Mein Cyber-Wien-Krimi “Tödlicher Crash” erscheint am 8. April 2020

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Krisen gibt es viele. Die Corona-Krise, die Wirtschafts-Krise, die Klima-Krise. Alles Krisen. Hätte mir vor 5 Jahren, als ich die erste Idee zu “Tödlicher Crash” hatte, jemand erzählt, dass mein erster Roman mitten in einer Krise auf den Markt kommt, hätte ich wahrscheinlich gelacht und gesagt: “So schlimm kann es nicht sein.” Obwohl ich selbst gerne Weltuntergangsthriller (zuletzt sogar einen mit einem unbesiegbaren “Grippe”-Virus) lese, hätte ich mir wohl die aktuelle Situation nicht so ausgemalt, wie sie tatsächlich gekommen ist.

Gelitten mit den Figuren
Ich habe insgesamt rund 3 Jahre meines Lebens in mein Projekt “Tödlicher Crash” gesteckt und es ist für mich so etwas wie mein “Baby”. Viele, die ein Buch geschrieben haben, denken so – schließlich haben mein Roman & ich viel Zeit miteinander verbracht. Keiner kennt meine Figuren so gut wie ich und hat ihre Entwicklungen durchlebt und mit ihnen gelitten. 🙂

Es gibt in der derzeitigen Krise wahrlich komplett andere Dinge, die viel, viel, viel, viel wichtiger sind (z.B. Gesundheit und Job-Sicherheit/keine Existenzängste zu haben) und mir kommt mein Buchprojekt jetzt selbst plötzlich sehr unwichtig vor. Andererseits lese ich gerade jetzt haufenweise Social-Media-Postings mit “Ich habe gerade viel Zeit. Was für Bücher würdet ihr mir empfehlen?” und deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, um euch “Tödlicher Crash” kurz vorzustellen und hoffe, es kommt auf eure Lese-Liste für Ostern 2020 (oder für den Urlaub/die Kurzarbeit danach!)Tödlicher_Crash_LY_2.indd

Worum geht’s
Ich darf euch hiermit ganz offiziell Stefanie Laudon vorstellen. Sie ist eine kritische Investigativ-Journalistin aus Wien, die für das Blatt “24 Stunden” schreibt. Der Cyber-Krimi spielt im Jahr 2022 in Wien. Der Finanzminister der Republik Österreich ist stolz auf sein selbstfahrendes Auto – eines der ersten, die im Lande zugelassen wurden. Doch plötzlich prallt das hochmoderne Fahrzeug gegen eine Baumallee. Der Tod des Politikers sorgt für großes Aufsehen. Anfangs ist unklar, ob es sich dabei um einen Unfall handelt. Oder steckt ein Hacker-Angriff dahinter? Stefanie Laudon will den Fall aufklären und gerät plötzlich selbst ins Visier der Ermittlungen … Stichwörter Funkzellenüberwachung und Social-Media-Monitoring.

Wenn ihr euch für technische Themen, Krimis, Hacker, vernetzte Autos, vernetzte Kuhställe (danke Fuxmux für deine Tipps und RIP!), Social-Media-Shitstorms, die Medienbranche, Cybersecurity oder nur eines dieser Themen interessiert, darf ich euch mein Werk wärmstens ans Herz legen!

So könnt ihr es erwerben
Es erscheint am 8. April 2020 und ist als E-Book erhältlich (die Kindle-Version gibt es bei Amazon, die EPUB- und PDF-Version bei Thalia um 10,99 Euro) und kann bereits vorbestellt werden. Auch als gedrucktes Buch um 14 Euro. Das Buch ist mit dem ISBN-Code ISBN 978-3-8392-2597-4 in jeder Buchhandlung in ganz Österreich & Deutschand ab sofort bestellbar und wird ab 8. April bei Bestellungen direkt vom Buchhändler eures Vertrauens ausgeliefert oder zugestellt. Ergo: Auch das gedruckte Buch ist erhältlich. Die Buchhändlerinnen- und händler leisten gerade großartige Arbeit, denn auch für sie ist diese Situation neu. Ich werde daher in den nächsten Wochen den ein oder anderen von ihnen, die mein Buch auch lagernd haben, kurz vorstellen. Danke auch an meinen Verlag, der sich trotz Krise dazu entschieden hat, den Titel nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Den Hashtag #buecherhamstern gibt es übrigens auch! Nutzt ihn, und taggt mein Buch, wenn es euch gefällt, denn in der derzeitigen Krise kann ich als Autorin jede einzelne Unterstützung von euch wirklich sehr gut gebrauchen.

Am 8. April um 19.30 Uhr gibt es rechtzeitig zum Buchstart auch eine Online-Lesung aus “Tödlicher Crash” auf YouTube. In diesem Sinne: Save the Date – und bestellt das Buch! Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen! ❤

Bericht von der “Aufmacher”-Medienrunde

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Das Journalistinnen- und Journalistenteam der “Aufmacher”-Medienrunde hat mich im Jänner 2020 in den Republikanischen Club eingeladen, um über meine Arbeit und Netzpolitik zu plaudern. Es war ein sehr netter Abend mit vielen, spannenden Inputs und vielen, vielen Fragen. Daraus entstand auch dieser Bericht, den ich mit freundlicher Genehmigung des “Aufmacher”-Teams von Anna Goldenberg, Bettina Figl, Christoph Schlemmer, Jan Marchart und Nora Laufer auch hier veröffentlichen darf.

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„Ich bin für Menschenrechte im digitalen Raum“
Einen Punkt aus ihrem Lebenslauf lässt die futurezone-Journalistin Barbara Wimmer gerne aus. Nachdem sie Publizistik, Politikwissenschaft und Anglistik studierte und auch abschloss, waren die Möglichkeiten für sie zunächst recht überschaubar, einen Job in der Medienbranche zu finden. Ihre Musikaffinität führte die frühere DJ zum Magazin „Breakbeat“ und zu „Radio Fro“.  Dann war da diese Annonce, in der ein neues Zeitungsprojekt angekündigt wurde. Von 1500 BewerberInnen schafften es 50 nach einem Assessmentprozedere in die dortige Lehrredaktion. Darunter Wimmer. Treffen mit Politikern und Pressekonferenzen gehörten nun zu ihrem Arbeitsalltag – wie gewöhnlich. Unscheinbar klang auch der Plan, dass sich das Projekt zwischen Standard und Presse positionieren wollte. Daraus wurde allerdings: Österreich.

„Wir wussten vor dem Erscheinen der ersten Ausgabe nicht, was das wird“, sagt Wimmer heute. Ein rascher Abschied war allerdings nicht möglich. Wer die Lehrredaktion besuchte, musste sich sechs Monate an Österreich binden oder die Kosten für die Ausbildung zurückzahlen.

Völlig umsonst war die Zeit bei der reißerischen Boulevardpostille für Wimmer aber nicht. Damals begann gewissermaßen ihre Karriere im Digitaljournalismus. Für die Tech-Sparte hätte sich bei Österreich niemand interessiert, so Wimmer. Als der einzige Redakteur des Ressorts auch noch länger ausfiel, übernahm Wimmer die Ressortleitung. Zeitgleich bewarb sie sich bei anderen Medien und wechselte zur futurezone, als diese noch Teil des ORF war. Ihr damaliger Chef holte Wimmer auch, weil er den Boulevard als gute Schule betrachtete. Er kam selbst aus dieser Sparte, konkret vom Schweizer Blick. Auch Wimmer bereut ihre Zeit bei Österreich nicht. „Ich habe viel gelernt, von mir wurde nie ein Text verunstaltet, ich musste mich nie schämen#, sagt sie. „Es ist bei Österreich auch möglich, guten Journalismus zu machen.“

Das Verteidigen der Menschenrechte im digitalen Raum
Die futurezone wurde 1999 als eigener Bereich für Technologienachrichten und Netzpolitik auf orf.at etabliert. Elf Jahre später fiel mit einem Mediengesetz, das dem ORF Beschränkungen des Online-Angebots vorschrieb, auch die futurezone zum Opfer. Der Kurier kaufte die Marke. Nur zwei von sieben Redakteurinnen blieben dem Portal treu. „Für mich war es einfach“, sagt Wimmer. „Mein Karenzvertrag lief damals aus, der ORF hatte einen Aufnahmestopp und ich wollte weiter über Technik und Technologie schreiben.“ 2010 startete ein völlig neues Team bei der futurezone im Hause Kurier.

Alles, worüber bei futurezone geschrieben wird, seien Querschnittsmaterien, die in fast allen Ressorts stattfinden können, sagt Wimmer. „Deshalb ist es total wichtig, dass wir uns absprechen.“  Viele Themen hätten beispielsweise einen innenpolitischen Touch. Der Unterschied zu einer Politikgeschichte in der Schreibkultur sei aber, dass „es weniger um Hickhack geht, als um Themen“. Einzelne Stimmen sollen nicht zu einer Geschichte aufgeblasen, sondern mehrere Stimmen zu hören und diese gesammelt präsentiert werden.  Zu einem neuen Thema werden bei futurezone laut Wimmer auch zunächst einmal Experten und Betroffene gefragt, ehe man Parteien um ihre Stellungnahmen bittet. Ein aktuelles Beispiel: Was bedeutet Gesichtserkennung? Was kann sie? Gehört sie verboten oder nicht? „In Deutschland wird darüber diskutiert, bei uns nicht“, sagt Wimmer. Auch das Beobachten von Entwicklungen im Ausland darf im Tech-Journalismus nicht fehlen.

Bei ihrer Arbeit hält sich Wimmer an einen um das Wort „digital“ ergänzten Grundsatz, den ORF-Anchorman Armin Wolf auf seinem Blog postete. „Ich bin für Menschenrechte im digitalen Raum und dagegen, Menschen digital aufzuhetzen.“ Gesichtserkennung kann in einem gewissen Maß gut sein, meint Wimmer. Eine ausufernde Überwachung im öffentlichen Raun hingegen kollidiere mit dem Grundrecht auf Privatsphäre. „Dieses Grundrecht möchte ich verteidigen.“

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„Technologie-Entwicklung lässt sich nicht stoppen“
Das Problem für die journalistische Berichterstattung sei, dass sich Technologien nicht statisch entwickeln würden, sondern explosionsartig. Es passiere gerade so viel im Zusammenhang mit der Digitalisierung, das gesetzliche Fragen aufwirft, was im heimischen Journalismus jedoch oft untergehe. „Technologie und Netzpolitik betreffen alle und die Entwicklungen lassen sich nicht stoppen“, sagt Wimmer. „Daher ist es umso wichtiger, dass man Technologie nicht mehr verwalten, sondern gestalten sollte.“

Aber auch in der Politik fehle es an Wissen und Aufmerksamkeit für Netzpolitik. Für eine aktuelle Geschichte über die Gesichtserkennung wollten sich bisher nur die Neos äußern. Auf der anderen Seite stünden heikle Punkte wie der Bundestrojaner wieder im türkis-grünen Arbeitsprogramm, so Wimmer. Der letzte Vorstoß von ÖVP und FPÖ wurde als verfassungswidrig aufgehoben. In Deutschland etwa sei die Diskussion über Netzpolitik nicht viel besser ausgeprägt, meint Wimmer. Zwar würden dort netzpolitische Themen nicht so stiefmütterlich behandelt werden wie hierzulande. Aber die Tech-Journalistin hört auch von ihren KollegInnen bei Netzpolitik.org  davon, dass „sie total verzweifeln, weil die Digitalisierung unter ihrem Wert verkauft wird“.

Ein Anruf vom Kanzlermacher
Manche Geschichten der futurezone werden auch im Kurier veröffentlicht. Müssen diese Artikel für die dortige Leserinnenschaft vereinfacht werden? „Manchmal“, sagt Wimmer. „Aber grundsätzlich muss der Artikel für die futurezone genauso verständlich sein wie für den Kurier.“ Es sei aber gerade bei Tech-Themen schwierig, dass der Wissenstand zwischen Schreiberin und LeserIn oft so auseinanderklaffe. Um dem entgegenzutreten, bietet die futurezone eine eigene Rubrik für Einsteiger an, in der Themen einfach erklärt werden sollen. Die Leserinnen können bei “frag die futurezone” auch Fragen an die Redaktion schicken, „die dann beantwortet werden“, sagt Wimmer.

Die futurezone verwendet auch ein Analysetool, das anzeigt, welche Artikel am öftesten geklickt werden. „Das sollte aber nie die Arbeit vollständig bestimmen, das wäre dann reiner Klickjournalismus, was abzulehnen ist“, sagt Wimmer. „Meine Themen sind oft nicht die, die am meisten geklickt werden.“ Bei ihren Recherchen über den AMS-Algorithmus war das völlig anders, weshalb auch eine größere Serie darüber entstand.

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Wimmer glaubt grundsätzlich, dass die Leute das Thema staatliche Überwachung mehr aufregt als die Datensammlungen von Apps beispielsweise. „Desto mehr staatliche Überwachung, desto mehr rückt man an China heran und von der Demokratie ab“, sagt sie Daran, dass Apps Daten sammeln, haben sich die Leute inzwischen gewöhnt. „Da gibt es den Pragmatismus, dass wir eh ausspioniert werden und dagegen nichts machen können, was so nicht stimmt.“ Wimmer empfiehlt, sich immer damit damit auseinanderzusetzen, was Apps mit den eigenen Daten machen. Das gilt für alle vernetzten Dinge – vom Stromzähler bis zu Alexa und zur Menstruationsapp.

Auch Lobbygruppen interessieren sich für die Berichterstattung der futurezone –  nicht immer nur im guten Sinne. Es gebe immer wieder Gruppen wie Verbände von Mobilfunkunternehmen, die in der Chefredaktion anrufen und versuchen zu intervenieren, wenn ihnen eine Darstellung nicht passt, so Wimmer. Auch ein sogenannter Kanzlermacher hätte sich vor kurzem gemeldet, als die futurezone ihn mit dem skandalträchtigen US-Datenunternehmen Cambridge Analytica in Verbindung brachte. Recherchen seien aber noch nie gestoppt worden, so Wimmer. „Sonst gibt es viel positives Feedback, weil die Leute dankbar sind, dass überhaupt jemand über diese Themen schreibt.“

An Netzpolitik Interessierten empfiehlt Wimmer den Netzpolitischen Abend. Dieser findet an jedem ersten Donnerstag im Monat im Metalab in Wien statt. Bei freiem Eintritt kann man an Fachvorträgen teilnehmen „und Leute kennenlernen, die sich die ganze Zeit damit beschäftigen“, so die Journalistin.

Die nächste Aufmacher-Medienrunde findet am 19. Februar ab 19 Uhr im Republikanischen Club statt und am Wort ist die ORF-Sportjournalistin Alina Zellhofer.

Dr. Karl Renner Publizistikpreis

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2019 war ein durchaus interessantes Jahr für mich. Ich dachte eigentlich, es wird ein Jahr des Arbeitens und Wartens auf 2020. Das Jahr, in dem endlich mein erster Kriminalroman “Tödlicher Crash” (Gmeiner Verlag) veröffentlicht wird. Stattdessen bekam ich gleich mehrere, ehrende Auszeichnungen für meine journalistischen Leistungen in diesem Jahr. Vom Prälat Ungar Anerkennungspreis habe ich euch bereits berichtet. Nun ist also der Dr. Karl Renner Publizistkpreis dran. Diesen habe ich 2019 in der Kategorie “Online” für meinen futurezone.at-Bericht “Das kann die Gesichtserkennungsssoftware der Polizei” erhalten.

Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC), der den Preis verleiht, hatte dieses Jahr ein weniger gutes Jahr als ich. Er wurde gebeutelt von einem Wirbel rund um einen anderen Journalistenpreis, den Prof. Claus Gatterer Preis. Die Geschichte dazu könnt ihr auf diversen Medienseiten des Landes nachlesen, z.B. hier. Der Aktivist, der den Wirbel ausgelöstet hatte und der kein Journalist sein will und sich selbst bewusst differenziert, rief in Folge dazu auf, dass alle Journalistenpreise des ÖJC zu boykottieren seien.

Transparenz bei der Preisvergabe

Damit geriet auch der Dr. Karl Renner Publizistikpreis 2019 in einen Strudel hinein. Es galt plötzlich als “cool”, ihn tatsächlich abzulehnen. Es gab einen Dossier-Bericht, in dem auch die Kosten aufgelistet worden sind für die einzelnen Dinge, die bei so einer Preisverleihung anfallen. Aus diesem Bericht weiß ich, dass die Statuette, die ich nun für den Preis erhalten habe, einen Wert von 1000 Euro hat, weil sie “Kunst” ist. Ich weiß aus dem Bericht aber auch, dass der ÖJC bei der Vergabe dieses Preises völlig transparent vorgegangen ist. Von Anfang an waren alle Firmen bekannt, die im Konsortium saßen. Die Jury, die entscheidet, wer den Preis bekommt, war bekannt. Und die Kosten wurden bis auf die kleinste Ebene runtergebrochen zur Verfügung gestellt. Das ist weit mehr, als bei vielen anderen Journalistenpreisen in diesem Land üblich.

Manche Preise (ohne Namen nennen zu wollen) werden vergeben, ohne dass man weiß, wer nominiert ist und wer entscheidet. Ich halte dies für viel intransparenter und weniger fair. Aber das hier soll jetzt keine Diskussion über Journalistenpreise an sich werden. Da gäbe es viel zu sagen und diese Debatte wurde sogar direkt bei der Verleihung zum Dr. Karl Renner Publizistikpreis von einigen Teilnehmer/innen geführt und kann gerne an anderer Stelle fortgesetzt werden.

Foto-Credit: H.Hochmuth & privat

Wichtig für die Netzpolitik und Journalismus

Doch jetzt möchte ich mal zum Preis an sich etwas schreiben – und was er für mich bedeutet. Der Dr. Karl Renner Publizistikpreis ist einer der renommiertesten Journalistenpreise des Landes. Ich hätte mir vor 15 Jahren, als ich hauptberuflich mit dem Journalismus als Brotjob begonnen hatte, nicht erträumt, jemals mit diesem Preis, den im Jahr 2002 Armin Thurnher und im Jahr 2012 Kurt Kuch, im Jahr 2013 Eva Weissenberger und im Jahr 2014 Erich Möchel (um nur einige wenige zu nennen) erhalten haben, ausgezeichnet zu werden. Journalismus, und Schreiben, sind aber meine Leidenschaften und ich liebe es, das zu tun, was ich tue. Das ist nun dieses Jahr neben anderen Jurys (ich stehe z.B. noch auf der Short List für den Surveillance Studies Journalistenpreis 2020) auch der Jury des ÖJC aufgefallen. Und ich bin stolz darauf.

So viel zum Persönlichen. Jetzt folgt der Aspekt, der für mich noch wichtiger ist: Ich schreibe seit rund neun Jahren schwerpunktmäßig über Netzpolitik. Darunter fallen Begriffe wie Bundestrojaner, Datenschutzgrundverordnung, Vorratsdatenspeicherung, Diskriminierung durch Algorithmen, Uploadfilter. Das sind unfassbar sexy Themen, aber oft fehlt den Menschen dieses “Was hat das mit mir zu tun?” Vieles, liebe Leute. Vieles. Diese Gesetze, Regulierungen, technischen Innovationen und Entwicklungen bestimmen unser Leben schon jetzt zu einem bestimmten Grad und werden das auch in Zukunft noch viel mehr tun. Netzpolitische Themen entscheiden über unsere Zukunft, kommen aber im Diskurs oft zu kurz.

Ein Dankessegen

Daher habe ich mich bei der Preisverleihung im Wiener Rathaus bei meinem Arbeitgeber futurezone.at und Chefredakteurin Claudia Zettel dafür bedankt, dass diese Themen bei uns diesen Stellenwert haben und auch in Zukunft behalten werden. Aber auch dem ÖJC ist ein Dank meinerseits auszusprechen, dass er mir diesen Preis für meinen Artikel über die Gesichtserkennungssoftware der Polizei verliehen hat. Damit ist nämlich ein Anreiz gesetzt, dass sich künftig noch mehr Journalistinnen/en mit diesen oft unnahbaren Themen auseinandersetzen. Es zeigt, dass auch oft als sperrig und schwierig wahrgenommene Netzthemen preiswürdig sein können. Und ein Danke geht auch an die Bürgerrechtsorganisationen epicenter.works und das Forum Informationsfreiheit, die mich mit Statements und “Frag den Staat”-Dokumenten für den preisgekrönten Artikel versorgt hatten. Ohne “Frag den Staat”-Anfragen würden wir nämlich bis heute nicht wissen, wie viel die Gesichtserkennungsssoftware gekostet hat und wer sie herstellt. Diese Informationen wurden mir nämlich als Journalistin vonseiten der Polizei vorenthalten.

Ich könnte jetzt noch viel mehr dazu schreiben, weil mich rund um diese Preisverleihung Vieles bewegt hat. Ich könnte jetzt noch die Unterstützung des ÖJC für Max Zirngast erwähnen, als er in der Türkei inhaftiert war; oder dass mir Otmar Lahodynsky, der mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, erzählt hatte, dass bei der Preisverleihung der frühere Polizeichef und LH-Vize Schnabl in der ersten Reihe saß und damit über diesen Weg auch über das Gesichtserkennung-Programm erfuhr… etc. etc. etc. Aber das interessiert euch doch gar nicht! xxx.

 

 

Prälat Ungar Anerkennungspreis

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Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfahren hatte, dass ich mit dem Prälat Leopold Ungar Anerkennungspreis in der Kategorie “Online” für meine Artikel-Serie über den AMS-Algorithmus ausgezeichnet werde. Die Preisverleihung ging mittlerweile über die Bühne, sie fand in der Brunnenpassage in Wien statt und ein paar ganz liebe Freundinnen haben mich begleitet. Danke dafür!

Der Preis wird jährlich von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien vergeben. Bei der Auszeichnung geht es um hervorragende Berichterstattung von Redakteurinnen und Redakteuren, die sich “couragiert gegen eigene und fremde Vorurteile wenden und sich im Spannungsfeld zwischen Emotion und Information sensibel um kreative Zugänge in der Berichterstattung bemühen.”

Foto Credits: Stefanie J. Steindl Photography

Happy Barbara ist happy, weil ich finde, dass wir dem Thema, wie Algorithmen über unser Leben entscheiden, in Österreich noch viel, viel, viel mehr Aufmerksamkeit widmen müssen und es noch ganz, ganz, ganz viel an Berichterstattung und unterschiedlichen, mutigen Perspektiven braucht! Wir können die von Technologie geprägter Zukunft nämlich nicht aufhalten, aber wir können sie mitbestimmen.

Hier gibt es ein Video von der Preisverleihung:

Und wo sind die “herausragenden” Beiträge? Ja, die gibt es selbstverständlich auch! Und zwar auf futurezone.at zum Nachlesen:

Computer sagt nein: Algorithmus gibt Frauen weniger Chancen beim AMS

“AMS-Sachbearbeiter erkennen nicht, wann ein Programm falsch liegt”

Wo Algorithmen bereits versagt haben

PS: Es ist meine 2. Auszeichnung für meine Arbeit als Journalistin. 2018 wurde ich mit dem WINFRA beehrt (hier gibt es das Blogposting dazu). Und am 11. Dezember werde ich mit dem Dr. Karl-Renner-Publizistik-Preis in der Kategorie “Online” ausgezeichnet (hier gibt es Infos zur Veranstaltung.)

Big Brother Awards Laudatio

Zum 20. Mal wurden vom Verein quintessenz am Freitag die Big Brother Awards im Rabenhoftheater verliehen. Worum geht es dabei?

“Die Sicherung der Privatsphäre wird im Zeitalter der globalen Kommunikation zur wesentlichen demokratischen Herausforderung. Es ist hoch an der Zeit, öffentlich auf die Gefahren der Unversehrtheit unserer Daten-Integrität hinzuweisen”, heißt es auf der Website.

Ich bin seit 2015 Teil der Jury, weil ich mich praktisch das ganze Jahr über bei meiner Arbeit als Netzpolitik- und Technologie-Journalistin mit Privatsphäre & Datenschutz-Themen befasse, und durfte als Jurymitglied auch 2019 wieder eine Laudatio halten – dieses Jahr in der Kategorie “Politik”.

Bei der Laudatio. Foto Credit: Joanna Pianka, meine Lieblingsfotografin ❤

Hier gibt es einen Überblick über alle Nominierten. Und hier einen Überblick über alle Gewinner aller Kategorien.

Leider nicht gewonnen hat der AMS-Algorithmus. Meine Rede dazu will ich euch trotzdem nicht vorenthalten:

Profiling durch AMS-Algorithmus

Algorithmen beeinflussen mittlerweile viele unserer Lebensbereiche. Zwei Dinge sollte man dabei auf keinen Fall vergessen: Computerbasierte Systeme können zu Diskriminierung führen und sie können fehlerhaft sein. Es ist daher besonders kritisch, wenn ein Staat auf solche Systeme setzt und es für Betroffene keinen Mechanismus gibt, sich dagegen zu wehren, wenn eine Entscheidung falsch ist.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) darf ein Computerprogramm einsetzen, um die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen zu bewerten. Das Programm wurde bereits vom Verwaltungsrat abgenickt, befindet sich derzeit im Testbetrieb und soll ab Mitte 2020 österreichweit in den Echtbetrieb wechseln.

Wer arbeitslos wird und sich beim AMS meldet, wird vom Algorithmus bewertet und in eine von drei Gruppen eingeteilt. Im Segment A befinden sich Personen mit sehr guten Integrationschancen ohne Unterstützungsbedarf, im Segment B die Personen mit mittleren Integrationschancen, die „notwendige Unterstützung“ – also Förderungen – bekommen sollen, und im Segment C die Personen mit „geringen Integrationschancen“ in den Arbeitsmarkt. Diese Gruppe wird an eine externe Beratungsagentur ausgelagert und soll unter anderem mit Musik- und Sportprogrammen beschäftigt werden.

Frauen bekommen vom Computerprogramm per se Punkteabzüge, weil sie Frauen sind, ebenso gesundheitlich Beeinträchtigte, aber auch der Wohnort spielt eine Rolle. Diskriminierung? Ja! Laut AMS sei das eine „Abbildung des Marktes“. Laut AMS trifft am Ende auch ein Mensch – der Sachbearbeiter – die finale Entscheidung über die Einstufung. Doch diese sind meistens nicht in der Lage, die Entscheidungen zu hinterfragen – aus Zeitgründen, weil sie viele Menschen gleichzeitig betreuen müssen, oder aber aus anderen Gründen. Maschinen eilt der Ruf voraus, neutral und objektiv zu sein. Doch das sind sie nicht. Doch wie viele Mitarbeiter sind dann wirklich so gut geschult, dass sie etwa erkennen können, wenn eine Maschine einen Fehler gemacht hat? Im Oktober war das bei 30.000 Menschen der Fall, wie vor kurzem bekannt wurde. 30.000 Menschen wurden vom System falsch eingestuft.

Die Entscheidung sind für den Einzelnen weitreichend – trotzdem können sie sich nicht wehren. Die EU-Datenschutzgrundverordnung hat dem Profiling, der automatischen Bewertung einer Person und ihres Verhaltens zwar besondere Beachtung geschenkt, aber das gilt nur für die automatisierte Bewertung. Wenn Sachbearbeiter das letzte Wort haben, spricht man nur von einer Teilautomatisierung und hier entsteht dadurch eine Gesetzeslücke, weil Menschen plötzlich kein Widerspruchsrecht mehr haben.

Carla Hustedt, die zu Algorithmenethik forscht, empfohl daher im Interview mit mir: Wir brauchen wesentliche Veränderungen, bevor derartige Systeme wirklich in den Echtzeitbetrieb gehen: Einen Kompetenzausbau auf allen Ebenen, die Stärkung von Kontrollinstitutionen, die Überarbeitung rechtlicher Rahmenbedingungen bis hin zu einer breiten gesellschaftlichen Debatte über den Einsatz von algorithmischen Systemen. Gerade der öffentliche Sektor ist ein sensibler Bereich, weil Menschen amtlichen Entscheidungen nicht entgehen können. Dort sind die Transparenzforderungen besonders hoch. Es braucht hier auf jeden Fall unabhängige Prüforganisationen und Beschaffungsstandards, die Kontrolle ermöglichen.

Und es braucht auch funktionierende Datenschutzrechte für Betroffene, damit sich diese auch gegen falsche Einstufungen wehren können.

Wie schafft man klischeefreie Charaktere?

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Im September war ich bei der “Das ist Netzpolitik!” 15-Jahre-Jubiläumskonferenz von netzpolitik.org mit dem Hashtag #15np in Berlin eingeladen und habe dort mit Moderatorin Katharina Meyer und Autorin Sina Kamala Kaufmann sowie Bijan Moini darüber geredet, wie und warum wir netzpolitische Themen in unsere fiktiven Geschichten und Romane einbauen.

CC-BY 4.0 Jason Krüger | für netzpolitik.org

Die Diskussion wurde von Maximilian Henning zusammengefasst und kann hier nachgelesen werden. Unter anderem kamen wir auch auf das Thema Vorbilder zu sprechen und gleichzeitig auch auf das Thema „flache Charaktere in Science Fiction“.

Vorbilder

Ich erwähnte zum Thema Vorbilder meinen absoluten Lieblingsautor, der mich zu meiner Tätigkeit als Autorin inspiriert hat und von dem ich jedes neue Buch sofort nach Erscheinen binnen weniger Stunden verschlinge und den ich ob seiner fantastischen Geschichten, die mich immer reinziehen und abholen sehr bewundere: Andreas Eschbach. Er schrieb unter anderem „Ein König für Deutschland“, mein Lieblingsbuch „Ausgebrannt“ und zuletzt „NSA“.

Andreas Eschbachs Bücher sind für mich extrem hervorragend geplottet und verfügen keineswegs über flache Charaktere – zumindest nicht, was die Hauptdarsteller – also Protagonisten und Antagonisten – angeht. Diese sind jedoch meistens männlich. Die weiblichen Charaktere spielen hingegen nur untergeordnete Rollen und sind meistens auch wenig authentisch und sehr mit Klischees aufgeladen.

Klischees

Doch genau das muss meiner Meinung nach nicht sein, ist aber bei vielen Autoren Standard und die Regel – und zwar auch bei vielen Autorinnen und genau deshalb mache ich es meinem Lieblingsautor Andreas Eschbach auch nicht zum Vorwurf und er bleibt mein Lieblingsautor (ich habe auch eine Lieblingsautorin, btw., und das ist Doris Knecht und im Bereich der Kriminalromane Thea Dorn).

Ich möchte das mit den flachen Charakteren und Klischees bei meiner eigenen schriftstellerischen Tätigkeit (und ja, mein Debut-Roman ist mein Debut-Roman und ich maße mir nicht an, gleich auf einem Niveau von Eschbach in den Literaturmarkt einzusteigen!) aber ganz bewusst anders machen. Deshalb habe ich in meinem Kriminalroman „Tödlicher Crash“ (erscheint im Frühjahr bei Gmeiner) eine Protagonistin gewählt, die stark, unabhängig, schlau und intelligent ist, sich aber trotzdem helfen lässt, wenn sie Hilfe benötigt. Und sie ist „sex-positive“, ergo, es kommen auch Sex-Szenen vor und Sex wird als natürlicher Teil des menschlichen Lebens betrachtet, und nicht verteufelt.

Normalität schaffen

Zudem kommen weitere weibliche Charaktere in meinem Werk vor, durch die junge Frauen dazu ermutigt werden sollen, sich für Technik zu interessieren. Im Jahr 2022, in dem mein Roman spielt, gehört es selbst in ländlichen Regionen in Westeuropa zur Selbstverständlichkeit, dass Eltern dieses Interesse für Technik fördern und nicht verdammen. Zwar kam bei dem Punkt von einem (männlichen) Testleser retour, dass diese Entwicklung (eine junge Dame vom Land will an die Technischen Universität zum Studieren) „unrealistisch“ sei, aber, goddamn, nein, ist es nicht und sollte es auch nicht sein und falls doch: Es ist ein literarisches Werk und ich will damit Gedanken anstoßen, damit so etwas, falls es jetzt noch nicht von allen als normal wahrgenommen wird, es irgendwann sein wird.

„Texthexe“ Susanne Pavlovic hat in einer Ausgabe des „Der Selfpublisher“ einen sehr klugen Satz zu dem Thema geschrieben, den ich an dieser Stelle mit euch teilen möchte: „Geschichten schaffen Realitäten. Erzählt man sie nur oft genug, werden sie wahr. Wir als Schreibende haben eine nicht wegzuleugnende Verantwortung für die Geschichten, die wir in die Welt lassen.“ Ich stimme hier zu 100% zu und deshalb ist es mir wirklich wichtig, zumindest ernsthaft zu versuchen, es besser zu machen.

My DJ-Sets at #CCCamp19

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Yes, finally I was DJing again. This year I played two DJ-sets at Chaos Communication Camp (#CCCamp19) in Mildenberg (Germany). None of them were recorded, that’s why I grabbed my playlist and re-recorded it for the good memories. I enjoyed playing, both crowds were fantastic. The audience was super motivated in dancing and super motivated in motivating me. It was a pleasure.

Kemistry Lounge Mix

The first DJ-set took place at the “Kemistry Lounge”, which was inside a building of the Ziegeleipark. It was very smokey, and contained space for 300-500 people (I am really bad at guessing, please forgive me) and I had even a dancer with an LED umbrella. ❤ Thx DJ Spock for organizing this one!

Here’s the Mix:

Playlist ( Track – Artist):

1 UNKNOWN
2 Tonight – Wilkinson
3 Take You Back – Mattix & Futile
4 Running Man – Original Sin & Koo
5 Breezeblock – Camo & Krooked
6 Panzer – Dimension
7 Rotor – Misanthrop
8 Kingpin (feat Scrufizzer, P Money & Riko Dan – Calyx & Teebee Remix) – Friction & Skream
9 Bunker – Culture Shock
10 Terminal – Mediks
11 Abyss (VIP) – The Prototypes
12 Get Crazy Muzzy
13 UNKNOWN
14 Knock It Down – Dilemn & The Clamps
15 Stand Up (feat Camo, Krooked and Dynamite MC) – Friction Feat. Camo, Krooked and Dynamite MC
16 No Cure (feat Ryme Tyme) – Ed Rush & Optical
17 Don’t Need You – Optiv, Btk
18 Rock The Boat- Roni Size
19 Watching Us (The Upbeats Remix) – Gridlok & MC Dino
20 Tap Ho- TC

BarbNerdy

After me played BarbNerdy, another DJ friend from the female:pressure collective from Berlin. Her jungle set was super awesome and you can find it here.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Three Headed Monkeys Mix

The second DJ-set took place at an open air stage called “Three Headed Monkeys”. It was in the camp area where all the digital rights activities took place. Before my DJ-Set a band called “Systemabsturz” played, and during the day there were talks and other workshop activies, at night the venue turned into a party area. There was some light show during my set (thx to the technician!), and the vibe was extremely positive. Thx Tasmo for organizing!

Here’s the Mix:

Playlist (Artist – Track)

Chase & Status – Streetlife (feat. Takura)
DJ Patife & David VS – The Vibe Is Coming (feat. MC Fats)
Bcee & Spy – Is Anybody Out There? (Friction & K-Tree Remix)
Technimatic – Night Vision
Body & Soul, Camo & Krooked – The Reward
Camo & Krooked – Get Dirty (feat. TC)
Break Pitt, Tenchu & Zool – Jet Pack
Blue Sonix – Luv Me (Logistics VIP Remix)
Original Sin & Koo – Running Man
Sub Focus – Rock It
Camo & Krooked – Breezeblock
Brookes Brothers – Crackdown (Shockone Remix)
DJ Fresh – Golddust
Break Pitt, Tenchu & Zool – Sao Paulo
Dope Ammo & Benny Page – Roots & Future
Rebel MC & Top Cat – Champion DJ (Serial Killaz Remix)
Deekline – Pass Me The Dubplate (feat. Tippa Irie)(Benny Page Remix)
Pendulum – Tarantula (feat. Fresh, Spyda & Tenor Fly)
Voltage – Roll Back
Alibi – No Lights (feat. Trac)
Roni Size – Strictly Social (Nu:Tone Remix)
Wilkinson – Afterglow

Mein Re:publica 2019 Talk zum Thema AMS, Algorithmen und Diskriminierung – Review

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YouTube: Jobchancen adé: Wenn der Computer “nein” sagt

Re:publica-Seite zum Talk (mit Audio-Link zum Nachhören)

Kurz umrissen, worum es geht:
Das österreichische AMS will mit modernen Mitteln die Effizienz steigern, doch verbaut mit seiner Umsetzung Tausenden Menschen ihre Zukunftschancen. Software teilt künftig Arbeitssuchende in drei Gruppen ein: Hohe Chancen, mittlere Chancen, niedrige Chancen. Wer in letzterer Kategorie landet, kriegt keine teuren Zusatzmaßnahmen, weil seine Arbeitsmarktchancen nur gering sind.

Wer eine Frau ist, über 50, Ausländer aus der Nicht-EU oder gesundheitlich beeinträchtigt bekommt vom System von vornherein Abzüge. Negativ-Punkte gibt es außerdem für Betreuungspflichten – allerdings nur, wenn man eine Frau ist. Diskriminierung, die am Arbeitsmarkt existiert, wird somit direkt in das Computerprogramm reingeschrieben und sorgt damit laut Informatikern in einer “Feedback Loop” für noch mehr Diskriminierung dieser Personengruppen.

Das AMS hat zwar eine Art Ergebnisbericht veröffentlicht, aber echte Transparenz herrscht nicht. Statt einer breiten Diskussion, folgen Tests mit Echtzeitdaten aus dem “Data Warehouse”. Experten aus den Bereichen Informatik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften kritisieren die Entwicklung massiv.

Es ist nicht das erste Beispiel dafür, wie Algorithmen diskriminieren und Menschenleben gefährden. Doch es ist eines der ersten Beispiele aus Europa, das plakativ zeigt, was dabei schiefgehen kann. Im re:publica Talk habe ich meine journalistische Tiefenrecherche mit Gesprächen mit Forschern aus verschiedenen Fachbereichen dazu präsentiert.

Großes Interesse
Es hat mich sehr gefreut, dass das Thema auf großes Interesse gestoßen ist und auch über Österreichs Ländergrenzen für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Leider ist die Diskussion in Österreich dazu wieder etwas eingeschlafen, aber ich verspreche, dranzubleiben und gegen Ende des Jahres, wenn die Evaluierung des ersten Jahres seitens des AMS erfolgen wird, wieder entsprechend nachzuhaken.

Interviews mit mir zu dem Thema:
Xing-Interview: Algorithmus statt Personaler: „Software bei Bewerbungen kann zu Diskriminierungen führen“

Interview mit flux.fm zum Thema

Weiteres Medienecho:
Baseler Zeitung (CH) Zeitgeist RP Online (DE) Superscoring (DE)

Wie waren die Lesungen, liebe Barbara?

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Ups, ich habe ganz vergessen, euch ein kleines Roundup der Lesungen in diesem Frühling zu geben, fällt mir gerade auf 🙂 Das liegt an meinem dichten Zeitplan, der mich “nebenbei” in der Zwischenzeit noch nach Brüssel, Hannover, Girona, Barcelona und Berlin gebracht hatte (auch hier folgen noch Blogbeiträge, ich versprech’s!).

Buchhandlung Ortner in Wien
Anfang April waren meine Anthologie-Kolleginnen und ich mit “Smart Lies” bei der Buchhandlung Ortner im 8. Bezirk zu Gast. Es war eine sehr gut besuchte Lesung – kein Stuhl war mehr frei – bei der das Publikum gespannt zugehört und zwischendurch ausgiebig gelacht hat. Ein sehr schöner Abend – und ich bin selbst aus der Buchhandlung mit sehr vielen Büchern heimgegangen 🙂 Hashtag #bücherliebe

Mit mir gelesen haben: Klaudia Zotzmann-Koch, Regine Zawodsky, Bettina Reinisch und Josef Wukovits. Danke allen Besucherinnen und Besuchern fürs Kommen und der Buchhandlung Ornter fürs Organisieren! Die Fotos stammen von Stefan Ortner und Regine Zawodsky.

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Marktgemeinde Thalheim/Wels
Eine Woche später führte mich die Anthologie “Smart Lies“, die es übrigens beim Ortner, bei Amazon und auf Bestellung bei allen Buchhändlern eures Vertrauens zu erwerben gibt, nach Thalheim bei Wels, in meine Heimatgemeinde. Dort wurde die Veranstaltung vom Bürgermeister persönlich eröffnet und Falter-Journalist und Stadtführer-Autor Sebastian Fasthuber hat moderiert. Ergo – ich durfte meine Texte vorlesen, dazwischen gab es Diskussionen rund um die Thematik und was bei Vernetzung von Medizingeräten etwa alles passieren kann.

Im Anschluss stellte Sebastian Fasthuber noch seinen wunderbaren Stadtführer von Wels vor. Es war ebenfalls ein sehr gelungener Abend, bei der vor allem großteils älteres Publikum vorbei geschaut hat. Das ist sehr bemerkenswert, das sich auch hier viele für Vernetzung und Gesellschaft interessieren. Es war mir eine große Ehre, in meiner Heimatgemeinde zu lesen. Danke hier dem Kulturausschuss und insbesondere Michael Heiß für die super Organisation!

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Noch etwas für Lesefreunde

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Meine Autorenkollegin Nina Dreist aus meiner Schreibgruppe hat bei einem Treffen eine Idee für eine Kurzgeschichtensammlung gehabt und innerhalb des vergangenen Jahres wurde daraus tatsächlich eine fertige Anthologie.

“Der Tag, an dem … ging”, heißt sie und erschien Anfang des Jahres auf als eBook auf Amazon sowie als gedrucktes Buch.

„Gehen kann ja schließlich viel bedeuten, auch wenn wir oft an das Ende einer Beziehung dabei denken. Aber Zustände können (ver-)gehen, Institutionen; jemand kann sich weigern zu gehen (z.B. mit sechzig ins Altersheim); Für manches Image, das man so mit sich trägt, ist es vielleicht Zeit zu gehen – und nicht jeder Abschied muss auch traurig sein”, schreibt Nina Dreist auf ihrem Blog.

Ich durfte mit “Die Interessensgemeinschaft” ebenfalls einen Text beisteuern. Die Lesung dazu findet am 4. April ab 18.30 Uhr im Cafe Benno im 8. Bezirk statt. Der Eintritt ist frei und die Autorinnen und Autoren freuen sich auf euer Kommen!IMG_5030.jpg