Vibrator, komm, lass dich übernehmen!

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Ein ferngesteuerter Vibrator, der gar nicht vom Liebsten, sondern von einem Fremden gesteuert wird. Dieser kann bei den Orgasmen auch noch zusehen, verliebt sich in das Lächeln der Protagonistin und tut alles dafür, um diese ausfindig zu machen. Das ist die Handlung meiner Short Story, die ich in dem von Günther Friesinger & mir herausgegebenen Buch „Smart Lies – alles smart?“ veröffentlicht habe.

Doch wie komme ich eigentlich auf solche Ideen? Autorinnen und Autoren verwenden, um Plots zu generieren, nicht selten ein kleines Spielchen mit dem Titel: „Was wäre wenn?“ Man überlegt sich eine Hauptfigur und eine ungefähre Geschichte, die man erzählen will und dann geht es los mit dem Brainstorming. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt! Es ist alles erlaubt, auch wenn es gar nicht möglich wäre. Oder realistisch.

Das Szenario ist tatsächlich möglich

Doch manches, was wir uns ausdenken, ist gar nicht so absurd und könnte wirklich passieren. So ist das auf jeden Fall mit meiner Geschichte. Es gibt den vernetzten Vibrator, der über eine eingebaute endoskopische Kamera verfügt, mit einem Standard-Passwort geschützt ist und anfällig ist für sogenannte „Man-in-the-Middle“-Attacken. Es ist damit also tatsächlich möglich, dass jemand sich einklinkt, und über die Kamera still und heimlich zusieht, wie den Vibrator jemand benutzt, der davon keine Ahnung hat. Und obendrauf: Es ist auch möglich, diesen fernzusteuern und damit aktiv in das Geschehen einzugreifen.

Das ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre von Menschen und könnte in manchen Ländern in Europa als Vergewaltigung zählen, wie ein Rechtsexperte auf einer Konferenz erörtert hat. Solche Fragen werden in Zukunft vermehrt auf uns zukommen, wenn immer mehr Dinge vernetzt werden, die in unsere Intimsphäre eindringen.
Stellt euch doch mal vor, das würde euch passieren! Wie würdet ihr reagieren? Meine Protagonistin ist etwas resolut und setzt auf Selbstjustiz. Das würde ich in der Praxis nicht empfehlen, aber, wie gesagt, im Bereich der Fiction ist alles erlaubt! Die Gedanken der Autorinnen und Autoren sind frei.

Was wäre wenn?

Es ist nicht die letzte Geschichte, die ich geschrieben habe, die auf einer wahren Begebenheit beruht und durch das „Was wäre wenn“-Spielchen von mir auf die Spitze getrieben wurde. Ich möchte mit meinen Short Storys rund um das Internet der Dinge zum Nachdenken anregen und euch in eine Welt der nahen Zukunft entführen, die neben aller Technik-Verliebtheit, die herrscht, auch ein wenig die Schattenseiten aufzeigt.

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Eine weitere Geschichte von mir findet ihr etwa in „Smart Lies – alles smart?“, dazu noch Geschichten von 12 weiteren Autorinnen und Autoren, die sich mit dem kleineren und größeren Problemen der Technik-Mensch-Beziehung beschäftigen. Ich wünsche euch eine spannende Lektüre!

Buchpräsentation und Lesung: 3. Dezember 2018, Einlass: 18.30 Uhr, Start: 19 Uhr im Raum D (Museumsquartier, quartier21). Eintritt frei!

Auf kurier.at könnt ihr bis 2. Dezember beim Gewinnspiel mitmachen. Es werden 10 Exemplare verlost.

Feature Image (Symbolbild) by oyjana (CC BY 2.0)

Internet der Dinge: Auswirkungen der Vernetzung

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Ich habe euch, liebe Blogleserinnen und -lesern völlig unterschlagen, dass ich im September auf der “Das ist Netzpolitik!”-Konferenz in der Volksbühne Berlin zu Gast war und über das Thema “Alles vernetzt: Auswirkungen auf die Gesellschaft” gesprochen habe. Ich böse, ich!

Nun, ihr könnt euch aber das Video ansehen und zwar entweder auf YouTube oder auf media.ccc.de, das liebe C3Voc-Team hat die Konferenz, die von netzpolitik.org veranstaltet wurde, gefilmt. Danke an das netzpolitik.org-Team für die Einladung und die wunderbar organisierte Konferenz mit vielen, tollen Vortragenden und Menschen.

netzpolitik-konferenz

Die Kurzfassung des Inhalts
WLAN-Herzschrittmacher, smarte Stromzähler oder Connected Cars: Es gibt bald nichts mehr ohne integrierte Software und Internet-Verbindung. Doch ist es wirklich gut, alles mit dem Netz zu verbinden? Was hat es für Auswirkungen auf die Gesellschaft? Nicht selten geht es um Menschenleben, die aufs Spiel gesetzt werden, nur um den Gewinn zu steigern. Mit ein paar erschreckenden Beispielen möchte ich zeigen, warum man damit mitunter die gesamte Infrastruktur gefährdet und wie ein Mix aus Achtsamkeit, Regulierung und Kunden-Rebellion noch dafür sorgen könnte, dass wir da wieder rauskommen.

Meine Interviews zu dem Thema: Audio, Video und Text
Im Zuge meines Besuchs auf der Konferenz in Berlin habe ich mit Michael Puntschuh, Projektleiter bei Algorithmenethik.de, über das Internet der Dinge, seine Chancen und Gefahren, sowie Lösungsvorschläge, um diese Technologie in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, gesprochen. Hier gibt es das Interview zum Nachlesen.

Der MDR hat ein spannendes Rechercheprojekt zu Datenbrokern gestartet und mich dazu befragt. In dem Beitrag geht es vor allem um den Handel mit unseren Daten. Sogenannte Datenbroker sammeln unsere Daten, kombinieren sie und verkaufen sie an unterschiedliche Kunden weiter. An wen, das ist scheinbar egal. Es geht ums Geschäft. Mich hat das Team zu den Gefahren durch smarte Dinge befragt. Der Beitrag kann hier angesehen werden (Video).

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Und neben Text, Video gibt es auch noch Audio für euch. Mit Chris Köver, Redakteurin bei netzpolitik.org und dem Politikberater Jan-Peter Kleinhans habe ich im netzpolitik.org-Podcast über das Talk-Thema ausführlich geplaudert und auch darüber, wie man was ändern könnte. Es war äußerst spannend, weil Jan-Peter so schön erklärt, was für Auswirkungen die Vernetzung auf IT-Security haben kann. ❤ Den Artikel zum Podcast gibt es hier und den Podcast kann man auch als MP3-Datei runterladen.

Feature Image von Misha Feshchak auf Unsplash

“Smart Lies – alles smart?” erscheint am 25. Oktober 2018

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Liebe Leserinnen und Leser!

Es ist soweit! Meine erste Anthologie “Smart Lies – alles smart?”, die ich co-herausgebe, erblickt den Buchmarkt und zwar am 25. Oktober 2018.

Darum geht’s

Beim „Internet der Dinge“ liegen Wirklichkeit und Utopie nah beieinander: Die ersten vernetzten Kühlschränke, die SpamMails verschickt haben, gab es im Jahr 2014. Vernetzte Autos, deren Bremsen am selben System hingen wie das Autoradio, wurden 2015 gehackt und aus der Ferne manipuliert. 2016 folgten Smart-TVs, über deren Kamera Pärchen beim Sex im Wohnzimmer gefilmt worden waren. Die Aufnahmen landeten freilich auch auf Porno-Webseiten im Internet. 2017 bestellte die digitale Assistentin Alexa millionenfach selbstständig Barbie-Häuser, als sie auf einen Sprachbefehl einer TV-Werbung reagierte. 2018 verlangte ein Krankenhaus-PC ein Update, während gerade ein Patient eine Narkose verabreicht bekam. Diese Geschichten hätten auch ScienceFiction Autorinnen und Autoren nicht besser hinbekommen. Zwölf Autorinnen und Autoren haben es dennoch gewagt und sich in „Smart Lies, alles smart?“ mit den kleineren und größeren Problemen, die die Vernetzung so mit sich bringt, beschäftigt. Alexa, heute schon aus dem Fenster geblickt?

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Herausgegeber_innen: Barbara Wimmer, Günther Friesinger
Autor_innen: Peter Alscher, Nina Dreist, Manfred Huber, Caroline Klima, Judith Leopold, Roman Markus, Anna Noah, Bettina Reinisch, Barbara Wimmer, Josef Wukovits, Regine Zawodsky, Klaudia Zotzmann-Koch
Lektorat: Evelyn van Hulzen
Graphic Design: Maria Pflug-Hofmayr

Verlag: edition mono/monochrom
Format: 144 Seiten
Sprachen: Deutsch
ISBN: 978-3-902796-61-5
Preis: € 15,-

Ihr könnt sich ab 25.10. direkt beim Verlag, im Buchhandel mit Titel & ISBN oder bei Amazon bestellen, oder sie euch bei folgenden Events in Wien zu einem günstigeren Preis (€10,-) abholen:
25.10. Big Brother Awards // Rabenhoftheater Wien
26.10. Privacy Week // Volskundemuseum Wien
03.12. Offizielle Buchpräsentation mit Lesung im Raum D / MQ / quartier 21 ab 18.30 Uhr

Lesungen: Am 26.10. findet im Rahmen der Privacy Week eine Lesung mit fünf Autorinnen und Autoren statt. Beginn: 19 Uhr (pünktlich). Davor und danach sind den ganzen Tag spannende Vorträge und die Tageskarte kostet €23. Am 3.12. findet im Museumsquartier im Raum D ab 18.30 Uhr (Beginn: 19 Uhr) die offizielle Buchpräsentation und einer Lesung mit fünf Autorinnen und Autoren statt. Der Eintritt ist frei.

Ich freue mich total darauf, und hoffe, ihr werdet mit den spannenden, fantastischen, verrückten, lieben, furchterregenden, lustigen, traurigen und erfinderischen Geschichten aus “Smart Lies – alles smart?” eine ebenso große Freude haben wir wir beim Herausgeben.

Barbara.

DJ-ing at “we have a few lasers” – #EMFcamp

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I just returned home from #EMFcamp in Ledbury, UK, where I played an uplifting dark drum&bass dj-set with tunes from the last ten years, including some of my own. EMF stands for Electromagnetic Field, and it is a hacker festival, which means: camping combined with a power grid and high-speed internet access, talks, villages of geeks, technology enthusiasts and music lovers. IMG_3029
the view from my dj tribune.

“We have a few lasers” was the announcement that I received when I exchanged e-mails with one of the organisers. The place where the night things where going on was named “Null Sector”. When I arrived there, I was starting to laugh out loudly, because of the understatement regarding the lasers. Right to my set there were not only “a few lasers”, but flamethrowers, a lot of smoke and dystopian containers with funky things in them and a giant buddah cat in a dome.

I had to climb up a couple of meters to reach my dj desk and although the crowd might have had the best sound down there, I had the best overview 🙂 The flamethrowers got quite warm, so I could switch off my jacket during my set, although it had only around ten degrees. People were dancing, so I think they were kept warm enough as well. I had a fun time, even did a “rewind!”, remembering the old days when we still played drum&bass on vinyl.

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the flamethrowers, lasers, containers and the crowd during my set.

The organisers of the Null Sector did a really, really good job there, the place was well-visited and impressively “dystopian” themed. Big up and thank you! Even after leaving #EMF camp I was dreaming about the “Null Sector” for a couple of nights. I heard, that the guy who owns the lasers and did most of the lightshow has “only brought two”, but has “a lot more” at his home. We probably will be able to excpect “a few more lasers” next time! ❤

But now, let’s have a look yourself. I got some more pictures here for you (all of them where taken during my set):

 

Polaroid vs. Instagram Pics @ Zakynthos

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Creativity never stopps, but sometimes it hides. This did not happen to me during my holidays that I spent at Vassilikos in Zakynthos in July though. Zakynthos is a Greek Islands in the Ionion Sea and Vassilikos is a small village full of creativity and love of life besides mass tourism. The “Sommerakademie” (SOAK) has its residency there, an institution that brings together people from all ages that sing, perform, draw, paint, write, dance, do yoga and other stuff that influences body & mind. It’s a place for creativity, new experiences, new people and relaxation for your soul.

Besides singing, writing and dancing I did make my own foto project there. I recently bought a Polaroid camera (Polaroid “OneStep 2”) and a color film and decided to make only one picture per day to tell my personal holiday story at SOAK. I also took a picture with the same motive with my iPhone 8 camera and put it on Instagram with filters. I won’t write the story the pictures tell down for you, I just give them titles. It’s art. And art is never perfect (for those moaning about the pretty unperfect polaroid picture of my sunset).

And here the story begins:

Day 1: Inspecting

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Day 2: Mindful nature

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Day 3: Sunset

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Day 4: Greek music

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Day 5: Relaxation

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Day 6: VernissageIMG_2235

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Day 7: Circle SingingIMG_2236

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Day 8: Farewell coffee house

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My instagram account @shroombab can be found here.

Ein Sonnenaufgang des Herzens

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Musik konnte schon immer meine Seele berühren, mir Freude und Tränen schenken. Heute war es einmal wieder soweit. In der Früh, als ich mit der U-Bahn in die Arbeit fuhr, habe ich ein DJ-Set von Elias Doré auf Soundcloud angesteuert. Gezielt, um ehrlich zu sein, weil mich der Titel ansprach. Dieser lautete: “A Sunrise at Fusion Festival”. Der DJer hat das Set – Überraschung – während des Sonnenaufgangs – auf der Seebühne beim Fusion Festival dieses Jahres vor wenigen Wochen gespielt.

It’s minimal, baby

Schon nach dem Intro hatte ich die Köpfhörer so laut wie nur irgendwie möglich aufgedreht und mich ganz fallen lassen in den Mix aus treibenden Minimal-Beats kombiniert mit feinen, dezenten und schrägen Sounds von einer Hang sowie Gitarren. Es folgten auch mal schräge Rhythmen, untermischt mit indischen, afrikanischen, spirituell angehauchten, atmosphärischen Klägen.

Kein Wunder, so gibt Elias Doré auf Soundcloud an, musikalisch mit Afro-Funk, Gipsy, Reggae und Soul in Berührung gekommen zu sein und melodische Wärme und organische Sounds zu lieben. Sein Sonnenaufgangs-DJ-Set hat mein Herz berührt. Diese Stunde, die ich heute in die Arbeit gefahren bin, war ich dank dieser wunderbar inspirierenden Musik so glücklich in dem Moment. So zufrieden, geborgen und bei mir. Es war einfach herrlich!

Unvergessliche Fusion Festivals

Ich war unendlich dankbar dafür, dass ich das erleben durfte, wenn auch nur auf der Fahrt in die Arbeit und nicht vor Ort. Gleichzeitig mit der Reise durch die musikalischen Gefielde, die mich vor ein paar Jahren wahrscheinlich noch nicht so tief angesprochen hätten wie jetzt gerade, habe ich auch zurückerinnert an meine zwei Mal, die ich selbst am Fusion Festival auflegen durfte. Das war in den Jahren 2003 und 2005.

Mit der musikalischen Reise durch den Sonnenaufgang im Ohr habe ich mich daran erinnert, wie es damals war, selbst in dieser freundlichen Atmosphäre zu spielen, die am Fusion Festival herrscht. Es ist kein gewöhnliches Festival, sondern, wie es die Fusion selbst auf ihrer Website beschreibt “ein kollektiver Ausnahmezustand an einem Ort ohne Zeit. Ein Karneval der Sinne, in dem sich für uns alle die Sehnsucht nach einer besseren Welt spiegelt.”

Das galt 2003 und 2005 – also vor 15 und 13 Jahren – bereits genauso wie jetzt. Menschen, die freundlich zueinander sind. Menschen, die darauf schauen, dass der Müll nicht liegen bleibt. Veranstalter, die auf Großsponsoren und Werbeträger verzichten. Ich habe nie wieder ein Musik-Festival erlebt, bei dem es so friedlich und harmonisch zuging, so wertschätzend und respektvoll und gleichzeitig hat es so viel Spaß gemacht, damals dort aufzulegen! Es war anders dort als sonst. Und ich mochte es, dass es anders war.

Dank des “Future Forums” (Archive vergessen nie!) erinnere ich mich, dass ich damals nicht auf der Seebühne, sondern in der “Tubebox” aufgelegt habe – und dass es heiß, feucht und schweißtreibend war. Und ich eine irrsinnig schöne Zeit hatte, obwohl mich nur zwei Tage zuvor mein Uni-Prof bei der Magister-Prüfung mit seinen Fragen zum Konstruktivismus auf Verderb und Gedeih gequält hatte (bestanden hab ich). Und ich die Leute zum Schwitzen gebracht hatte und zwar ordentlich. Und dass die Sound-Anlage, die aufgestellt war, meinen Erwartungen voll und ganz entsprochen und der Tontechniker (oder die Tontechnikerin) ein schlauer Mann (oder eine schlaue Frau) gewesen war.

Achtsam und dankbar

Während also die Minimal-Beats vom Sonnenaufgangsset in meinem Ohr rauschten und meine Achtsamkeit in Richtung Erinnerung an damals abgeschweift ist, zog die Stadt Wien an mir vorbei und ich wünschte mir, die Fahrt würde noch ein wenig länger dauern. Aber morgen ist auch noch ein Tag – und da lausche ich dann der zweiten Stunde von “A Sunrise at Fusion Festival” und bedanke mich einmal mehr für diesen unvergesslichen Moment.

 

Mediana: Was braucht ein öffentlich-rechtlicher Algorithmus?

Auf der #Mediana18, eine Konferenz, die sich mit dem demokratischem Auftrag von Medien beschäftigt hat, habe ich im Mai mit Mustafa Isik (Bayrischer Rundfunk) und Jan-Hendrik Passoth (Digital Media Lab @ MCTS, Technische Universität München) in einem Panel über Algorithmen diskutiert, und wie diese aussehen könnten, wenn sie in öffentlich-rechtlicher Hand sind.

Hier gibt es die Diskussion auf DorfTV nachzusehen:
//www.dorftv.at/embed/29285

Warum ist das wichtig?
Das Thema mag zuerst einmal etwas abstrakt klingen. Doch wenn man genauer darüber nachdenkt, werden uns viele Entscheidungen heutzutage von Algorithmen abgenommen – und zwar nicht nur, wenn man Social-Media-Dienste nutzt. Auch die Medienlandschaft verändert sich. Traditionelle Leitmedien wie TV verlieren an Bedeutung, Algorithmen und kommerzielle Interessen haben immer mehr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse. Gleichzeitig wird der öffentlich-rechtliche Sektor aktuell europaweit in Frage gestellt.

Es gibt viel zu entscheiden
In dem Panel ging es einerseits darum, mal aufzuzeigen, dass der Wandel nicht “in der Zukunft” spielt, sondern bereits stattgefunden hat, und gleichzeitig – ganz “visionär” – bereits Modelle für öffentlich-rechtliche Algorithmen zu entwickeln und worauf da geachtet werden muss. Die reine Offenlegung von Algorithmen, damit Transparenz herrscht, bringt etwa den Nutzern von Medienangeboten wenig. Diesen müssen vielmehr nachvollziehen können, wie der Algorithmus zu der Entscheidung gekommen ist, ihnen jetzt genau *diesen* oder *diesen* Inhalt vorzusetzen. Erprobt wird derzeit auch, ob es bei politischen Inhalten Sinn macht, Menschen auch etwas gezielt vorzusetzen, was nicht ihrer “Filterblase” entspricht.

Es war eine sehr spannende Diskussion und ich würde mir wirklich wünschen, dass der Diskurs auch in Österreich zu diesem Thema fortgesetzt wird und sich hier verantwortliche Entscheidungsträgerinnen und -träger den Input von Deutschland schnappen.

Medienenquete ohne Visionen
Bei der Medienenquete, die diese Woche in Wien stattfindet, fehlt mir dieser visionäre Blick in eine öffentlich-rechtliche Zukunft, bei der auch Algorithmen eine große Rolle spielen werden, leider komplett. Und das, wo schon jetzt viele Menschen angeben, die redaktionelle Kuratierung der Inhalte durch Algorithmen gegenüber der von Menschen bevorzugen (Quelle: Reuters Digital News Report).

Die von mir präsentierten Zahlen habe ich aus folgenden zwei Studien:

Und natürlich ist die gesamte Mediana eine große, inhaltliche Bereicherung gewesen. Ihr solltet daher bei Interesse auch die restlichen Beiträge auf DorfTV nachsehen.

re:publica 2018 – meine drei Lieblingsvideos

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Anfang Mai 2018 fand in Berlin erneut die re:publica statt und ich bin euch noch – sowie im vergangenen Jahr – meine drei Lieblingsvideos schuldig. Die diesjährige Ausgabe der Internet-Konferenz stand unter dem Motto “POP”.

re.publica-2018

Neben der sehr empfehlenswerten Keynote von der Sozialforscherin Danah Boyd, die über die Macht von Algorithmen in einer vernetzten Welt und mögliche Strategien, um die Diktatur der Daten zu unterminieren, sprach, gab es noch dutzende weitere Inputs, die mich inspiriert oder bewegt haben. Drei davon möchte ich mit euch teilen:

Hacking Cities for Sustainability

Besonders bewegt hat mich Lars Zimmermann, der über “why and how to hack cities for sustainability” gesprochen hat. Oft sind wir so in einem “System unserer Imagination” gefangen, dass wir es nicht schaffen, über den Tellerrand zu blicken. Als Beispiel bringt er die Entwicklung eines neuen Haar-Shampoos. Fast jedes Shampoo wird in einer Plastikflasche in den Handel gebracht. Wie soll man also bei der Entwicklung eines neuen Shampoos daran denken, dass man aus diesem Konzept auch ausbrechen kann und das Shampoo in einen anderen Behälter stecken? Für Zimmermann ist klar: Diese Gedanken lassen sich hacken – und damit seine Taten und folglich auch seine Ideen dafür, Städte nachhaltiger zu gestalten. Seht euch seinen Talk an, bitte. Er ist großartig.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/xdgGMJYK60s

Anatomie eines Shit-Tsunamis

Die nächste Empfehlung meinerseits ist der Talk von Richard Gutjahr, der nach der Berichterstattung von dem LKW-Terroranschlag in Nizza sowie dem Amoklauf von München mitsamt seiner Familie ins Visier von Verschwörungstheoretikern, Reichsbürgern und Neonazis geriet. In seinem Talk erzählt er, was er und seine Familie danach alles durchmachen musste. Die Geschichte lässt niemanden kalt. Garantiert.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/MXc02u_e5bE

Macht der Sprachbilder und Framing

Der dritte Talk, den ich jedem hier ans Herz legen möchte, stammt von Elisabeth Wehling, Bestsellerautorin des Buches “Politisches Framing” und Forscherin zu Sprache und unbewusster Meinungsbildung. Ihr Talk über die “Macht der Sprachbilder” zeigt schön auf, dass politische Entscheidungen nicht auf Fakten beruhen, sondern auf Frames. Das sind Deutungsrahmen im Gehirn, die über Sprache aufgerufen und zugleich gefestigt werden, und zwar ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen. Das sollte sich jeder Mensch bewusst machen. Es wird von den Mächtigen dieser Welt genutzt. Nach diesem Vortrag werdet ihr ganz anders über die Beeinflussung von Wahlen denken als vorher. Bestimmt.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/3tuaXaXJ02g

Und wen meine Lesung aus “Smart Lies, alles smart?”, die ich auf der re:publica gehalten habe, interessiert, kann alles dazu in diesem Blogposting nachlesen und -hören/sehen. In diesem Sinne: Habt es fein! Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Tipps inspirieren. ❤

Die Videos meiner beiden Lesungen aus “Smart Lies, alles smart?”

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Grazer Linuxtage
Ende April haben in Graz die Linuxtage stattgefunden. Sie waren liebevoll programmiert und organisiert. Ein großes Dankeschön! Die Vorträge wurden alle vom C3Voc, dem Video-Team des Chaos Computer Club, aufgezeichnet und waren teilweise noch am selben Tag online. Auch hier ein großes Dankeschön!

Die Lesung als Video
Ich habe bei den Grazer Linuxtagen eine Lesung zur Anthologie “Smart Lies – alles smart?” gehalten. Hier gibt es die Aufzeichnung davon:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/B4fNFOBf2-w

Alternativer Link zum media.ccc.de Server:
https://media.ccc.de/v/GLT18_-_329_-_de_-_g_ap147_004_-_201804280955_-_smart_lies_-_alles_smart_-_barbara_wimmer/oembed

re:publica in Berlin
Nur wenige Tage später bin ich weiter nach Berlin gereist, um dort auf der Netz-Konferenz re:publica die Kurzgeschichten aus der Sammlung, die im Herbst 2018 bei der edition mono erscheinen wird, erneut (in nur leicht veränderter Form, ich geb’s zu!) vorzutragen.

Das geschah in einem für mich ganz besonderen Setting: “Stage 9” war eine sogenannte “Silent Stage”, ergo das Publikum hatte Kopfhörer auf und verfolgte die Lesung über diese. Ich hatte anfangs die Befürchtung, dass man dabei jeden Atemzug von mir wahrnehmen und jeder Verhaspler besonders auffallen könnte, aber das liebe Publikum hat gemeint, es war audio-mäßig perfekt eingestellt und sie mochten die “Silent Stage”, weil man sich da besonders gut auf den Inhalt konzentrieren konnte. Danke, liebes re:publica-Audio–Team!re-publicaAuch bei der re:publica gab es ein Super-Video-Team, das die Lesung (und fast alle anderen Vorträge und Workshops) aufzeichnete. Ihr könnt jetzt also wählen, ob ihr euch den Mitschnitt aus Graz oder aus Berlin anhören wollt. Denn auch diesen verlinke ich hiermit hochoffiziell:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/qVZFLY-xqN8

Beitrag bei MDR Kultur
Kais Harrabi von MDR Kultur fand das Thema – und die Beispiele, was alles im vernetzten Alltag alles schief gehen kann – spannend und hat mich auf der re:publica dazu interviewt. Den vierminütigen Beitrag “Die Verheißung der Vernetzung” könnt ihr hier online nachhören.

Meine erste Keynote beim Linux-Infotag Augsburg

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Ich darf kommenden Samstag, 21. April 2018, auf der Hochschule Augsburg, Fakultät für Informatik, meine erste Keynote halten. Sie dreht sich um die Frage, was zu viel Vernetzung für die Gesellschaft bedeutet und wo die größten Unsicherheitsfaktoren stecken.

Auszug aus meiner Ankündigung für den Eröffnungsvortrag:

“Euch erwarten aktuelle Beispiele aus dem Jahr 2018 von Datenschutz- und IT-Sicherheitsversagen aus dem Bereich Internet der Dinge (IoT), die ich im Zuge meiner Arbeit als Journalistin sammle. Was bedeutet ein Internet der unsicheren Dinge für die Gesellschaft? Was bedeutet es für unsere Privatsphäre? Und – was für Alternativen gibt es?”

Ich freue mich, wenn ihr daran teilnehmt und euch für das Thema interessiert. Es gibt aber auch viele weitere Vorträge und Informationsstände rund um Linux, Open-Source und kreative Anwendungen von Technik, Wissenschaft und Bildung.

Update (Mai, 2018): Die Keynote ist jetzt auf YouTube als Video verfügbar:
https://www.youtube-nocookie.com/embed/euNRztv4Ubk

Lesung
Ansonsten komme ich auch noch bald nach Graz zu den Linuxtagen und nach Berlin zur re:publica, allerdings, um dort die von Günther Friesinger und mir im Herbst zu publizierende Kurzgeschichtensammlung “Smarte Lügen – alles smart?” in einer Lesung zu präsentieren.

Falls jemand Interesse daran hat, diese Lesung oder meinen Vortrag zur zunehmenden Vernetzung und den Gefahren für die Gesellschaft auch in seine Nähe zu bringen, könnt ihr mir gerne eine Mail-Anfrage (shroombab – at – gmx – dot – at) schicken.