ÖJC: Literatur auf der Couch mit “Tödlicher Crash”

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Der Österreichische Journalisten Club ÖJC hat mich mit meinem Wien-Cyber-Medien-Krimi zu “Literatur auf die Couch” eingeladen. Davon gibt es jetzt das Video auf YouTube zum Nachsehen.

Hintergrundinfos
Wien, 14. Mai 2020 – Autoren und IT-Berater beschäftigen sich gleichermaßen häufig mit der Frage „Was wäre wenn?“ In „Tödlicher Crash“ der Futurezone-Redakteurin Barbara Wimmer geht es um folgende Frage: Was wäre wenn ein Politiker in einem selbstfahrenden Auto gegen einen Baum prallt? Steckt ein Unfall dahinter oder ein Hacker-Angriff? Der Kriminalroman erschien als Buch und E-Book im Gmeiner Verlag.

Der Plot lehnt sich stark an der nahen Zukunft an, so spielt er im Jahr 2022 in Wien. Die Protagonistin des Kriminalromans ist die Journalistin Stefanie Laudon, die diesen Vorfall aufzuklären versucht, bis sie selbst unter Verdacht gerät, hat sie doch sehr unfreundliche Postings gegen den Minister abgesetzt und war, wie sich bei den Ermittlungen herausstellt, genau in jener Funkzelle, von wo aus das Auto des Politikers manipuliert worden war. Mit Überwachungsmethoden gerät sie immer weiter ins Visier der Behörden.

Sie will den Fall für das Blatt “24 Stunden” aufklären, das anders als der Boulevard von “Heute Mittag” Geschichten qualitätsvoll recherchiert und sich auch für die Hintergründe interessiert und nicht nur für Schlagzeilen.

Der Krimi “Tödlicher Crash” dreht sich damit auch einmal mehr um die Medienbranche und geht auf die Herausforderungen ein, mit der die Branche seit einigen Jahren zu kämpfen hat: Abo-Schwund, sinkende Erlöse und trotzdem den Qualitätsanspruch aufrechterhalten.

Das Buch „Tödlicher Crash“ ist mit dem ISBN 978-3-8392-2597-4 in allen Buchhandlungen verfügbar und auch als E-Book.

Plus: SAVE THE DATE: Am 12. Juni um 18 Uhr gibt es noch einmal eine Online-Lesung bei “Roomservice”. Ihr könnt dafür bereits jetzt Tickets um 5 Euro erwerben.

Corona, Covid-19, Medien und Freiheitsrechte

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Ich habe im April an einigen interessanten Online-Diskussionsrunden und Gesprächen/Interviews teilgenommen, die sich mit der Corona-Krise und Freiheitsrechten beschäftigt haben.

Den Anfang machte der Netzpolitische Abend AT:

COVID-19 und die Freiheitsrechte – wo geht die Reise hin? Live Online Diskussion mit: In den vergangenen Wochen sind Dinge passiert, die wir davor regelrecht für eine Dystopie gehalten haben. Darüber und über die Verhältnismäßigkeit und den Nutzen der Maßnahmen wollen wir mit folgenden Personen online diskutieren: Thomas Lohninger (Geschäftsführer epicenter.works) Katja Mayer (Soziologin am Institut für Wissenschafts- und technikforschung) Max Schrems (Datenschutzaktivist, Gründer von NOYB.eu) Felix Stalder (Professor für digitale Kultur an der Züricher Hochschule der Künste) Barbara Wimmer (Netzpolitik-Journalistin und Autorin) Moderation Herbert Gnauer (Cyberspacebewohner seit 1993 und Freier Radiomacher)

Das Video:

 

Dann sprach ich mit Herbert Gnaurer für die Sendung Radio Dispositiv noch 60 Minuten lang über die Corona-Krise, Überwachung und mein neues Buch “Tödlicher Crash” und wie das zusammenhängt.

Radio FRO Link

Bildschirmfoto 2020-05-08 um 12.45.41

Mit Universitätsprofessor Nikolaus Forgo sprach ich für den Podcast “Ars Boni” zum Thema “Corona als Katalysator der Medienkrise in Österreich?”

In der 14. Ausgabe von #arsboni wurde über die Lage des österreichischen Technik-Journalismus diskutiert. Zu Gast waren Muzayen Al-Youssef (Der Standard), Daniel Sokolov, Absolvent der jur. Fak. der Uni Wien (Heise), und Barbara Wimmer (Futurezone). 

Das Video:

 

 

#4GameChangers: Online-Lesung bei Roomservice

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4GAMECHANGERS.io bietet mit “Roomservice” ab sofort als Provider-Plattform eine Möglichkeit, Lesungen, Konzerte und Kabarettprogramme zu streamen und dafür Tickets zu verkaufen wie in einem Theater – und damit eine Einkommensquelle für Kulturschaffende in Zeiten des Veranstaltungsverbots. In Corona-Zeiten erhalten die KünstlerInnen 100% der Ticketerlöse.

Ich bin Teil des Programms und ihr könnt mich mit “Tödlicher Crash” am 10. Mai um 18 Uhr auf Roomservice in einer Lesung hören. Der Eintritt ist mit 5 Euro sehr niedrig angesetzt, damit möglichst viele von euch dabei sein können. Seid dabei und ihr werdet gut unterhalten!
#lesung #krimi #wienkrimi #toedlichercrash
#4gamechangers #4gcroomservice #4gc #changethegame

Link zum Programm
Facebook-Event

Zur Lesung:
Die Autorin Barbara Wimmer liest aus ihrem Kriminalroman “Tödlicher Crash“, der Anfang April im Gmeiner Verlag erschienen ist.  Dieser spielt in Wien im Jahr 2022, zwei Jahre nach der Corona-Krise.  Der Finanzminister der Republik Österreich ist stolz auf sein selbstfahrendes Auto – eines der ersten, die im Lande zugelassen wurden. Doch plötzlich prallt das hochmoderne Fahrzeug gegen eine Baumallee. Der Tod des Politikers sorgt für großes Aufsehen. Anfangs ist unklar, ob es sich dabei um einen Unfall handelt. Oder steckt ein Hacker-Angriff dahinter? Die kritische Investigativ-Journalistin Stefanie Laudon aus Wien will den Fall für das Blatt „24 Stunden“ aufklären und gerät plötzlich selbst ins Visier der Ermittlungen … Die Autorin wird auch die Thematik von selbstfahrenden Autos aufgreifen, und die Probleme, die es bei der aktuellen Entwicklung gerade gibt. Außerdem kommt die entscheidende Frage zur Geltung: Wie entscheidet ein Auto künftig, wer stirbt, wenn ein Unfall unvermeidbar ist?

Barbara Wimmer ist preisgekrönte Netzjournalistin, Buchautorin und Vortragende. Sie wurde in Linz geboren und zog danach zum Studieren nach Wien. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften begann sie als Journalistin zu arbeiten. Sie schreibt als Redakteurin seit rund 15 Jahren über Technik-Themen wie IT-Sicherheit, Netzpolitik, Datenschutz und Privatsphäre. Wimmer entwickelte im Laufe der Zeit immer mehr Ideen dazu, wie sich Zukunftsthemen auch literarisch spannend verarbeiten lassen.  »Tödlicher Crash« ist ihr erster Kriminalroman.

Wenn die Algorithmen dein Buch nicht mögen

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Warum ist es gerade jetzt wichtig, Autorinnen und Autoren wie mich zu unterstützen, die noch keinen Bestseller veröffentlicht haben, sondern gerade jetzt – mitten in der Corona-Krise- ihren Debüt-Roman rausbringen?

Richtig, seit 8. April gibt es “Tödlicher Crash” (erschienen im Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-2597-4). Doch derzeit ist er in den Weiten des Webs schwer zu finden, weil ihn die Algorithmen schlichtweg noch nicht dort einsortiert haben, wo ich ihn gerne hätte: unter “Top-Neuerscheinungen” nämlich. Denn wie ihr hier nachlesen könnt, gab es bisher ausschließlich hervorragende Rezensionen.

Beginnen wir bei Amazon: Dort werden derzeit alle Interessierten derzeit auf die Kindle-Version verwiesen. Wenn ihr dieser Tage mein Buch gedruckt kaufen und dieses bei Amazon bestellen wollt, bekommt ihr in der Regel eine Fehlermeldung angezeigt. “Artikel nicht an diese Adresse lieferbar”. Oder, wenn ihr Glück habt: Lieferbar in 2-3 Wochen. Amazon hat nämlich entschieden, anderen Gütern und Waren Vorrang zu geben, die jetzt “dringend gebraucht” werden. Bücher, obwohl jahrelang das Kerngeschäft des Online-Riesen, zählen in der Krise offenbar nicht dazu. Amazon legt sich das Buch derzeit nicht ins Lager, sondern bestellt es einzeln bei aufgebebener Bestellung beim Verlag – dazu kommt es zu zeitlichen Verzögerungen.

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Foto von Stefan Ortner aus der Buchhandlung Ortner, wo es das Buch zu erwerben gibt.

Direkt bestellen mit ISBN

Für viele regionale und lokale Buchhandlungen ist das jetzt die Chance ihres Lebens, denn alle, die lesen, werden sich wieder an sie erinnern – und dort bestellen oder persönlich vorbeikommen. Das ist meines Erachtens nach gut so. Unterstützt eure Buchhandlungen ums Eck, denn wenn ihr regelmäßig wiederkommt, kann euch die Person besser Bücher empfehlen als der Amazon-Algorithmus!

Das geschieht derzeit auch – vereinzelt – mit meinem Buch. Auch mein Debut wurde bereits von einigen Wiener Buchhändlerinnen und -händlern weiterempfohlen, und – dann in Folge auch gut verkauft. Danke vielmals für die großartige Unterstützung! Um ein paar persönlich zu nennen: Stefan Ortner von Ortner Bücher, Alexandra Zumoberhaus von der Buchhandlung Hintermayer sowie Elisabeth Schippel vom Krimisalon!

Doch ich als Debut-Autorin habe auch hier oft das Nachsehen. Viele Buchhändlerinnen – und -händler bestellen derzeit nur Neues, das von Kunden bestellt wird. Viele von ihnen haben “Tödlicher Crash” dank der Corona-Krise aus Zeitgründen selbst noch nicht lesen – und damit weiterempfehlen können. Es gibt derzeit auch kaum ein Stöbern mehr in den Buchhandlungen (etwas, das ich persönlich am meisten vermisse).

Bei den meisten Webshops und auch bei *allen* Buchhandlungen bekommt ihr “Tödlicher Crash”, wenn ihr explizit danach fragt und meinen Namen oder den Buchtitel oder die ISBN-Nummer (ISBN 978-3-8392-2597-4) eingebt. Aber Kunden, die noch nie von mir oder meinem Buch gehört haben, haben es schwer, meine Neuerscheinung derzeit überhaupt zu entdecken, wenn sie es nicht von Buchhändlern persönlich empfohlen bekommen, oder schon davon wissen. Die automatisiereten Algorithmen der Websshops empfehlen in der Regel die Bücher und Autoren, die schon bekannt sind, und daher gerne gekauft werden.

Auf Social Media passiert das übrigens auch andauernd – ihr seht auf Facebook, Instagram oder Twitter meist nur die Beiträge jener, mit denen ihr regelmäßig in Kontakt seid. Man nennt dies auch “Filter Bubble”. Genau das Phänomen gibt es auch bei den Online-Katalogen von Buchhandlungen.

Facebook lehnte Werbeanzeige ab

Apropros Facebook: Um auch eine Zielgruppe zu erreichen, die außerhalb meines eigenen Freundeskreises und meiner Social-Media-Bubble liegt, wollte ich mit meiner Autorenseite ein “Sponsored Posting” mit Buchcover, Titel und Inhaltsbeschreibung schalten. Die Werbeanzeige wurde abgelehnt. Sie wurde von einem Algorithmus als “Wahlwerbung bzw. Werbung zu politisch oder gesellschaftlich relevanten Themen” identifiziert.  “Deine Anzeige wurde abgelehnt, da sie womöglich Politiker erwähnt, Themen enthält, die den Ausgang einer Wahl beeinflussen könnten, oder auf bestehende oder vorgeschlagene Gesetze verweist”, heißt es darin. Dass man ohne genauere Prüfung nicht mehr so leicht Anzeigen schalten kann, die politische Debatten beeinflussen, finde ich im Prinzip begrüßenswert. Facebook steht seit Jahren dafür in der Kritik und umso wichtiger ist es, dass es hier strenge Kontrollen gibt.

Im Klappentext der Werbeanzeige ist vom “Finanzminister der Republik Österreich” die Rede, der  “in einem selbstfahrenden Auto stirbt”. Wenn man den Kontext das Kriminalromans wegrechnet, könnte dies tatsächlich falsch aufgefasst werden und wenn nur Algorithmen über den Inhalt urteilen, kann es ganz leicht zu einer falschen Zuordnung kommen. Selbstverständlich standen auch die Wörter und Hashtags “Kriminalroman” und “Krimi” drin und der Verlagsname. Mir wurde empfohlen, die Anzeige noch einmal einzureichen, und von “einem Menschen” überprüfen zu lassen.

Mundpropaganda ist gefragt

Um meine persönliche Filter Bubble mit meinem Debut-Roman “Tödlicher Crash” zu durchbrechen, möchte ich euch bitten, mein Buch (bei Gefallen) allen persönlich weiterzuempfehlen, die ihr kennt und die sich für eines dieser Dinge interessieren: Romane, Krimis, Wien-Krimis, Wien, Bücher, Lesen, selbstfahrende Autos, Technik, Überwachung, weibliche Hauptfiguren, Feminismus, Cyber, die Medienbranche, Tageszeitungen, wie man mit Social-Media-Shitstorms umgeht (oder auch nicht), Familiengeschichten, Liebesgeschichten, Hacker-Ethik, Digitalisierung, Netzpolitik, Staatstrojaner – denn all dies bietet mein Debut-Roman. Empfehlt ihn allen, die gerade sagen “Mir ist schon so fad” oder “Ein gutes Buch wäre mal wieder eine schöne Abwechslung” oder “Hast du Tipps zum Lesen?”

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Ebenfalls freuen würde ich mich sehr über Bewertungen derjenigen, die “Tödlicher Crash” schon gelesen haben. Denn jede Bewertung bringt den Algorithmus dazu, das Buch ein wenig weiter nach vorne zu reihen. Auch bei Bewertungen gibt es aktuell Probleme, die mir von Leserinnen und Lesern berichtet worden sind. Eine Leserin, die die Kindle-Version meines Buches gekauft hat, konnte dieses etwa deshalb nicht bewerten, weil sie in diesem Jahr noch keine 50 Euro bei Amazon ausgegeben hatte. Erst ab diesem Betrag werden Bewertungen zugelassen, der Kauf des Kindle-Titels genügt nicht. Natürlich kann man verstehen, dass es Systeme geben muss, um falsche Bewertungen zu verhindern – aber wer könnte ein Buch besser beurteilen als derjenige, der es zuvor auf dieser Plattform erworben hat?

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Was euch in “Tödlicher Crash” erwartet, könnt ihr in meiner ersten, kurzen Online-Lesung, reinschnuppern.

Weitere Lesungen werden folgen – dazu notiert euch am besten schon mal folgende Termine:
Online-Lesung am 10. Mai 2020 – ab 18 Uhr – auf Roomservice.
Online-Präsentation (mit Mini-Lesung) am 14. Mai 2020 – ab 19 Uhr – beim ÖJC.

 

Die ersten Stimmen zu “Tödlicher Crash”

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Als Buchautorin verfolgt man natürlich gespannt, was andere über sein Werk sagen. Gleich zum Buchstart sind ein paar Berichte, Interviews und Rezensionen erschienen, die ich euch kurz vorstellen möchte.

Interview mit der Kronen Zeitung

Den Anfang machte Jasmin Gaderer von der “Kronen Zeitung” in Oberösterreich im März mit einem Interview.

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Motorline bringt einen Buch-Tipp

Als nächstes folgte ein “Buch-Tipp” in der Auto Bild und auf motorline.cc von Severin Karl. “Leichte Lektüre für schwere Zeiten. Auch wenn es in Barbara Wimmers Buch „Tödlicher Crash“ um selbstfahrende Autos, politische Intrigen und die Hacker-Szene in Österreich geht, ist der Cyber-Krimi verständlich zu lesen. Die Journalistin, die gewöhnlich über IT-Sicherheit und Netzpolitik schreibt, bringt einen mit ihrer in naher Zukunft angesiedelten Geschichte zum Nachdenken: Voll-Digitalisierung und gläserne Menschen, wollen wir das wirklich?”, heißt es darin.

Madame Wien rezensiert & Interview

Auf“Madame Wien” folgte zum Buchstart die erste Rezension von Astrid Kuffner. “IT-Krimi mit viel Fakt und etwas Fiktion”, so der Titel.

“Barbara Wimmer schreibt flott und mit Zug zum Tor. In den Kapiteln wechseln sich Schauplätze, Beziehungen und Charaktere angenehm ab. Wer welche Interessen hat, entpuppt sich erst nach und nach. Die Grenzen von Freund und Feind verschwimmen. Die Autorin zitiert rezente Fälle von IT-Versagen und/oder Überwachung und zeichnet eine denkbare Zukunft. (…) Kurzweilige Lektüre mit jeder Menge Impulse zum Nachdenken über das eigene Verhalten im Internet und vermeintliche IT-Sicherheit”, so ihr Fazit.

Futurezone verlost 3 Exemplare

Die futurezone schrieb zum Buchstart ebenfalls einen Beitrag und verlost bis 20. April übrigens 3 E-Book-Exemplare! „Das ein Mensch auf diese Art und Weise ums Leben kommen könnte, halte ich für sehr realistisch. Selbstfahrende Autos sind fahrende Computer und wir wissen, wie sicher diese sind und wie oft wir Updates machen müssen, damit wir wieder vor Angriffen geschützt sind“, sagt Wimmer auf die Frage, wie realistisch „Tödlicher Crash“ ist.

Rezension des Literaturkritikers im KURIER

Auch der Literaturkritiker der Tageszeitung KURIER, Peter Pisa, nahm sich das Werk in seiner Buchkritik am 10. April 2020 vor.

“”Es ist ein Computer-Krimi, aber Barbara Wimmer – mit dem Renner-Publizistikpreis (Kategorie Online) ausgezeichnet – lässt Unkundige nicht im Stich, sie nimmt sie an der Hand, wenn sie zu Sicherheitsforschern und Hackern geht. (…) Wären bloß mehrere Krimis ein derartiger Gewinn; und so unterhaltsam”, schreibt Peter Pisa.

Kurier-Rezension

Interview übers schreiben

Auf “Treffpunkt Schreiben” bat mich Sonja Kral zum Autorinnen-Gespräch über den Schreibprozess zu “Tödlicher Crash”.

Wir sprachen u. a. über

  • die Herausforderung eine Idee loszulassen,
  • den schwierigen Weg der Verlagssuche – Scheitern inbegriffen,
  • hilfreiche Netzwerke,
  • das Plotten mit der „Snowflake“-Methode und
  • wie hart es war, durchzuhalten!

Ein wenig Radio mit Radio Dispositiv (u.a. Radio Orange)

Mit Herbert Gnaurer führte ich am Ostermontag ein einstündiges Gespräch auf Radio Orange zum “Tödlichen Crash”, Überwachungs-Apps, die Corona-Krise, selbstfahrende Autos und darüber, wie sich meine im Buch skizzierte Welt, die in der nahen Zukunft liegt, von der derzeitigen Situation unterscheidet. Hört rein, denn die Sendung von “Radio Dispositiv” gibt es jetzt zum Runterladen oder Anhören im Archiv.

Noch eine Rezension eines Soziologen & Wissenschaftlers

Auch in Deutschland wurde “Tödlicher Crash” in einer Rezension aufgegriffen, und zwar von Er ist Initiator des Forschungsnetzwerks “Surveillance Studies” und arbeitet als Wissenschaftler am Institut für kriminologische Sozialforschung an der Universität Hamburg. Für das Forschungsnetzwerk und Criminologia schreibt er regelmäßig Rezensionen, aber normalerweise nur über Sachbücher und wissenschaftliche Literatur. Danke für diese Ausnahme!

“Barbara Wimmer schafft es, mit den Elementen eines Krimis sehr gut ein aktuelles Thema und das komplexe Feld aus Überwachung, Algorithmen, Technologie, Netzpolitik in der gegenwärtigen Gesellschaft einfach und gleichzeitig spannend zu analysieren. Darin ist auch eine politische Botschaft enthalten – soweit kann sich die Autorin dann doch nicht hinter den Figuren verstecken. (…) Schön, wenn das nur der Auftakt zu mehr wäre”, so das Fazit.

Das Interview mit Netzpolitik.org

Und ein Interview mit Markus Beckedahl, Gründer und Chefredakteur von Netzpolitik.org. Ihm habe ich etwa die Frage beantwortet, wen ich als Leserin oder Leser für “Tödlicher Crash” im Auge habe? Ist der Roman eher für junge Menschen, die schon in netzpolitischen Debatten versiert sind oder ist er auch für unseren Eltern geeignet? – Und ganz grob beantwortet: Beide! Alles weitere müsst ihr selbst nachlesen 🙂

Tödlicher Crash von Barbara Wimmer, erschienen im Gmeiner Verlag.

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Mein Cyber-Wien-Krimi “Tödlicher Crash” erscheint am 8. April 2020

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Krisen gibt es viele. Die Corona-Krise, die Wirtschafts-Krise, die Klima-Krise. Alles Krisen. Hätte mir vor 5 Jahren, als ich die erste Idee zu “Tödlicher Crash” hatte, jemand erzählt, dass mein erster Roman mitten in einer Krise auf den Markt kommt, hätte ich wahrscheinlich gelacht und gesagt: “So schlimm kann es nicht sein.” Obwohl ich selbst gerne Weltuntergangsthriller (zuletzt sogar einen mit einem unbesiegbaren “Grippe”-Virus) lese, hätte ich mir wohl die aktuelle Situation nicht so ausgemalt, wie sie tatsächlich gekommen ist.

Gelitten mit den Figuren
Ich habe insgesamt rund 3 Jahre meines Lebens in mein Projekt “Tödlicher Crash” gesteckt und es ist für mich so etwas wie mein “Baby”. Viele, die ein Buch geschrieben haben, denken so – schließlich haben mein Roman & ich viel Zeit miteinander verbracht. Keiner kennt meine Figuren so gut wie ich und hat ihre Entwicklungen durchlebt und mit ihnen gelitten. 🙂

Es gibt in der derzeitigen Krise wahrlich komplett andere Dinge, die viel, viel, viel, viel wichtiger sind (z.B. Gesundheit und Job-Sicherheit/keine Existenzängste zu haben) und mir kommt mein Buchprojekt jetzt selbst plötzlich sehr unwichtig vor. Andererseits lese ich gerade jetzt haufenweise Social-Media-Postings mit “Ich habe gerade viel Zeit. Was für Bücher würdet ihr mir empfehlen?” und deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, um euch “Tödlicher Crash” kurz vorzustellen und hoffe, es kommt auf eure Lese-Liste für das Frühjahr oder den Sommer 2020!

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Worum geht’s
Ich darf euch hiermit ganz offiziell Stefanie Laudon vorstellen. Sie ist eine kritische Investigativ-Journalistin aus Wien, die für das Blatt “24 Stunden” schreibt. Der Cyber-Krimi spielt im Jahr 2022 in Wien. Der Finanzminister der Republik Österreich ist stolz auf sein selbstfahrendes Auto – eines der ersten, die im Lande zugelassen wurden. Doch plötzlich prallt das hochmoderne Fahrzeug gegen eine Baumallee. Der Tod des Politikers sorgt für großes Aufsehen. Anfangs ist unklar, ob es sich dabei um einen Unfall handelt. Oder steckt ein Hacker-Angriff dahinter? Stefanie Laudon will den Fall aufklären und gerät plötzlich selbst ins Visier der Ermittlungen … Stichwörter Funkzellenüberwachung und Social-Media-Monitoring.

Wenn ihr euch für technische Themen, Krimis, Wien, Hacker, vernetzte Autos, vernetzte Kuhställe (danke Fuxmux für deine Tipps und RIP!), Social-Media-Shitstorms, die Medienbranche, Cybersecurity, Netzpolitik, oder weibliche Protagonistinnen oder nur eines dieser Themen interessiert, darf ich euch mein Werk wärmstens ans Herz legen!

So könnt ihr es erwerben
Es erscheint am 8. April 2020 und ist als E-Book erhältlich (die Kindle-Version gibt es bei Amazon, die EPUB- und PDF-Version bei Thalia, bis 24. April zum reduzierten Preis um 4,99 Euro) und kann bereits vorbestellt werden. Auch als gedrucktes Buch um 14 Euro. Das gedruckte Buch ist mit dem ISBN-Code ISBN 978-3-8392-2597-4 in jeder Buchhandlung in ganz Österreich & Deutschand ab sofort bestellbar und wird ab 8. April bei Bestellungen direkt vom Buchhändler eures Vertrauens ausgeliefert oder zugestellt.

Ergo: Auch das gedruckte Buch ist erhältlich (z.B. bei Thalia, Morawa, Hugendubel). Die Buchhändlerinnen- und händler leisten gerade großartige Arbeit, denn auch für sie ist diese Situation neu. Ich werde daher in den nächsten Wochen den ein oder anderen von ihnen, die mein Buch auch lagernd haben, kurz vorstellen. Danke auch an meinen Verlag, der sich trotz Krise dazu entschieden hat, den Titel nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Den Hashtag #buecherhamstern gibt es übrigens auch! Nutzt ihn, und taggt mein Buch, wenn es euch gefällt, denn in der derzeitigen Krise kann ich als Autorin jede einzelne Unterstützung von euch wirklich sehr gut gebrauchen.

Am 8. April um 19.30 Uhr gab es rechtzeitig zum Buchstart auch eine Online-Lesung aus “Tödlicher Crash” auf YouTube. Weitere Lesungen sind geplant. (Update: Mittlerweile gibt es auch die ersten Medienstimmen zu “Tödlicher Crash”. Diese will ich euch keineswegs vorenthalten!)

In diesem Sinne: #buecherhamstern und bestellt das Buch mit dem ISBN-Code ISBN 978-3-8392-2597-4! Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen! ❤

 

Bericht von der “Aufmacher”-Medienrunde

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Das Journalistinnen- und Journalistenteam der “Aufmacher”-Medienrunde hat mich im Jänner 2020 in den Republikanischen Club eingeladen, um über meine Arbeit und Netzpolitik zu plaudern. Es war ein sehr netter Abend mit vielen, spannenden Inputs und vielen, vielen Fragen. Daraus entstand auch dieser Bericht, den ich mit freundlicher Genehmigung des “Aufmacher”-Teams von Anna Goldenberg, Bettina Figl, Christoph Schlemmer, Jan Marchart und Nora Laufer auch hier veröffentlichen darf.

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„Ich bin für Menschenrechte im digitalen Raum“
Einen Punkt aus ihrem Lebenslauf lässt die futurezone-Journalistin Barbara Wimmer gerne aus. Nachdem sie Publizistik, Politikwissenschaft und Anglistik studierte und auch abschloss, waren die Möglichkeiten für sie zunächst recht überschaubar, einen Job in der Medienbranche zu finden. Ihre Musikaffinität führte die frühere DJ zum Magazin „Breakbeat“ und zu „Radio Fro“.  Dann war da diese Annonce, in der ein neues Zeitungsprojekt angekündigt wurde. Von 1500 BewerberInnen schafften es 50 nach einem Assessmentprozedere in die dortige Lehrredaktion. Darunter Wimmer. Treffen mit Politikern und Pressekonferenzen gehörten nun zu ihrem Arbeitsalltag – wie gewöhnlich. Unscheinbar klang auch der Plan, dass sich das Projekt zwischen Standard und Presse positionieren wollte. Daraus wurde allerdings: Österreich.

„Wir wussten vor dem Erscheinen der ersten Ausgabe nicht, was das wird“, sagt Wimmer heute. Ein rascher Abschied war allerdings nicht möglich. Wer die Lehrredaktion besuchte, musste sich sechs Monate an Österreich binden oder die Kosten für die Ausbildung zurückzahlen.

Völlig umsonst war die Zeit bei der reißerischen Boulevardpostille für Wimmer aber nicht. Damals begann gewissermaßen ihre Karriere im Digitaljournalismus. Für die Tech-Sparte hätte sich bei Österreich niemand interessiert, so Wimmer. Als der einzige Redakteur des Ressorts auch noch länger ausfiel, übernahm Wimmer die Ressortleitung. Zeitgleich bewarb sie sich bei anderen Medien und wechselte zur futurezone, als diese noch Teil des ORF war. Ihr damaliger Chef holte Wimmer auch, weil er den Boulevard als gute Schule betrachtete. Er kam selbst aus dieser Sparte, konkret vom Schweizer Blick. Auch Wimmer bereut ihre Zeit bei Österreich nicht. „Ich habe viel gelernt, von mir wurde nie ein Text verunstaltet, ich musste mich nie schämen#, sagt sie. „Es ist bei Österreich auch möglich, guten Journalismus zu machen.“

Das Verteidigen der Menschenrechte im digitalen Raum
Die futurezone wurde 1999 als eigener Bereich für Technologienachrichten und Netzpolitik auf orf.at etabliert. Elf Jahre später fiel mit einem Mediengesetz, das dem ORF Beschränkungen des Online-Angebots vorschrieb, auch die futurezone zum Opfer. Der Kurier kaufte die Marke. Nur zwei von sieben Redakteurinnen blieben dem Portal treu. „Für mich war es einfach“, sagt Wimmer. „Mein Karenzvertrag lief damals aus, der ORF hatte einen Aufnahmestopp und ich wollte weiter über Technik und Technologie schreiben.“ 2010 startete ein völlig neues Team bei der futurezone im Hause Kurier.

Alles, worüber bei futurezone geschrieben wird, seien Querschnittsmaterien, die in fast allen Ressorts stattfinden können, sagt Wimmer. „Deshalb ist es total wichtig, dass wir uns absprechen.“  Viele Themen hätten beispielsweise einen innenpolitischen Touch. Der Unterschied zu einer Politikgeschichte in der Schreibkultur sei aber, dass „es weniger um Hickhack geht, als um Themen“. Einzelne Stimmen sollen nicht zu einer Geschichte aufgeblasen, sondern mehrere Stimmen zu hören und diese gesammelt präsentiert werden.  Zu einem neuen Thema werden bei futurezone laut Wimmer auch zunächst einmal Experten und Betroffene gefragt, ehe man Parteien um ihre Stellungnahmen bittet. Ein aktuelles Beispiel: Was bedeutet Gesichtserkennung? Was kann sie? Gehört sie verboten oder nicht? „In Deutschland wird darüber diskutiert, bei uns nicht“, sagt Wimmer. Auch das Beobachten von Entwicklungen im Ausland darf im Tech-Journalismus nicht fehlen.

Bei ihrer Arbeit hält sich Wimmer an einen um das Wort „digital“ ergänzten Grundsatz, den ORF-Anchorman Armin Wolf auf seinem Blog postete. „Ich bin für Menschenrechte im digitalen Raum und dagegen, Menschen digital aufzuhetzen.“ Gesichtserkennung kann in einem gewissen Maß gut sein, meint Wimmer. Eine ausufernde Überwachung im öffentlichen Raun hingegen kollidiere mit dem Grundrecht auf Privatsphäre. „Dieses Grundrecht möchte ich verteidigen.“

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„Technologie-Entwicklung lässt sich nicht stoppen“
Das Problem für die journalistische Berichterstattung sei, dass sich Technologien nicht statisch entwickeln würden, sondern explosionsartig. Es passiere gerade so viel im Zusammenhang mit der Digitalisierung, das gesetzliche Fragen aufwirft, was im heimischen Journalismus jedoch oft untergehe. „Technologie und Netzpolitik betreffen alle und die Entwicklungen lassen sich nicht stoppen“, sagt Wimmer. „Daher ist es umso wichtiger, dass man Technologie nicht mehr verwalten, sondern gestalten sollte.“

Aber auch in der Politik fehle es an Wissen und Aufmerksamkeit für Netzpolitik. Für eine aktuelle Geschichte über die Gesichtserkennung wollten sich bisher nur die Neos äußern. Auf der anderen Seite stünden heikle Punkte wie der Bundestrojaner wieder im türkis-grünen Arbeitsprogramm, so Wimmer. Der letzte Vorstoß von ÖVP und FPÖ wurde als verfassungswidrig aufgehoben. In Deutschland etwa sei die Diskussion über Netzpolitik nicht viel besser ausgeprägt, meint Wimmer. Zwar würden dort netzpolitische Themen nicht so stiefmütterlich behandelt werden wie hierzulande. Aber die Tech-Journalistin hört auch von ihren KollegInnen bei Netzpolitik.org  davon, dass „sie total verzweifeln, weil die Digitalisierung unter ihrem Wert verkauft wird“.

Ein Anruf vom Kanzlermacher
Manche Geschichten der futurezone werden auch im Kurier veröffentlicht. Müssen diese Artikel für die dortige Leserinnenschaft vereinfacht werden? „Manchmal“, sagt Wimmer. „Aber grundsätzlich muss der Artikel für die futurezone genauso verständlich sein wie für den Kurier.“ Es sei aber gerade bei Tech-Themen schwierig, dass der Wissenstand zwischen Schreiberin und LeserIn oft so auseinanderklaffe. Um dem entgegenzutreten, bietet die futurezone eine eigene Rubrik für Einsteiger an, in der Themen einfach erklärt werden sollen. Die Leserinnen können bei “frag die futurezone” auch Fragen an die Redaktion schicken, „die dann beantwortet werden“, sagt Wimmer.

Die futurezone verwendet auch ein Analysetool, das anzeigt, welche Artikel am öftesten geklickt werden. „Das sollte aber nie die Arbeit vollständig bestimmen, das wäre dann reiner Klickjournalismus, was abzulehnen ist“, sagt Wimmer. „Meine Themen sind oft nicht die, die am meisten geklickt werden.“ Bei ihren Recherchen über den AMS-Algorithmus war das völlig anders, weshalb auch eine größere Serie darüber entstand.

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Wimmer glaubt grundsätzlich, dass die Leute das Thema staatliche Überwachung mehr aufregt als die Datensammlungen von Apps beispielsweise. „Desto mehr staatliche Überwachung, desto mehr rückt man an China heran und von der Demokratie ab“, sagt sie Daran, dass Apps Daten sammeln, haben sich die Leute inzwischen gewöhnt. „Da gibt es den Pragmatismus, dass wir eh ausspioniert werden und dagegen nichts machen können, was so nicht stimmt.“ Wimmer empfiehlt, sich immer damit damit auseinanderzusetzen, was Apps mit den eigenen Daten machen. Das gilt für alle vernetzten Dinge – vom Stromzähler bis zu Alexa und zur Menstruationsapp.

Auch Lobbygruppen interessieren sich für die Berichterstattung der futurezone –  nicht immer nur im guten Sinne. Es gebe immer wieder Gruppen wie Verbände von Mobilfunkunternehmen, die in der Chefredaktion anrufen und versuchen zu intervenieren, wenn ihnen eine Darstellung nicht passt, so Wimmer. Auch ein sogenannter Kanzlermacher hätte sich vor kurzem gemeldet, als die futurezone ihn mit dem skandalträchtigen US-Datenunternehmen Cambridge Analytica in Verbindung brachte. Recherchen seien aber noch nie gestoppt worden, so Wimmer. „Sonst gibt es viel positives Feedback, weil die Leute dankbar sind, dass überhaupt jemand über diese Themen schreibt.“

An Netzpolitik Interessierten empfiehlt Wimmer den Netzpolitischen Abend. Dieser findet an jedem ersten Donnerstag im Monat im Metalab in Wien statt. Bei freiem Eintritt kann man an Fachvorträgen teilnehmen „und Leute kennenlernen, die sich die ganze Zeit damit beschäftigen“, so die Journalistin.

Die nächste Aufmacher-Medienrunde findet am 19. Februar ab 19 Uhr im Republikanischen Club statt und am Wort ist die ORF-Sportjournalistin Alina Zellhofer.

Dr. Karl Renner Publizistikpreis

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2019 war ein durchaus interessantes Jahr für mich. Ich dachte eigentlich, es wird ein Jahr des Arbeitens und Wartens auf 2020. Das Jahr, in dem endlich mein erster Kriminalroman “Tödlicher Crash” (Gmeiner Verlag) veröffentlicht wird. Stattdessen bekam ich gleich mehrere, ehrende Auszeichnungen für meine journalistischen Leistungen in diesem Jahr. Vom Prälat Ungar Anerkennungspreis habe ich euch bereits berichtet. Nun ist also der Dr. Karl Renner Publizistkpreis dran. Diesen habe ich 2019 in der Kategorie “Online” für meinen futurezone.at-Bericht “Das kann die Gesichtserkennungsssoftware der Polizei” erhalten.

Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC), der den Preis verleiht, hatte dieses Jahr ein weniger gutes Jahr als ich. Er wurde gebeutelt von einem Wirbel rund um einen anderen Journalistenpreis, den Prof. Claus Gatterer Preis. Die Geschichte dazu könnt ihr auf diversen Medienseiten des Landes nachlesen, z.B. hier. Der Aktivist, der den Wirbel ausgelöstet hatte und der kein Journalist sein will und sich selbst bewusst differenziert, rief in Folge dazu auf, dass alle Journalistenpreise des ÖJC zu boykottieren seien.

Transparenz bei der Preisvergabe

Damit geriet auch der Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2019 in einen Strudel hinein. Es galt plötzlich als “cool”, ihn tatsächlich abzulehnen. Es gab einen Dossier-Bericht, in dem auch die Kosten aufgelistet worden sind für die einzelnen Dinge, die bei so einer Preisverleihung anfallen. Aus diesem Bericht weiß ich, dass die Statuette, die ich nun für den Preis erhalten habe, einen Wert von 1000 Euro hat, weil sie “Kunst” ist. Ich weiß aus dem Bericht aber auch, dass der ÖJC bei der Vergabe dieses Preises völlig transparent vorgegangen ist. Von Anfang an waren alle Firmen bekannt, die im Konsortium saßen. Die Jury, die entscheidet, wer den Preis bekommt, war bekannt. Und die Kosten wurden bis auf die kleinste Ebene runtergebrochen zur Verfügung gestellt. Das ist weit mehr, als bei vielen anderen Journalistenpreisen in diesem Land üblich.

Manche Preise (ohne Namen nennen zu wollen) werden vergeben, ohne dass man weiß, wer nominiert ist und wer entscheidet. Ich halte dies für viel intransparenter und weniger fair. Aber das hier soll jetzt keine Diskussion über Journalistenpreise an sich werden. Da gäbe es viel zu sagen und diese Debatte wurde sogar direkt bei der Verleihung zum Dr. Karl Renner Publizistikpreis von einigen Teilnehmer/innen geführt und kann gerne an anderer Stelle fortgesetzt werden.

Foto-Credit: H.Hochmuth & privat

Wichtig für die Netzpolitik und Journalismus

Doch jetzt möchte ich mal zum Preis an sich etwas schreiben – und was er für mich bedeutet. Der Dr. Karl Renner Publizistikpreis ist einer der renommiertesten Journalistenpreise des Landes. Ich hätte mir vor 15 Jahren, als ich hauptberuflich mit dem Journalismus als Brotjob begonnen hatte, nicht erträumt, jemals mit diesem Preis, den im Jahr 2002 Armin Thurnher und im Jahr 2012 Kurt Kuch, im Jahr 2013 Eva Weissenberger und im Jahr 2014 Erich Möchel (um nur einige wenige zu nennen) erhalten haben, ausgezeichnet zu werden. Journalismus, und Schreiben, sind aber meine Leidenschaften und ich liebe es, das zu tun, was ich tue. Das ist nun dieses Jahr neben anderen Jurys (ich stehe z.B. noch auf der Short List für den Surveillance Studies Journalistenpreis 2020) auch der Jury des ÖJC aufgefallen. Und ich bin stolz darauf.

So viel zum Persönlichen. Jetzt folgt der Aspekt, der für mich noch wichtiger ist: Ich schreibe seit rund neun Jahren schwerpunktmäßig über Netzpolitik. Darunter fallen Begriffe wie Bundestrojaner, Datenschutzgrundverordnung, Vorratsdatenspeicherung, Diskriminierung durch Algorithmen, Uploadfilter. Das sind unfassbar sexy Themen, aber oft fehlt den Menschen dieses “Was hat das mit mir zu tun?” Vieles, liebe Leute. Vieles. Diese Gesetze, Regulierungen, technischen Innovationen und Entwicklungen bestimmen unser Leben schon jetzt zu einem bestimmten Grad und werden das auch in Zukunft noch viel mehr tun. Netzpolitische Themen entscheiden über unsere Zukunft, kommen aber im Diskurs oft zu kurz.

Ein Dankessegen

Daher habe ich mich bei der Preisverleihung im Wiener Rathaus bei meinem Arbeitgeber futurezone.at und Chefredakteurin Claudia Zettel dafür bedankt, dass diese Themen bei uns diesen Stellenwert haben und auch in Zukunft behalten werden. Aber auch dem ÖJC ist ein Dank meinerseits auszusprechen, dass er mir diesen Preis für meinen Artikel über die Gesichtserkennungssoftware der Polizei verliehen hat. Damit ist nämlich ein Anreiz gesetzt, dass sich künftig noch mehr Journalistinnen/en mit diesen oft unnahbaren Themen auseinandersetzen. Es zeigt, dass auch oft als sperrig und schwierig wahrgenommene Netzthemen preiswürdig sein können. Und ein Danke geht auch an die Bürgerrechtsorganisationen epicenter.works und das Forum Informationsfreiheit, die mich mit Statements und “Frag den Staat”-Dokumenten für den preisgekrönten Artikel versorgt hatten. Ohne “Frag den Staat”-Anfragen würden wir nämlich bis heute nicht wissen, wie viel die Gesichtserkennungsssoftware gekostet hat und wer sie herstellt. Diese Informationen wurden mir nämlich als Journalistin vonseiten der Polizei vorenthalten.

Ich könnte jetzt noch viel mehr dazu schreiben, weil mich rund um diese Preisverleihung Vieles bewegt hat. Ich könnte jetzt noch die Unterstützung des ÖJC für Max Zirngast erwähnen, als er in der Türkei inhaftiert war; oder dass mir Otmar Lahodynsky, der mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, erzählt hatte, dass bei der Preisverleihung der frühere Polizeichef und LH-Vize Schnabl in der ersten Reihe saß und damit über diesen Weg auch über das Gesichtserkennung-Programm erfuhr… etc. etc. etc. Aber das interessiert euch doch gar nicht! xxx.

 

 

Prälat Ungar Anerkennungspreis

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Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfahren hatte, dass ich mit dem Prälat Leopold Ungar Anerkennungspreis in der Kategorie “Online” für meine Artikel-Serie über den AMS-Algorithmus ausgezeichnet werde. Die Preisverleihung ging mittlerweile über die Bühne, sie fand in der Brunnenpassage in Wien statt und ein paar ganz liebe Freundinnen haben mich begleitet. Danke dafür!

Der Preis wird jährlich von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien vergeben. Bei der Auszeichnung geht es um hervorragende Berichterstattung von Redakteurinnen und Redakteuren, die sich “couragiert gegen eigene und fremde Vorurteile wenden und sich im Spannungsfeld zwischen Emotion und Information sensibel um kreative Zugänge in der Berichterstattung bemühen.”

Foto Credits: Stefanie J. Steindl Photography

Happy Barbara ist happy, weil ich finde, dass wir dem Thema, wie Algorithmen über unser Leben entscheiden, in Österreich noch viel, viel, viel mehr Aufmerksamkeit widmen müssen und es noch ganz, ganz, ganz viel an Berichterstattung und unterschiedlichen, mutigen Perspektiven braucht! Wir können die von Technologie geprägter Zukunft nämlich nicht aufhalten, aber wir können sie mitbestimmen.

Hier gibt es ein Video von der Preisverleihung:

Und wo sind die “herausragenden” Beiträge? Ja, die gibt es selbstverständlich auch! Und zwar auf futurezone.at zum Nachlesen:

Computer sagt nein: Algorithmus gibt Frauen weniger Chancen beim AMS

“AMS-Sachbearbeiter erkennen nicht, wann ein Programm falsch liegt”

Wo Algorithmen bereits versagt haben

PS: Es ist meine 2. Auszeichnung für meine Arbeit als Journalistin. 2018 wurde ich mit dem WINFRA beehrt (hier gibt es das Blogposting dazu). Und am 11. Dezember werde ich mit dem Dr. Karl-Renner-Publizistik-Preis in der Kategorie “Online” ausgezeichnet (hier gibt es Infos zur Veranstaltung.)

Big Brother Awards Laudatio

Zum 20. Mal wurden vom Verein quintessenz am Freitag die Big Brother Awards im Rabenhoftheater verliehen. Worum geht es dabei?

“Die Sicherung der Privatsphäre wird im Zeitalter der globalen Kommunikation zur wesentlichen demokratischen Herausforderung. Es ist hoch an der Zeit, öffentlich auf die Gefahren der Unversehrtheit unserer Daten-Integrität hinzuweisen”, heißt es auf der Website.

Ich bin seit 2015 Teil der Jury, weil ich mich praktisch das ganze Jahr über bei meiner Arbeit als Netzpolitik- und Technologie-Journalistin mit Privatsphäre & Datenschutz-Themen befasse, und durfte als Jurymitglied auch 2019 wieder eine Laudatio halten – dieses Jahr in der Kategorie “Politik”.

Bei der Laudatio. Foto Credit: Joanna Pianka, meine Lieblingsfotografin ❤

Hier gibt es einen Überblick über alle Nominierten. Und hier einen Überblick über alle Gewinner aller Kategorien.

Leider nicht gewonnen hat der AMS-Algorithmus. Meine Rede dazu will ich euch trotzdem nicht vorenthalten:

Profiling durch AMS-Algorithmus

Algorithmen beeinflussen mittlerweile viele unserer Lebensbereiche. Zwei Dinge sollte man dabei auf keinen Fall vergessen: Computerbasierte Systeme können zu Diskriminierung führen und sie können fehlerhaft sein. Es ist daher besonders kritisch, wenn ein Staat auf solche Systeme setzt und es für Betroffene keinen Mechanismus gibt, sich dagegen zu wehren, wenn eine Entscheidung falsch ist.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) darf ein Computerprogramm einsetzen, um die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen zu bewerten. Das Programm wurde bereits vom Verwaltungsrat abgenickt, befindet sich derzeit im Testbetrieb und soll ab Mitte 2020 österreichweit in den Echtbetrieb wechseln.

Wer arbeitslos wird und sich beim AMS meldet, wird vom Algorithmus bewertet und in eine von drei Gruppen eingeteilt. Im Segment A befinden sich Personen mit sehr guten Integrationschancen ohne Unterstützungsbedarf, im Segment B die Personen mit mittleren Integrationschancen, die „notwendige Unterstützung“ – also Förderungen – bekommen sollen, und im Segment C die Personen mit „geringen Integrationschancen“ in den Arbeitsmarkt. Diese Gruppe wird an eine externe Beratungsagentur ausgelagert und soll unter anderem mit Musik- und Sportprogrammen beschäftigt werden.

Frauen bekommen vom Computerprogramm per se Punkteabzüge, weil sie Frauen sind, ebenso gesundheitlich Beeinträchtigte, aber auch der Wohnort spielt eine Rolle. Diskriminierung? Ja! Laut AMS sei das eine „Abbildung des Marktes“. Laut AMS trifft am Ende auch ein Mensch – der Sachbearbeiter – die finale Entscheidung über die Einstufung. Doch diese sind meistens nicht in der Lage, die Entscheidungen zu hinterfragen – aus Zeitgründen, weil sie viele Menschen gleichzeitig betreuen müssen, oder aber aus anderen Gründen. Maschinen eilt der Ruf voraus, neutral und objektiv zu sein. Doch das sind sie nicht. Doch wie viele Mitarbeiter sind dann wirklich so gut geschult, dass sie etwa erkennen können, wenn eine Maschine einen Fehler gemacht hat? Im Oktober war das bei 30.000 Menschen der Fall, wie vor kurzem bekannt wurde. 30.000 Menschen wurden vom System falsch eingestuft.

Die Entscheidung sind für den Einzelnen weitreichend – trotzdem können sie sich nicht wehren. Die EU-Datenschutzgrundverordnung hat dem Profiling, der automatischen Bewertung einer Person und ihres Verhaltens zwar besondere Beachtung geschenkt, aber das gilt nur für die automatisierte Bewertung. Wenn Sachbearbeiter das letzte Wort haben, spricht man nur von einer Teilautomatisierung und hier entsteht dadurch eine Gesetzeslücke, weil Menschen plötzlich kein Widerspruchsrecht mehr haben.

Carla Hustedt, die zu Algorithmenethik forscht, empfohl daher im Interview mit mir: Wir brauchen wesentliche Veränderungen, bevor derartige Systeme wirklich in den Echtzeitbetrieb gehen: Einen Kompetenzausbau auf allen Ebenen, die Stärkung von Kontrollinstitutionen, die Überarbeitung rechtlicher Rahmenbedingungen bis hin zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über den Einsatz von algorithmischen Systemen. Gerade der öffentliche Sektor ist ein sensibler Bereich, weil Menschen amtlichen Entscheidungen nicht entgehen können. Dort sind die Transparenzforderungen besonders hoch. Es braucht hier auf jeden Fall unabhängige Prüforganisationen und Beschaffungsstandards, die Kontrolle ermöglichen.

Und es braucht auch funktionierende Datenschutzrechte für Betroffene, damit sich diese auch gegen falsche Einstufungen wehren können.