gesichtserkennung.

Plus: Perspektiven zur digitalen Selbstbestimmung und Mitgestaltung von Technologie. Die Beispiele und Strategien, die ich euch präsentiere, habe ich im Buch “Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben!” (erschienen 2021 im mitp Verlag) gesammelt.

Warum ?

Mein Ansatz ist der, dass ich möglichst viele Menschen dazu ermutigen möchte, sich damit zu beschäftigen, was Technologie kann, ausnutzt und macht. Nicht jede und jeder muss gleich mit dem Programmieren anfangen, aber nur wenn man weiß, was Technologie tut, kann man selbstbestimmte Entscheidungen treffen. “Wir müssen uns alle bewusst damit efassen, statt darauf zu vertrauen, dass es „die anderen“ tun!” Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass es Usus sein darf, dass Unternehmen die Gesetze brechen. “Wir brauchen eine bessere Rechtsdurchsetzung bei der Datenschutzgrundverordnungen, um illegale Praktiken zu unterbinden.”

Danke fürs Zuhören!

Wie Menstruations- und Dating-Apps Daten weitergeben (Audio und PDF)

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Beim 51. Netzpolitischen Abend AT Anfang Januar 2021 habe ich einen Vortrag darüber gehalten, wie Menstruations- und Dating-Apps Daten weitergeben. Dazu gibt es nämlich auch ein ausführliches Kapitel in meinem Buch “Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben!“, gerade frisch erschienen im mitp Verlag.

Vom Vortrag gibt es nun eine Zusammenfassung, die ihr auch als Audio im cba-Archiv anhören oder runterladen könnt. Es gibt allerdings auch die ungekürzte Original-Fassung als Audio, ebenfalls zum Anhören oder Runterladen.

Zur weiteren Vertiefung in die Materie: Hier ist die jüngste Studie von Privacy International dazu und hier ein Link zur Studie Out of Control.

Conclusio

Mein Ansatz ist der, dass ich möglichst viele Menschen dazu ermutigen möchte, sich damit zu beschäftigen, was Technologie kann, ausnutzt und macht. Nur wenn man das weiß, kann man selbstbestimmte Entscheidungen treffen. “Wir müssen uns alle bewusst mit Technologie befassen, statt darauf zu vertrauen, dass es „die anderen“ tun!” Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass es Usus sein darf, dass Unternehmen die Gesetze brechen. “Wir brauchen eine bessere Rechtsdurchsetzung bei der Datenschutzgrundverordnungen, um illegale Praktiken von App-Hersteller zu unterbinden.”

Abhängen in der #rC3world am #rC3

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Natürlich hatte ich mir ein Ticket für die Remote Chaos Experience (#rC3), den virtuellen Congress des Chaos Computer Club (CCC), geklickt. Erwartet hatte ich mir allerdings nicht viel (außer wie immer spannende Talks, aber die sind im Regelfall nur der halbe “Spaß”). In der Zwischenzeit hatte ich wochenlang jeden Abend an meinem Talk gefeilt, mir einen frühen Testtermin mit meiner Stage ausgemacht, damit ich sicher sein konnte, das alles klappen wird. So sicher man sich halt sein kann, wenn eine Internet-Verbindung involviert ist. Mit dem Talk auf der Remote-Rhein-Ruhr-Stage hat alles geklappt. Und mit der #rC3 auch. Diese hat mich enorm überrascht – im Positiven.

Schon das offizielle #rC3-Opening machte mich neugierig, doch ich nahm mir Zeit und klickte mich erst am Abend erstmals in die #rC3world hinein. Da war Vieles in der 2D-Welt noch im Aufbau, es kamen zahlreiche Error-Meldungen und so richtig warm wurde ich erst einmal nicht. Doch das änderte sich rasch – und zwar in dem Moment, als ich das erste Mal in einem Bällebad saß. Ich konnte mich zurück erinnern an den Moment, an dem ich auf einem Chaos Communication Congress (noch in Hamburg) zum ersten Mal das Bällebad betreten hatte. Es war ebenfalls später Abend gewesen, und es war weit unbequemer als ich mir vorstellen konnte. Aber ein Erlebnis. Ein unvergessliches. Genauso war es auch in der #rC3world – mit dem Unterschied, dass es dort Bällebäder praktisch an jeder Ecke gab.

Abhängen im Bällebad

Eine Verabredung mit “Treffen wir uns im Bällebad?” war unmöglich. Es folgte die Frage: “Welches denn?” Dennoch wurde bei mir eines dieser vielen Bällebäder (nämlich jenes im Wiener Hackerspace Metalab) zum fixen Ort für Treffpunkte. Ich saß mehrere Abende dort, um zufällig oder absichtlich mit Menschen über den Jitsi-Client zu kommunizieren, uns gegenseitig ins Wohnzimmer zu blicken, und uns auszutauschen. Über das letzte Jahr, netzpolitische Ereignisse, Computerkram, Quarantäne-Katzen, u.v.a. – was man halt so spricht.

Dabei entstand es wieder, das unbeschreibliche Gefühl, das mich an meine ersten Chats im Internet im Jahr 1997/98 erinnerte. Lange war es her, dass ich mich so gefühlt hatte. So zusammen, so nahe, obwohl ortstechnisch soweit entfernt. Und ja, ich nutze auch sonst Videokonferenzen und Messaging-Dienste. Aber es ist nicht dasselbe. Der Unterschied liegt vielleicht darin, dass in der #rC3world die virtuellen Avatare aus der Community bewusst zusammengetreten waren, damit sie überhaupt miteinander kommunizieren können. Das ist, wie wenn man sich verabredet und trifft.

Weiterentwicklung in 4 Tagen

Allerdings lebte die #rCworld Experience auch davon, dass man mit völlig Unbekannten zusammentreffen konnte, in dem man sie einfach ansprach. Am dritten Tag beschloss ich unter Tags einfach mal so, meinen Avatar in einer Hängematte unter Palmen abhängen zu lassen. Ungefähr einmal pro Stunde kam jemand vorbei und wollte quatschen. Manchmal war es ein Fragen nach dem Weg, manchmal aber auch eine kurze Plauderei. Einmal besuchte mich eine Katze, die gerade von ihrer Besitzerin gestreichelt wurde. Ein andermal war es ein Stofftier, das mit mir plauderte. Die Alpaka-Wiese war eines Abends auch der Treffpunkt vieler zufälligen Begegnungen. Zu späterer Stunde wurden die Whiskey-Flaschen und merkwürdige Alkoholika ausgepackt, und alles in den Wohnzimmern blinkte in LED-Farben.

Konnte ich mich am ersten Abend in der #rC3World noch problemlos bei der Fairydust verabreden, wuselte es am Tag 4 dort nur so vor Menschen. Die #rC3World hatte sich binnen dieser 4 Tage außerdem komplett verwandelt, wie es auch der Congress immer tut. Hacker*innen lieben es, zu basteln und Dinge zu tun. So gab es bald Badges, Keller, Labyrinthe, Piratenschiffe, Kaffeehäuser, und Matekisten zum Drüberstolpern. Es wurden Workshops in Jitsi-Räumen der einzelnen Assemblies abgehalten, man musste sich – wie am Congress – entscheiden, ob man denn jetzt lieber in die Lounge geht, doch einen Talk hört, oder sich mit netten Menschen trifft. Während ich schlief, träumte ich in der Nacht von Treffen in der #rC3world und wäre am liebsten noch viel mehr Menschen begegnet.

Der #rC3world machte die Remote Chaos Experience lebendig, spannend und es war nahe dran am physischen Congress. Das Erlebnis hat meine Erwartungen bei weitem übetroffen und am Ende fühlte ich mich nach vier Tagen genauso, wie jedes Jahr: Ich war traurig, dass es vorbei war. Danke an alle, die dies möglich gemacht haben in einem derartig außergewöhnlichem Jahr.

Die Talks findet ihr unter media.ccc.de – sie stehen frei zur Verfügung und können ohne Ticket angesehen werden, 365 Tage im Jahr.

Persönliche Gedanken zum “Freitesten”

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In Österreich soll man bald bestimmte Erleichterungen erlangen, wenn man sich „Freitesten“ lässt. Dafür will die Regierung eigens das Gesetz ändern und versucht diese Änderungen gerade mit einer nur dreitägigen Begutachtungsfrist über die Silvesterfeiertage durchzudrücken. IT-Probleme verhinderten am vorletzten Tag allerdings, dass man Stellungnahmen einreichen konnte.

Mediziner warnen immer wieder vor dem Prinzip des „Freitestens“ mit den eingesetzten Antigentests. Was nämlich bisher kaum kommuniziert wurde und was die Mediziner wissen: Antigentests werden erst bei einer relativ hohen Viruslast positiv und erfassen damit Infizierte nicht, deren Infektion erst am Beginn steht.

Antigen-Tests als “Blackbox” bei Gesunden

Damit unterscheiden sich Antigentests von PCR-Tests, die bereits zwei Tage vor Ausbruch einer Covid-19-Erkrankung diese mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkennen können. Antigentests sind gut darin, Erkrankte, die bereits Symptome haben, zu identifizieren.

Hat sich jemand also gerade frisch angesteckt, erkennt der Antigen-Test die Covid-19-Erkrankung eigentlich erst dann so richtig, wenn jemand erste Symptome aufweist. Somit macht ein Test bei Personen, die sich völlig gesund fühlen, nur relativ wenig Sinn. Die Antigen-Tests wurden ursprünglich auch nur für den Zweck entwickelt, um Erkrankte schnell aus dem Verkehr zu ziehen – damit diese nicht tagelang auf ein Ergebnis warten müssen, sondern innerhalb von 15 Minuten wissen, dass sie an Covid-19 erkrankt sind.

Ein Zitat aus dem Standard vom 24.11.2020: „Günter Weiss, Innsbrucker Infektiologe und Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, der selbst in der Taskforce sitzt, sagt. Ob und wie die Tests auch bei Menschen ohne Symptome anschlagen, sei weitgehend eine „Blackbox“.“

Mir wurde nun kürzlich ein Beispiel zugetragen von einer Person, die mit einem Infizierten in Kontakt (also K1) war, sich vor Weihnachten testen hat lassen mit einem Antigen-Test. Dieser war negativ und die Person fuhr im Anschluss zur Familie. Wenige Tage danach brachen Symptome aus.

Man könnte jetzt schimpfen: Verantwortungslos. Es weiß doch jeder, dass Covid-19 eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen hat. Als K1 hätte er nie mit anderen in Kontakt treten dürfen. Stimmt, als K1 (Kontaktperson 1), so die Annahme, weiß man mittlerweile, wie man sich verhalten soll: Zu Hause bleiben und sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Auch ohne behördliches „Contact Tracing“.

Gefühl der falschen Sicherheit

Wenn allerdings von der öffentlichen Seite kommuniziert wird, dass man sich bald „Freitesten“ kann, bald das Wirtshaus besuchen, oder eine Kultur-Veranstaltung, mit einem negativem Testergebnis in der Tasche, führt dies dazu, dass sich immer mehr Menschen in falscher Sicherheit wiegen und die anderen Regeln, die wir in den vergangenen Monaten gelernt haben, plötzlich ignorieren oder vergessen. Selbst der Satz „Das ist nur eine Momentaufnahme“ – hilft hier nicht viel, weil sich die wenigsten darunter etwas vorstellen können.

„Freitesten“ wird, wie das Beispiel zeigt, dazu führen, dass Menschen sich wieder argloser im öffentlichen Raum bewegen werden, die Maßnahmen nicht mehr so ernst nehmen, sich sorgenfrei verhalten – in einem falschen Glauben, dass das „negative“ Testergebnis in ihrer Tasche sie schützt. Dabei wurde der Test eigentlich zu einem völlig anderen Zweck entwickelt – Menschen mit Symptomen schneller zu untersuchen.

Der große Teil der Bevölkerung hat aber nicht schnell mal eine Ausbildung zum Epidemiologen gemacht und kann nur dem vertrauen, was kommuniziert wird. Meiner Meinung nach bewegen wir uns daher in eine falsche Richtung. Es wird dadurch ein Bild der vermeintlichen Sicherheit geschaffen, das diese Tests eigentlich laut Medizinern gar nicht hergeben.

Wer sich einen guten Überblick verschaffen möchte über die Grundlagen zu Corona und Covid-19, und was die unterschiedlichen Tests wirklich können, empfehle ich diesen Talk von Dr. Elisa Stein vom „Remote Communication Congress“. (Bemerkung am Rande: Sie erklärt übrigens auch, warum wir so wenig von Virologinnen hören zu dieser Causa.)

Auszüge aus dem neuen Buch

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Auf meinem Buch “Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben” steht als Erscheinungsdatum 2021 drauf. Seit knapp vor Weihnachten gibt es das Werk, erschienen im mitp-Verlag, im Handel. Worum es geht, gibt es hier zum Nachlesen. Das Buch hat 272 Seiten und ist als E-Pub sowie als Print-Buch (klimaneutral gedruckt) mit der ISBN-Nummer 9783747501641 im gut sortierten Buchhandel erhältlich. Leseproben findet ihr hier (PDF).

Im Zuge der Veröffentlichung erschienen auch bisher zwei Gastbeiträge zum Reinschmökern, die ich hiermit verlinken möchte:

Internet der Dinge: Die Produkte gehören gar nicht uns – erschienen auf netzpolitik.org
Ein Fairtrade-Gütesiegel für vernetzte Produkte – erschienen auf futurezone.at

Smart Homes – Gefahr oder Segen? (ORF2)

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Anlässlich des Buchstarts von “Hilfe, ich habe meine Privatsphäre aufgegeben!” war ich heute bei der ORF2-Sendung “Aktuell um Eins” als Studiogast eingeladen.

Hier ist der Beitrag zu Smart Homes.
Und hier geht es zum Studio-Interview mit mir.

Wie kommt ihr zu meinem Buch?
Es ist direkt beim Verlag erhältlich, aber ihr könnt es mit der ISBN Nummer (978-3-7475-0164-1) und dem Namen/Titel auch in jeder Buchhandlung eures Vertrauens bestellen. Es gibt selbstverständlich auch eine E-Book-Version davon (E-Pub sowie Kindle).

Eine LESEPROBE (PDF) gibt es selbstverständlich auch – da seht ihr das Inhaltsverzeichnis, das Stichwortverzeichnis sowie meine Motivation, das Buch zu schreiben (Vorwort an alle Leserinnen und Leser).