Mediana: Was braucht ein öffentlich-rechtlicher Algorithmus?

Auf der #Mediana18, eine Konferenz, die sich mit dem demokratischem Auftrag von Medien beschäftigt hat, habe ich im Mai mit Mustafa Isik (Bayrischer Rundfunk) und Jan-Hendrik Passoth (Digital Media Lab @ MCTS, Technische Universität München) in einem Panel über Algorithmen diskutiert, und wie diese aussehen könnten, wenn sie in öffentlich-rechtlicher Hand sind.

Hier gibt es die Diskussion auf DorfTV nachzusehen:
//www.dorftv.at/embed/29285

Warum ist das wichtig?
Das Thema mag zuerst einmal etwas abstrakt klingen. Doch wenn man genauer darüber nachdenkt, werden uns viele Entscheidungen heutzutage von Algorithmen abgenommen – und zwar nicht nur, wenn man Social-Media-Dienste nutzt. Auch die Medienlandschaft verändert sich. Traditionelle Leitmedien wie TV verlieren an Bedeutung, Algorithmen und kommerzielle Interessen haben immer mehr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse. Gleichzeitig wird der öffentlich-rechtliche Sektor aktuell europaweit in Frage gestellt.

Es gibt viel zu entscheiden
In dem Panel ging es einerseits darum, mal aufzuzeigen, dass der Wandel nicht “in der Zukunft” spielt, sondern bereits stattgefunden hat, und gleichzeitig – ganz “visionär” – bereits Modelle für öffentlich-rechtliche Algorithmen zu entwickeln und worauf da geachtet werden muss. Die reine Offenlegung von Algorithmen, damit Transparenz herrscht, bringt etwa den Nutzern von Medienangeboten wenig. Diesen müssen vielmehr nachvollziehen können, wie der Algorithmus zu der Entscheidung gekommen ist, ihnen jetzt genau *diesen* oder *diesen* Inhalt vorzusetzen. Erprobt wird derzeit auch, ob es bei politischen Inhalten Sinn macht, Menschen auch etwas gezielt vorzusetzen, was nicht ihrer “Filterblase” entspricht.

Es war eine sehr spannende Diskussion und ich würde mir wirklich wünschen, dass der Diskurs auch in Österreich zu diesem Thema fortgesetzt wird und sich hier verantwortliche Entscheidungsträgerinnen und -träger den Input von Deutschland schnappen.

Medienenquete ohne Visionen
Bei der Medienenquete, die diese Woche in Wien stattfindet, fehlt mir dieser visionäre Blick in eine öffentlich-rechtliche Zukunft, bei der auch Algorithmen eine große Rolle spielen werden, leider komplett. Und das, wo schon jetzt viele Menschen angeben, die redaktionelle Kuratierung der Inhalte durch Algorithmen gegenüber der von Menschen bevorzugen (Quelle: Reuters Digital News Report).

Die von mir präsentierten Zahlen habe ich aus folgenden zwei Studien:

Und natürlich ist die gesamte Mediana eine große, inhaltliche Bereicherung gewesen. Ihr solltet daher bei Interesse auch die restlichen Beiträge auf DorfTV nachsehen.

re:publica 2018 – meine drei Lieblingsvideos

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Anfang Mai 2018 fand in Berlin erneut die re:publica statt und ich bin euch noch – sowie im vergangenen Jahr – meine drei Lieblingsvideos schuldig. Die diesjährige Ausgabe der Internet-Konferenz stand unter dem Motto “POP”.

re.publica-2018

Neben der sehr empfehlenswerten Keynote von der Sozialforscherin Danah Boyd, die über die Macht von Algorithmen in einer vernetzten Welt und mögliche Strategien, um die Diktatur der Daten zu unterminieren, sprach, gab es noch dutzende weitere Inputs, die mich inspiriert oder bewegt haben. Drei davon möchte ich mit euch teilen:

Hacking Cities for Sustainability

Besonders bewegt hat mich Lars Zimmermann, der über “why and how to hack cities for sustainability” gesprochen hat. Oft sind wir so in einem “System unserer Imagination” gefangen, dass wir es nicht schaffen, über den Tellerrand zu blicken. Als Beispiel bringt er die Entwicklung eines neuen Haar-Shampoos. Fast jedes Shampoo wird in einer Plastikflasche in den Handel gebracht. Wie soll man also bei der Entwicklung eines neuen Shampoos daran denken, dass man aus diesem Konzept auch ausbrechen kann und das Shampoo in einen anderen Behälter stecken? Für Zimmermann ist klar: Diese Gedanken lassen sich hacken – und damit seine Taten und folglich auch seine Ideen dafür, Städte nachhaltiger zu gestalten. Seht euch seinen Talk an, bitte. Er ist großartig.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/xdgGMJYK60s

Anatomie eines Shit-Tsunamis

Die nächste Empfehlung meinerseits ist der Talk von Richard Gutjahr, der nach der Berichterstattung von dem LKW-Terroranschlag in Nizza sowie dem Amoklauf von München mitsamt seiner Familie ins Visier von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Neonazis geriet. In seinem Talk erzählt er, was er und seine Familie danach alles durchmachen musste. Die Geschichte lässt niemanden kalt. Garantiert.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/MXc02u_e5bE

Macht der Sprachbilder und Framing

Der dritte Talk, den ich jedem hier ans Herz legen möchte, stammt von Elisabeth Wehling, Bestsellerautorin des Buches “Politisches Framing” und Forscherin zu Sprache und unbewusster Meinungsbildung. Ihr Talk über die “Macht der Sprachbilder” zeigt schön auf, dass politische Entscheidungen nicht auf Fakten beruhen, sondern auf Frames. Das sind Deutungsrahmen im Gehirn, die über Sprache aufgerufen und zugleich gefestigt werden, und zwar ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen. Das sollte sich jeder Mensch bewusst machen. Es wird von den Mächtigen dieser Welt genutzt. Nach diesem Vortrag werdet ihr ganz anders über die Beeinflussung von Wahlen denken als vorher. Bestimmt.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/3tuaXaXJ02g

Und wen meine Lesung aus “Smart Lies, alles smart?”, die ich auf der re:publica gehalten habe, interessiert, kann alles dazu in diesem Blogposting nachlesen und -hören/sehen. In diesem Sinne: Habt es fein! Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Tipps inspirieren. ❤

Die Videos meiner beiden Lesungen aus “Smart Lies, alles smart?”

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Grazer Linuxtage
Ende April haben in Graz die Linuxtage stattgefunden. Sie waren liebevoll programmiert und organisiert. Ein großes Dankeschön! Die Vorträge wurden alle vom C3Voc, dem Video-Team des Chaos Computer Club, aufgezeichnet und waren teilweise noch am selben Tag online. Auch hier ein großes Dankeschön!

Die Lesung als Video
Ich habe bei den Grazer Linuxtagen eine Lesung zur Anthologie “Smart Lies – alles smart?” gehalten. Hier gibt es die Aufzeichnung davon:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/B4fNFOBf2-w

Alternativer Link zum media.ccc.de Server:
https://media.ccc.de/v/GLT18_-_329_-_de_-_g_ap147_004_-_201804280955_-_smart_lies_-_alles_smart_-_barbara_wimmer/oembed

re:publica in Berlin
Nur wenige Tage später bin ich weiter nach Berlin gereist, um dort auf der Netz-Konferenz re:publica die Kurzgeschichten aus der Sammlung, die im Herbst 2018 bei der edition mono erscheinen wird, erneut (in nur leicht veränderter Form, ich geb’s zu!) vorzutragen.

Das geschah in einem für mich ganz besonderen Setting: “Stage 9” war eine sogenannte “Silent Stage”, ergo das Publikum hatte Kopfhörer auf und verfolgte die Lesung über diese. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass man dabei jeden Atemzug von mir wahrnehmen und jeder Verhaspler besonders auffallen könnte, aber das liebe Publikum hat gemeint, es war audio-mäßig perfekt eingestellt und sie mochten die “Silent Stage”, weil man sich da besonders gut auf den Inhalt konzentrieren konnte. Danke, liebes re:publica-Audio–Team!re-publicaAuch bei der re:publica gab es ein Super-Video-Team, das die Lesung (und fast alle anderen Vorträge und Workshops) aufzeichnete. Ihr könnt jetzt also wählen, ob ihr euch den Mitschnitt aus Graz oder aus Berlin anhören wollt. Denn auch diesen verlinke ich hiermit hochoffiziell:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/qVZFLY-xqN8

Beitrag bei MDR Kultur
Kais Harrabi von MDR Kultur fand das Thema – und die Beispiele, was alles im vernetzten Alltag alles schief gehen kann – spannend und hat mich auf der re:publica dazu interviewt. Den vierminütigen Beitrag “Die Verheißung der Vernetzung” könnt ihr hier online nachhören.

Meine erste Keynote beim Linux-Infotag Augsburg

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Ich darf kommenden Samstag, 21. April 2018, auf der Hochschule Augsburg, Fakultät für Informatik, meine erste Keynote halten. Sie dreht sich um die Frage, was zu viel Vernetzung für die Gesellschaft bedeutet und wo die größten Unsicherheitsfaktoren stecken.

Auszug aus meiner Ankündigung für den Eröffnungsvortrag:

“Euch erwarten aktuelle Beispiele aus dem Jahr 2018 von Datenschutz- und IT-Sicherheitsversagen aus dem Bereich Internet der Dinge (IoT), die ich im Zuge meiner Arbeit als Journalistin sammle. Was bedeutet ein Internet der unsicheren Dinge für die Gesellschaft? Was bedeutet es für unsere Privatsphäre? Und – was für Alternativen gibt es?”

Ich freue mich, wenn ihr daran teilnehmt und euch für das Thema interessiert. Es gibt aber auch viele weitere Vorträge und Informationsstände rund um Linux, Open-Source und kreative Anwendungen von Technik, Wissenschaft und Bildung.

Update (Mai, 2018): Die Keynote ist jetzt auf YouTube als Video verfügbar:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/euNRztv4Ubk

Lesung
Ansonsten komme ich auch noch bald nach Graz zu den Linuxtagen und nach Berlin zur re:publica, allerdings, um dort die von Günther Friesinger und mir im Herbst zu publizierende Kurzgeschichtensammlung “Smarte Lügen – alles smart?” in einer Lesung zu präsentieren.

Falls jemand Interesse daran hat, diese Lesung oder meinen Vortrag zur zunehmenden Vernetzung und den Gefahren für die Gesellschaft auch in seine Nähe zu bringen, könnt ihr mir gerne eine Mail-Anfrage (shroombab – at – gmx – dot – at) schicken.

20 Jahre female:pressure

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Susanne Kirchmayr, international erfolgreich als DJ und Producerin unter dem Künstlernamen Electric Indigo, hat 1998 female:pressure gegründet. Die Internet-Datenbank umfasst heute 2090 Artists aus 74 Ländern – und feiert 2018 ihren 20. Geburtstag. Derzeit gibt es “limited edition”-Geburtstags-T-Shirts zu kaufen, noch bis Mitte April könnt ihr hier zuschlagen.

Meine persönliche Geschichte
Ich bin bereits relativ früh zu female:pressure gestoßen: 1998 war das Jahr, in dem ich mit dem Auflegen begonnen habe. 1999, ein Jahr nach der Gründung der Datenbank, die dazu geschaffen wurde, um Frauen in der elektronischen Musik sichtbarer zu machen, empfand ich meine Fähigkeiten als “gut genug”, um mich in die Datenbank aufnehmen zu lassen.

Im Sommer 1999 folgte mein erster Gig, denn durch die Initiative female:pressure wurde mein Vorhaben, mich als DJ zu etablieren, von Anfang an ernst genommen. Nun ja – Tausende Gigs in Großbritannien, Deutschland, Schweiz, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Tschechischer Republik, Kroatien, Serbien, Romänien, Frankreich, Italien, Belgien, Russland, Polen, Estland, Spanien, USA und Südafrika folgten 🙂

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v.l.n.r. Pandora, Lighta, Dorka, Shroombab, Electric Indigo

Für mich hat female:pressure daher sehr viel Positives bewirkt und das Internet spielte bei meiner Vernetzung in der DJ-Branche von Anfang an eine große Rolle. Anfang 2000 feierte female:pressure im legendären Wiener U4 eine Party, bei der ich erstmals vor einem größeren Publikum spielte und mich motivierte, im Herbst darauf mit meiner eigenen Partyreihe zu starten. Female:pressure half mir daher vor allem auch dabei, mir Dinge zuzutrauen, an mich zu glauben, und sie “einfach zu tun”. Dinge, die ich jetzt Jahre später im DIY- und Karriere- und Creative-Industry-Umfeld bei Hackerclubs wie dem Metalab sowie dem Verein Sorority wiedergefunden hatte.

female-pressure
Die Künstlerinnen, die auf der open:sounds CD vertreten waren.

Doch nicht nur DJing, auch Produzieren wurde meine Leidenschaft. female:pressure brachte rund um 2006 mit open:sounds eine CD heraus, die die verschiedenen Styles und Werke der Wiener Künstlerinnen und Musikproduzentinnen im Bereich der Electronica zusammenfasste. Ich war sehr stolz darauf, weil ich meine beigesteuerten Stücke komplett selbst konzipiert, produziert und programmiert hatte. Es war schön, zu sehen, dass man damit als Künstlerin nicht alleine war. Ich höre mir die CD nach wie vor regelmäßig an, liebe Kolleginnen, und zuletzt habe ich sogar noch ein Exemplar verschenkt 🙂

Danke, Electric Indigo! Und happy birthday, female:pressure!

Wie das Internet der Dinge unsere Privatsphäre unterwandert – das Video von der #PrivacyWeek

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Mein Talk “Wie das Internet der Dinge unsere Privatsphäre unterwandert” von der Privacy Week des Chaos Computer Club Wien aus dem Oktober 2017 ist nun online verfügbar und kann als Audio und/oder Video hier runtergeladen und/oder gestreamt werden.

Der Inhalt kurz zusammengefasst:
Es mag bequem sein, mit einer App das Licht im Wohnzimmer zu dimmen, mit einem Button Klopapier bei Amazon nachzubestellen, oder sich von Alexa den Wetterbericht vorlesen zu lassen. Doch die Bequemlichkeit hat ihren Preis. Das „Internet der Dinge“, das eine immer größere Vernetzung in den Alltag bringt, gefährdet unsere Privatsphäre.

Anschließend an meinem Talk „Privacy Fails“ vom vergangenen Jahr möchte ich euch dieses Jahr über eine weitere Entwicklung erzählen, die unsere Privatsphäre gefährdet. Heutzutage werden immer mehr Dinge mit dem Internet verbunden, die dies eigentlich gar nicht nötig hätten. Zahnbürsten zum Beispiel. Vibratoren. Oder Weinflaschen. All diese Dinge sind im Netz.

Doch wer überprüft, ob diese wirklich sicher sind? Viele Hersteller dieser Dinge kümmern sich in erster Linie um ihr Geschäft und darum, die Produkte schnell auf den Markt zu bringen, und weniger um die Sicherheit. In meinem Talk möchte ich einige Beispiele aufzeigen und erklären, warum dies zum Problem für uns alle wird.

Dann stellt sich noch die Frage: Woher weiß man, dass die vernetzten Geräte nicht permanent mitlauschen, oder Daten leaken? Viele davon tun dies. Denn ohne die umfassende Erfassung und Verarbeitung schier unvorstellbarer Datenmengen lassen sich viele Annehmlichkeiten, die sie uns versprechen, technisch gar nicht bewerkstelligen. Doch je mehr Informationen über uns gesammelt werden, desto mehr wird das Konzept vom „offline sein“, also von „allein“ und „privat“ sein, abnehmen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass wir immer mehr die Kontrolle darüber verlieren, welche Informationen über uns eigentlich gesammelt werden. Doch wie kommen wir da wieder raus?

-> Ja, wer das wissen will, sieht sich am besten das Video an. Es ist auch für Einsteiger empfehlenswert, die sich noch nie mit der Materie auseinander gesetzt haben. Hier gibt es noch eine von mir zusammengestellte Linkliste aller Quellen, auf die ich im Vortrag referenziere. Ihr könnt mich gerne anschreiben, wenn ihr Näheres wissen wollt, noch Fragen oder Lösungsvorschläge habt oder den Vortrag gern auf eurer Veranstaltung hören würdet.

Auf der Privacy Week haben auch ganz viele andere engagierte Menschen Vorträge rund um das Thema Privatsphäre gehalten. Die gibt es jetzt ebenfalls im Medien-Archiv des CCC als Videos zum Nachsehen.

Die Autorinnen und Autoren von der Anthologie “Smart Lies – alles smart?”

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Ihr könnt euch noch an meine Ausschreibung zur “Short Story”-Anthologie “Smarte Lügen – alles smart?” erinnern, die ich gemeinsam mit Günther Friesinger im Verlag mono herausgeben werde? Die wird 2018 erscheinen.

Als kleinen Teaser darf ich euch schon mal verraten, welche Autorinnen und Autoren dabei sein werden:

Nina Dreist
Nina Dreist, geboren 1961, ist selbstständige Farb- und Stilberaterin. Sie studierte Psychologie und hat daneben noch mehrere Ausbildungen absolviert. Unter anderem ist sie NLP-Master-Practitioner, staatlich geprüfte Pharmareferentin, Klinischer Monitor und Colour-Me-Beautiful Consultant. Ihr Lieblingsgenre ist Chick-Lit für Frauen der Generation 50+, durch ihre Neugier auf unterschiedliche Kulturen gelegentlich auch romantische Mystery, sowie (meist schräge) Kurz- und Kürzestgeschichten.
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Peter Alscher
Begonnen hat für mich alles mit der Musik, dann hat es mich zur Grafik gezogen und nun bin ich beim Wort gelandet. Wenn es mir damit gelingt aus Silben Bilder und Melodien im Kopf zu erzeugen, gelingt, der Zeit ein Stück aus den Rippen zu schneiden, es mit meinem Herzblut zu ersetzen und sie so dem Leser zu vertreiben – was kann es Schöneres geben? Peter Alscher, geboren und lebhaft in Wien, Grafiker, Werbeagenturinhaber, Hobby-Schlagzeuger, Songwriter, Buchstabenfetischist.
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Judith Leopold
80er-Jahre-Kind. Wurde als Baby vom Tipp-Geräusch einer Schreibmaschine in den Schlaf gewiegt. Studierte Komparatistin. Onlineredakteurin bei einer österreichischen Tageszeitung. Ihre Lyrik wurde unter anderem in der Literaturzeitschrift “Keine Delikatessen” veröffentlicht. Lebt mit Mann und Nachwuchs in Wien.
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Josef Wukovits
Manager in einem internationalen Elektronikkonzern. Autor. Vortragender. Tagebuch über humanitären Einsatz für Ärzte ohne Grenzen im Südsudan (veröffentlicht 2003 im Vier-Viertel-Verlag). 2009 Studium der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Studienaufenthalte in Namibia. Autobiografisches Sachbuch über Feldforschung bei den „Buschmännern“ in Vorbereitung.
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Manfred Huber
Journalist, Blogger und zweifacher Vater aus Wien. War viele Jahre Videospieljournalist in Österreich und Deutschland und zuletzt Chefredakteur des Computermagazins E-MEDIA. Schreibt aktuell als freier Autor für diverse Technik-Medien. In seiner Freizeit verbringt er zu viel Zeit in VR und bloggt darüber unter http://www.godoculus.at
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Markus R. Leitgeb
Geboren und aufgewachsen in Klagenfurt, damals noch nicht am Wörthersee. Studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Alpen-Adria-Universität und war parallel als Journalist tätig. Lebt heute in Wien und befasst sich im Brotberuf mit Unternehmenskommunikation. 2017 erschien sein erster Unterhaltungsroman „Zeitungssterben“ im Gmeiner-Verlag.

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Anna Noah
Jahrgang 1979, ist studierte Linguistin und Sinologin. 2005 war sie Gastautorin in Charles Lee Taylors Buch Reflections: A Poetic Approach II. Kurztexte verschiedener Genre sind in den Anthologien erschienen.
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Katharina Dierl
Lebt und arbeitet in Wien.
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Regine Zawodsky
Geboren 1948 in Wiesbaden, aufgewachsen in Wiesbaden und Freiburg. Nach der Matura 1968 nach Wien übersiedelt. Studium der Physik an der Universität Wien. Nach dem Magisterabschluss in Physik in Wien am Patentamt gearbeitet, mit Schwerpunkt Medizintechnik. Bereits in Pension, arbeitet sie an einem Buch, das die Missverständnisse zwischen deutschem Deutsch und österreichischem Deutsch humorvoll auf die Schaufel nimmt.
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Klaudia Zotzmann-Koch
lebt und schreibt in Wiener Kaffeehäusern, wenngleich ihre Geschichten in Norddeutschland, England oder in ganz anderen Welten spielen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich im Chaos Computer Club für digitale Bildung, Medienkompetenz und Netzpolitik und gibt Workshops zu Data Privacy, sicherem Recherchieren im Netz und Quellenschutz.
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Caroline Klima
Autorin, Lektorin, Leiterin einer Grafik- und Illustratorenagentur. Studierte Historikerin, ausgebildete Kommunikationstrainerin, arbeitet und lebt mit Mann, Hund und Kindern in Wien. Übersetzte zahlreiche englische Fachbücher (Geschichte, Psychologie, Tiere), schrieb viele Jahre Erotik-Kolumnen (evolver, lustschmerz, aon, wiener), entwirft bald ebenso lang Rätselkrimis für Schülercomics und verfasste mehrere alltagshistorische Bücher und Anekdotensammlungen. Traumjob: Dafür bezahlt zu werden, ständig etwas Neues zu lernen. Geschafft!
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Barbara Wimmer
Journalistin, Autorin, Vortragende und Moderatorin aus Linz. Studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Lebt in Wien. Schreibt seit dreizehn Jahren bei tagesaktuellen Print- und Online-Medien in Österreich über Netzpolitik, Datenschutz und IT-Sicherheit. Derzeit bei der Tageszeitung KURIER und dem Online-Portal futurezone.at. Erster Roman namens “Der Crash” in der Pipeline.
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Foto Credit: Klaudia Zotzmann-Koch

Roman plotten: Von der Idee bis zur Umsetzung

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Ihr habt euch schon immer mal gefragt, wie ein Roman, Krimi oder Thriller eigentlich entsteht und ob es da mehr gibt, als eine „erste Idee“, bevor man mit dem eigentlichen Schreiben beginnt? Das ist von AutorIn zu AutorIn unterschiedlich. Es gibt unterschiedliche Schreibtypen. Und diese „Plotten“, so nennt man das Entwicklen einer Handlung, jeweils unterschiedlich. Laut dem Beststeller-Autor „Randy Ingermanson“ (Writing Fiction for Dummies) gibt es vier Versionen:

Seat-of-the-pants
Dieser Autorentyp schreibt einfach drauf los, ohne zu planen und zu überarbeiten.

Edit-as-you-go
Dieser Autorentyp schreibt eine Szene, dann überarbeitet er diese. Erst dann geht es weiter.

Snowflake
Dieser Autorentyp entwickelt ein Grundgerüst, das aber während des Schreibprozesses an neue Ideen, Einfälle und Entwicklungen angepasst wird.

Outline
Dieser Autorentyp schreibt alles detailliert auf und gestaltet den Plot mit sämtlichen Details und Einzelheiten.

Ich persönlich bin eher der „Seat-of-the-pants“- und der „Snowflake“-Typ.

Seat of the Pants
Bei Kurzgeschichten im Umfang von 2000 bis 6000 Wörtern schreibe ich einfach drauf los und überlege mir das Ende erst während dem Schreiben. Dann wird überarbeitet und das Ende noch einmal ausführlich evaluiert – manchmal komme ich dann noch zu einem anderen Ende, weil ich doch nicht glücklich damit bin, aber für Kurzgeschichten eignet sich dieses „einfach drauf los schreiben“ als Methode doch recht gut.

Probleme

Anders sieht das schon beim Schreiben von Romanen mit 60.000 bis 120.000 Wörtern aus. Da hat man mit dieser Methode zwar anfangs vielleicht einen guten Run beim Schreiben und es gibt mit Stephen King doch auch sehr prominente Autoren, die auf diese Methode setzen, doch es zeigen sich dabei nach und nach Probleme, wie die österreichische Krimi-Autorin Petra Gungl in ihrem Blogeintrag anmerkt: „Ist das Pferd erstmal vom Schwanz aufgezäumt, bockt es bei jedem weiteren Eingriff widerwillig.“ Setzt man so gar keine Strukturen auf vor dem Schreiben, entwicklen sich Charaktere anders als man denkt und das eine führt plötzlich nicht mehr zum anderen, so wie man es sich vielleicht gewünscht hätte und plötzlich steht man ohne Antagonisten („Gegenspieler“) da.

Snowflake
Aus diesem Grund setze ich persönlich beim Romanschreiben auf die Methode „Grundgerüst“. Bei meinem ersten Roman „Der Crash“ mit knapp über 100.000 Wörtern habe ich nicht nur die Figuren vorab gründlich entwickelt und mir überlegt, was sie eigentlich im Laufe der Geschichte gelernt haben sollen, sondern auch die Handlung vorher definiert und mit ihr die drei wichtigsten Ereignisse bis zum Ende. Mir war allerdings noch nicht klar, was meinen Figuren auf den Weg dorthin alles passieren wird und welche Konflikte sie erleben werden. Das war die „große Unbekannte“ und in der Überarbeitung musste dann der ein oder andere Aspekt der Geschichte weichen, weil er im Gesamtbild dann doch nicht so viel Sinn ergeben hatte, wie von mir zu dem Zeitpunkt gedacht.

Ergo – bei dieser Methode hat man in der Überarbeitungsphase ebenfalls noch relativ viel Arbeit, aber bei weitem nicht so viel wie bei der „Seat of the Pants“-Methode. Ich werde also auch wieder bei meinem zweiten Roman auf die „Snowflake“-Methode setzen. Wer eine genauere Anleitung für sich selbst finden möchte, findet hier etwas mehr Input.

Es gibt kein richtig oder falsch
Aber eines sei gesagt: Keiner der angeführten Methoden zum Plotten von Romanen ist falsch. Es gibt einfach unterschiedliche Typen und man muss rausfinden, was für einer man ist – und dann die Vor- und Nachteile dessen in Kauf nehmen. Natürlich kann man sich aber auch von anderen AutorInnen inspirieren lassen und es gibt zahlreiche Methoden, die einem dabei helfen können, den perfekten Weg für sich zu finden. Die deutsche Krimi-Autorin Klaudia Zotzmann-Koch schreibt auf ihrem Blog etwa, wie sinnvoll Post-Its beim Erstellen eines Plots sein können. Viellleicht wollt ihr das mal für euch ausprobieren.

Das gehackte Dalek Einhorn am #34c3

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Das Einhorn-Spielzeug “CloudPets” der Firma Spiral Toy wurde am Chaos Communication Congress aka #34c3 von mir im Talk “Internet of Fails” als eines der “unsichersten vernetzten Spielzeuge”, die sich derzeit am Markt befinden, hergezeigt. Ich hatte darauf gehofft, dass jemand sich nach dieser Ansage mit meinem Spielzeug spielt.

Mit dem vernetzten Einhorn lassen sich Nachrichten aufnehmen, die Kinder abrufen können, wenn sie auf die Pfote rechts drücken. Mit der Pfote links können Kinder selbst Nachrichten senden. Ich hatte vor dem Talk die Nachricht “Hallo, Chaos Communication Congress!” aufgenommen und während des Talks abgespielt. Den Vortrag selbst (in dem es nicht nur um vernetztes Spielzeug geht) könnt ihr übrigens hier nachsehen. Gebloggt habe ich darüber auch ein bisschen etwas.

Im Anschluss an den Talk (die Entfernung der Reihen und des Speaker-Pults waren zu weit entfernt, um es bereits während des Vortrags durchzuführen) wurde mein Einhorn innerhalb von einer Minute umprogrammiert: In ein Dalek-Einhorn. Hier hört ihr, was es jetzt sagt und warum es jetzt ein Dalek-Einhorn ist!

Die Details zum Hack sind bereits seit längerem bekannt. Die Nachrichten werden via Bluetooth-Verbindung auf das vernetzte Spielzeug übertragen – normalerweise per App, bei der Fremd-Übernahme über den Chrome-Browser. Wen es interessiert, wie der Hack genau funktioniert, es gibt dazu ebenfalls eine Anleitung auf YouTube.

Ich halte es daher mit vernetztem Spielzeug genauso, wie es die “Stiftung Warentest” empfiehlt: Ein “dummes” Spielzeug ist vielleicht auch in Zukunft die schlauere Wahl!

PS: Der Firma Spiral Toy sind laut dem US-Sicherheitsexperten Troy Hunt bereits vor knapp einem Jahr 2,2 Millionen aufgenommene CloudPets-Sprachnachrichten von rund 820.000 registrierten Anwendern abhanden gekommen. Die betroffenen Nutzer wurden damals von der Firma Spiral Toy aber nicht informiert.

My 34c3 talk “Internet of Fails”

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Here’s the recording of my #34c3 talk “Internet of Fails” as a download in English, Spanish or German translation.

Feedback
If you liked or hated it, please rate it under the button “feedback” (5 = best, 1 = worst) that I can further improve my talking (or language) skills. For me, it was the first time speaking in front of 3500 people (the hall was full!) and I want to thank you for listening and being patient with me.

Unfortunately I cannot react to the feedback in the system directly, so please do write me an e-mail if you want to say anything extra (shroombab – at – gmail dot com). But one thing mentioned from the feedback collected so far: I explained IoT, DDoS & Botnet although this talk was held on a HACKER CONGRESS, because it was an explicit wish of the organizers to include “beginners” and first-time visitors. If you got bored for those three minutes – I apologize!

Reactions on Twitter

 

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The unsecure pink fluffy unicorn that I brought with me and showed during my talk got hacked afterwards within a minute. Here’s a short little video clip. Listen, what it says now!