Ich hab da mal eine LP veröffentlicht…

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Skandal: Ich bin nicht zum Bloggen über mein eigenes LP-Release gekommen! Auch jetzt habe ich nicht wirklich Zeit, daher poste ich hier jetzt auch nur den Link zur Musik und den Pressetext zum Release und verweise euch auch auf das Interview, das ich “The Gap” gegeben habe. Dort gibt es auch: “meine persönlichen Top 3 der Do’s and Dont’s, wenn man seine Privatsphäre sehr gerne mag” zu lesen – also unbedingt auschecken! 

Aber jetzt zur We Killed Privacy LP!

Bei der Privacy Week in Wien, die Ende Oktober eine Woche lang in Wien stattfand, lief auch einer meiner Remixes und ich durfte am Panel “Die Querdenker, die Lauten und die Unbequemen” ein bisschen was über meine Ansichten zu Kunst, Kultur und Aktivismus sowie die zeitnah erschienene LP beisteuern. Am Vortrag gab’s meinen Vortrag “Privacy Fails” (zu dem ich auch noch was bloggen will, stay tuned!).

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So und hier nun die Hintergründe zur LP in Form eines Pressetextes (daher der Wechsel vom “Ich” in die dritte Person):

Shroombab präsentiert die “We Killed Privacy Remix LP“ mit sieben Remixes von ihrem Song mit Kitsune in den Styles Breakbeat, Dub, Roots Reggae, Drum&Bass, Techno und Trap. Die LP ist seit 24. Oktober auf iTunes, Amazon, Deezer, Spotify & Co erhältlich sein. Die Remixer sind namentlich: Kid Atari, Polarity, Alpha Roots Dub Project, Joachim Losehand, Freizeitlärm, Franjazzco & DMG. Die Werke stehen unter einer Creative Commons Lizenz (CC BY 3.0), was so viel bedeutet wie: Jeder kann die Remixes weiter remixen!

Musik mit Message
Shroombab hat 2015 das Projekt „Musik mit Message“ ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, ganz bewusst Musik mit Aktivismus zu kombinieren, um Menschen über Kunst- und Kulturprojekte auf gesellschaftlich relevante technologische Entwicklungen aufmerksam zu machen.

Das erste Thema, das der Künstlerin am Herzen liegt, ist dabei das Ende der Privatsphäre. Im Song, „We Killed Privacy“ geht es genau darum, wie wir selbst durch unsere Nutzung von technischen Gadgets herbeigeführt haben. Der Spion Smartphone ist schließlich überall dabei.

Remix-Aktion
Im Frühjahr 2016 hat Shroombab eine Remix-Aktion ausgeschrieben und auf diesem Weg sieben Künstler gefunden, die sich daran beteiligt haben. Kid Atari aus Berlin, Grafiker und Visual Designer, hat auch die Cover-Gestaltung übernommen. Das Geld, das mit der „We Killed Privacy LP“ eingenommen wird, wird vollständig an Bürgerrechtsorganisationen, die sich für den Erhalt der Privatsphäre im Netz einsetzen, gespendet. Das sind im Konkreten folgende Organisationen: : AK Vorrat AT (Austria), C3W (Austria), quintessenz (Austria) feat. Big Brother Awards, Digitale Gesellschaft (DE), CCC (DE)EDRi (Europe).

Warum überhaupt etwas für den Erhalt der Privatsphäre im Netz tun, beantwortet Shroombab mit einem Zitat von Shoshana Zuboff, Professorin an der Harvard Business School aus der FAZ: “Die bloße Tatsache des Überwachungskapitalismus löst Empörung aus, weil sie die Würde des Menschen verletzt. Die Zukunft dieses Narrativs wird abhängen von den (…) empörten Bürgern, die in dem Wissen agieren, dass Effizienz ohne Autonomie nicht effizient, aus Abhängigkeit resultierende Folgebereitschaft kein Gesellschaftsvertrag und Freiheit von Ungewissheit keine Freiheit ist.”

Shroombab übesetzt dieses Zitat folgendermaßen im Kontext ihres Projekts: „Wir müssen das Ende der Privatsphäre im Netz nicht einfach hinnehmen, sondern können als Gesellschaft mitbestimmen. Wir sind keine Geiseln der neuen Technologien, sondern wir selbst haben es in der Hand dafür sorgen, dass neue Technologien zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden, und nicht gegen uns!”

 

NaNoWriMo: Leider nicht (direkt) dabei…

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Anders als geplant kann ich doch nicht am #Nanowrimo teilnehmen. Für alle, die nicht wissen, was der #Nanowrimo ist: Es ist die Abkürzung für National Writing Month. Und dahinter steckt eine Idee, im Monat November in relativ kurzer Zeit rund 50.000 Wörter zu schreiben. Einen Roman. Die meisten Autoren nutzen das, um den “first shitty draft” ihres neuen Buches zu verfassen.

Ich habe gerade erst den 350-Seiten-langen „first shitty draft“ meines Romans „Der Crash“ fertig gestellt, der auf seine Überarbeitung wartet. Das sind mehr als 50.000 Wörter (rund 80.000) und ich habe dafür fünf Wochen reine Schreibezeit gebraucht (ohne Plot-Entwicklung, Figuren, Ideenfindungsprozess etc). Mehr dazu erzähle ich euch gerne demnächst. Aber leider habe ich schon wieder eine Idee und Inspiration für ein neues Werk, das ich gerne im Monat November mit all den anderen Autoren runter geschrieben hätte.

Wäre da nicht meine Arbeit als Journalistin. Auf die Wörteranzahl werde ich im Zuge meiner Arbeit wohl problemlos kommen – mit der täglichen Arbeit, die aber nicht nur aus schreiben besteht. In letzter Zeit hatte ich allerdings das Glück, mit wahnsinnig vielen, coolen Menschen über so spannende Technologie-Themen der Zukunft sprechen zu können. Face 2 Face. Auf Konferenzen wie z.B. der Privacy Week, dem Business Riot Festival oder Mapping the Internet. Ausführlich. Mit vielen Hintergrundinfos. Und ich kann es auch kaum erwarten, all diese Beiträge dazu zu schreiben.

Da waren etwa darunter:

  • Die Psychologin und Profilerin Suzanne darüber, warum drei Daten reichen, um alles über einen rauszufinden, große Datensammlungen wie die der NSA nicht zielführend sind und wie man sich vor Psychopathen schützen kann
  • Die Aktivistin und Forscherin Ksenia Ermoshina über ihre Krypto-Forschung und Überwachung in Russland und Frankreich
  • Die Gründerin des ersten female Hackerspace in Wien, Stefanie Wuschitz über Technik, Frauen und offene Technologien
  • Die Soziologin und Hackerin sva vom Chaos Computer Club Vorstand über Pretty Easy Privacy als Ergänzung zu PGP für E-Mail-Verschlüsselung
  • Die Referentin Anne Roth vom NSA-Untersuchungsausschuss in Deutschland über die BND-Geheimdienstreform in Deutschland
  • Die österreichische Professorin Silvia Lindnter von der US-Universität of Michigan über die Maker-Szene in China und die Unterschiede bei Innovation aus Makerspaces in Europa
  • Der GNU Taler-Erfinder Christian Grothoff über Kryptowährungen und das Open Source-elektronische Bezahlsystem GNU Taler
  • Der Linzer Professor Sonntag über den TOR Exit Node an der Linzer Kepler-Universität
  • Der Sicherheitsforscher und Hacker starbug vom Chaos Computer Club über unsichere biometrische Systeme wie Fingerabdrücke und Gesichtserkennung (ok, das war kein ausführliches Interview, aber der Vortrag war grenzgenial)

I ❤ my job.

Blöderweise habe ich dank der Verschriftlichung meiner für den Monat November ausstehenden Interview-Beitrags-Liste schon wieder eine neue Idee. Eigentlich weiß ich mittlerweile so viel über Privatsphäre- und Anonymitäts-Alternativen, die gerade in Entwicklung sind und darüber, wie man im Netz seine Privatsphäre schützen kann, dass sich da auch ein Gesamt-Werk (eines, das man allerdings laufend adaptieren müsste und unter Creative Commons Lizenz stellen müsste, damit auch alle Zugang zu den Möglichkeiten haben) anbieten würde.

Dilemma! Kann bitte jemand meinem Hirn sagen, es soll aufhören, neue Ideen zu fabrizieren, bevor die alten abgearbeitet sind? Geht es allen Kreativen da draußen so? Die Interviews btw. Beiträge findet ihr hoffentlich alle demnächst auf der Website meines Arbeitsgebers. Ich werde mich bemühen, zumindest diese im Zuge des #NaNoWriMo niederzuschreiben.

Meine sonstigen #NaNoWriMo-Ideen bleiben leider (vorerst) auf der Strecke. Aber wer weiß, vielleicht schaffe ich doch zumindest eine Short Story. Oder einen Teil der Übearrbeitung von “Der Crash.” Auf jeden Fall: Toi toi toi allen Autoren, die es schaffen! 50.000 Wörter, you go, girls and guys!

PS: Ihr werdet hier zukünftig vermehrt Beiträge lesen, die sich rund ums Schreiben eines Romans drehen. Folgt dem Tag “Writing a Novel“.

Scheiß Internet! Meine Wolo-Reden 2016.

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Am 17. September fand in Wien die Preisverleihung des “Wolfgang Lorenz Gedenkpreises” aka “Scheiß Internet”-Preis im Alten Rathaus in Wien statt. Gestiftet wird der “Wolo”, wie er von der Netzgemeinde genannt wird, vom Künstlerkollektiv monochrom. Gebacken wurde er dieses Jahr von Nicole. Meine beiden Laudatios will ich euch auch dieses Jahr nicht vorenthalten, auch wenn 2016 wer anderer gewonnen hat 🙂 Wir als Jury wählten das internationale Olympische Komitee und das Publikum ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka.

Laudatio 1
Das Internet ist der Wilde Westen (Auflage 2016)

Es war einmal: Frau Sonja Steßl, geborene Grazerin, Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. Von September 2014 bis Mai 2016 hatte sie dieses Amt inne. In dieser Zeitperiode wich der allseits beliebte Begriff „Cyber“ dem hipperen, weit weniger vorbelasteten Ausdruck „Digital“. Gemeint ist damit freilich alles, was mit dem Internet zu tun hat. Das Internet, das das gleicht laut Sonja Steßl aber noch dem „Wilden Westen.“ Deshalb braucht es „gemeinsame Regeln“, so die Politikerin.

Diese Regeln will man jetzt endlich festlegen. Es kann ja nicht sein, dass das Internet im Jahr 2016 noch immer so ein rechtsfreier Raum ist, wo jeder daher kommen kann und seine Meinung äußern. Sorry, das hat Frau Steßl jetzt nicht persönlich gesagt. Aber sie hat gemeinsam mit ihrem Staatssekretären-Kollegen Harald Mahrer die Initiative „Digital Roadmap“ gestartet. Österreich braucht jetzt also einen digitalen Plan. Im Jahr 2016.

Diskutiert wurde dieser digitale Plan zu allererst unter der Schirmherrschaft ausländischen Tech-Unternehmen. Von diesen ließen sich die beiden Politiker nämlich ihren „IKT-Event“ finanzieren. Oracle, ZTE, HP, 3, Atos, SAP und Microsoft, um nur einige der Mitglieder der „Internet Offensive Österreichs“ zu nennen, haben die Veranstaltung ausgerichtet, bei der der digitale Masterplan für die österreichische Zukunft besprochen werden sollte.

Vor Ort fielen in der Pressekonferenz dann buzzwordartige Sätze wie „Cybermobbing. Hasspostings. Das Internet ist der Wilde Westen.“ Ach das hatten wir ja schon. Vor kamen auch so Sätze wie „Das Internet of Things ist aus dem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken“. „Österreich muss ein wettbewerbsfähiger Digitalstandort werden.“ „Zukunftssichere Jobs zu schaffen bedeutet, den digitalen Zug zu lenken, und nicht im Waggon hinten drinnen zu sitzen.“ Eine Journalisten-Kollegin merkte nach der Pressekonferenz etwas ratlos an: „Jetzt kann ich mir absolut nichts darunter vorstellen, wie Österreich in seine digitale Zukunft starten soll.“

Nach dem von der IT-Wirtschaft gesponsorten Event startete übrigens eine auch „Online-Konsultation“. Bei der sollte nun auch die „breite Bevölkerung“ eine Stimme bekommen und mitdiskutieren. Nach der Floskel-Flut beim Event ließ aber auch das Kommentarsystem zu wünschen übrig und glänzte mehr durch Unübersichtlichkeit als durch Nutzerfreundlichkeit. Sich durch ein mehr als hundertseitiges Dokument zu scrollen, das laut dem Bullshit-Generator den Bullshit-Highscore mit 142 von 100 Punkten deutlich übertroffen hatte, ist für eine „breite Bevölkerung“ wohl zudem mehr Bestrafung als Freude.

Geschehen ist bis jetzt übrigens: Nichts. Für den digitalen Plan Österreichs heißt es derzeit: „Bitte warten“. Das Internet darf also doch noch ein wenig „Wilder Westen“ sein. Oder ein wenig „Blase“, wie die Ex-Staatssekretärin auch mal so erwähnt hat. „Anonym nutze ich auch Twitter, ich will schließlich wissen, was die Blase denkt.“ Was Steßl jetzt übrigens so macht? Sie ist leitet die Sparte der Krankenversicherungen bei der Wiener Städtischen mit rund 650.000 Kunden.

Nominiert sind Sonja Steßl (SPÖ) und Harald Mahrer (ÖVP) für den Versuch, einen digitalen Plan für Österreich zu erstellen. Im Jahr 2016.

Laudatio 2
Ein Diktator gegen Memes

Erdowie, Erdowo, Erdogan. Ein Journalist der etwas verfasst, das Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast.“ Diese Zeilen stammen aus einem satirischen Videoclip, der im deutschen Fernsehen von extra 3 und dem Sender ARD ausgestrahlt wurde. Im Videoclip geht es um die autokratische Machtausübung und die zunehmende Internet- und Medien-Zensur des türkischen Präsidenten im Land, um die Abschaffung der Meinungs- und Pressefreiheit. Erdogan versteht allerdings so gar keinen Spaß, wenn es um seine Politik geht. Er hat schlichtweg den deutschen Botschafter ins Außenministerium bestellt und ihn dazu aufgefordert, das Video zu löschen.

So kam einmal mehr der Streisand-Effekt ins Spiel. Vom Streisand-Effekt spricht man dann, wenn jemand eine unliebsame Information mit unangemessen drastischen Mitteln unterdrücken will und so das Gegenteil erreicht. Der Videoclip wurde mehr als zehn Millionen Mal auf YouTube angeklickt und verbreitete sich im Netz in Windeseile weiter. Der Streisand-Effekt also.

Dann kam der 31. März 2016. An dem Tag trug Jan Böhmermann unter dem Titel Schmähkritik ein Gedicht über den türkischen Präsidenten vor. Darin nahm er auf das satirische Lied vom ARD Bezug. Seine Schmähkritik hatte andere Folgen als eine Beantragung zur Löschen des Videos: Sowohl die türkische Regierung als auch Erdoğan selbst erstatteten Strafanzeige gegen Böhmermann. Am 15. April ermöglichte die deutsche Bundesregierung ein Ermittlungsverfahren gegen den Moderator wegen Beleidigung eines ausländischen Staatschefs. Die Sache wurde zur Staatsaffäre und Deutschland will jetzt in Folge ein veraltertes Gesetz, das ein derartiges Verfahren überhaupt erst möglich macht, abschaffen.

Doch die Böhmermann-Affäre ist gar nicht die erste ihrer Art. Der türkische Staatspräsident hat sich bereits in der Vergangenheit als äußerst klagswütig gezeigt. Es muss gar kein Schmähgedicht vorliegen, ein einfaches Internet-Meme, das ihn bildlich mit der „Herr der Ringe“-Figur Gollum vergleicht, reicht. Der türkische Arzt Bilgin Ciftci landete deshalb wegen „Beleidigung des Präsidenten“ vor Gericht. Seine Verteidigerin wußte sich nicht anders zu helfen, als Gollums Charaktereigenschaften durch Sachverständige klären zu lassen. Und da war er bereits zum ersten Mal, der Streisand-Effekt.

Das Gollum-Meme wurde immer beliebter und bekannter und verbreitete sich auch über die Grenzen der Türkei hinweg. Eigentlich hätte Erdogan schon damals etwas draus lernen müssen: Nämlich dass mit Kritik und Witz im Netz nicht einfach abdrehen kann. Aber er wollte ja nicht hören! Das hat er nun davon: Seit einigen Tagen stellt ein deutscher Künstler ein Werk aus, dass ihn mit einer Banane im Arsch zeigt. Das gibt’s auch im Internet zu sehen. Satire ist einfach ein Grundelement der demokratischen Kultur. Auch der türkische Staatspräsident muss damit leben.

Nominiert ist Erdogan für die Einschränkung der Meinungsfreiheit über Ländergrenzen hinweg, die scharfe Zensur seiner Kritiker im Land und seiner Intoleranz gegenüber Satire.

Writers Retreat in Piran

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Es ist schon ziemlich kitschig: Ich sitze auf der Dachterrasse des Hotels Tartini und blicke auf den Hafen des kleinen Küstenstädtchens Piran an der slowenischen Riviera. Es weht eine leichte Brise. Ich frage mich selbst: „Wie zur Hölle willst du bei dem traumhaften, idyllischen Set-Up auch nur einen vernünftigen Satz schreiben?“

Im kreisförmigen Hafen stehen zahlreiche, kleine Boote. Ich poste ein Foto davon auf Twitter und prompt kommt zurück, dass sich das Motiv doch blendend für einen Thriller namens „Der Kreis der 13 Boote“ eignen würde. Doch genug der Ablenkung von außen. Weil das WLAN in Piran mehr schlecht als recht funktioniert, kann ich mich dann doch recht gut konzentrieren.

Quantifizierung
55 Seiten meines Cyber-Krimis sind am Ende nach fünf Schreibtagen „Writers Retreat“ mit Ana Znidar auf der Dachterrasse des Hotels Tartini entstanden. Der Ort, an dem man dem Trubel, der in der Stadt sonst so herrscht, etwas entkommt, ist zu einem meiner Lieblingsschreibplätze geworden. Bei der Quantifizierung unser Erlebnisse habe ich sonst noch vermerkt: 1 Kaffee getrunken, 4 Eis gegessen, 5 mal Schwimmen gewesen, jeden Tag Fisch gegessen. Kein Clustering erledigt. Ein paar Seiten Free Writing geschafft. Und an zwei Feedback-Runden teilgenommen.

Während meiner ersten Feedback-Runde, bei der ich aus einem Kapitel mit Fokus auf meine zwei Protagonisten – die Journalistin Stefanie und den Hacker Paul – vorlese, zieht ein Gewitter auf. Meine Lesung muss unterbrochen werden, weil eine Metall-Nachbildung des Piraner Wahrzeichen dank eines heftigen Windstoßes knapp davor ist, auf eine Schreib-Kollegin zu prallen und sie fast zu erschlagen.

Feedback und fast ein Mord dazu
Kaum fertig gelesen kommt eine Windböe, die ist so heftig, dass sämtliche handschriftliche Notizen, die am Tisch herumliegen, auf der Dachterrasse herum geweht werden und teils für immer verloren sind. Hätte die Metall-Tafel noch hinter meiner Kollegin gestanden, wäre diese jetzt schwer verletzt oder gar tot. „Das wäre gut für die Auflage deines Krimis“, scherzt eine Teilnehmerin des Writers Retreats, die selbst an einem Krimi schreibt. Unser Humor ist also angepasst an unsere Werke. Und meines ist offenbar beinahe tödlich.

Eine Szene aus Piran habe ich am Ende doch noch eingebaut in die Krimi. Sie soll mich für immer an diesen unsagbar mächtigen Schreibplatz erinnern. Und: Ich habe auch endlich das Ende im Kopf. „Stirbt eigentlich noch jemand?“ war die ausschlaggebende Frage einer Teilnehmerin. Was jetzt noch fehlt: 50 von insgesamt 350 Seiten. Aus Piran mit nehme ich vor allem eines: Viel Motivation. Und einen ganzen Haufen neuer Ideen. Eine wirklich tödliche Kombination!

Computersprache (Short Story)

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Hier folgt eine (frei erfundene) Geschichte, die von Flüchtlingen, Computern, Integration und Vorurteilen handelt. Sie trägt den Titel “Computersprache” und ich hatte sie ursprünglich für einen Literaturwettbewerb verfasst. Viel Spaß beim Lesen!

BEGINN.
Zu Besuch
„Und, hilft er wenigstens im Haushalt mit?“ Birgit seufzt. Diese Frage stellt ihr jeder, seit sie mit Arif einen 16-jährigen syrischen Flüchtling bei sich aufgenommen hat. Die Skepsis, die ihr entgegen schlägt, kommt von allen Seiten. Von ihrer eigenen Familie erfährt sie diese genauso wie von Arbeitskollegen oder Nachbarn.

Am Anfang war der Tenor auf ihr Engagement noch sehr positiv, aber nachdem sich die Medienberichterstattung seit den Ereignissen in der Kölner Silvesternacht im Jahr 2015 völlig gewandelt hatte, ist nicht mehr viel übrig geblieben von der Nächstenliebe und dem sozialen Denken.

„Hast du nichts von dem Mädchen gehört, das von ihrem Flüchtling vergewaltigt und danach erschlagen wurde? Hast du keine Angst, dass dir das auch passieren könnte?“

Nicht alle Geschichten, die erzählt werden, sind Vorurteile oder Lügen. Manches davon ist auch wahr. Aber Birgit hat keine Angst. Sie braucht Arif nur in die Augen zu sehen, um zu wissen, dass in ihm eine gute Seele steckt. Sie glaubt nicht daran, dass ihr Arif jemals eine Falle stellen könnte.

„Nein, er hilft nicht mit im Haushalt. Er sitzt die meiste Zeit herum und starrt auf sein Handy. Sein einziger Freund ist zwei Stunden entfernt von uns in Wien. Arif sitzt dagegen bei mir Vorort vor Linz fest und hat den ganzen Tag nichts zu tun“, sagt Birgit.

Die junge Mutter ist stets ehrlich, wenn die Familie sie nach Arif fragt. Nur bei den Menschen, die sie auf der Straße auf ihren Hausgast ansprechen, zuckt sie auf solche Fragen lediglich mit den Schultern.

„Ja lernt er denn kein Deutsch?“
„Der nächste freie Kurs ist im Herbst.“
„Spielt er mit deinen Kindern?“
„Eher selten. Er ist sehr nach innen gekehrt.“
„Das macht dir keine Sorgen?“
„Nein. Er hat viel durchgemacht. Man muss ihm Zeit geben.“
„Schreibt er auf arabisch?“
„Ja, das ist seine Muttersprache.“

Die Fragen enden schnell. Die Familienmitglieder tauschen ein paar sorgenvolle Blicke untereinander aus. Das Thema wird gewechselt. Niemand will Birgit ihr Engagement ausreden, aber Bewunderung erntet sie dafür auch keine. Die Skepsis bleibt.

Zu Hause
Arif sitzt in seinem Zimmer und schreibt mit seinem Freund Hassan Nachrichten am Smartphone hin und her. Hassan erzählt ihm, dass er gestern im Park Fußball spielen war mit anderen Buben aus Syrien. Sie hatten dafür endlich einen echten, runden Ball verwendet und kein selbstgefertigte Kugel, die sie aus alten Lebensmittelkartons gebastelt hatten. Es hat Spaß gemacht, schreibt Hassan. Arif lächelt. Er freut sich für seinen Freund, den er vergangene Woche in Wien besuchen war. Birgit fährt alle zwei Wochen mit ihm nach Wien, damit sich die beiden treffen können. Arif ist ihr dafür unendlich dankbar.

Hassan ist sein einziger Freund aus Syrien. Er hat es ebenfalls bis nach Österreich geschafft. Hassan ist die letzte Verbindung zu Arifs Heimat. Ohne Hassan wäre er ganz alleine auf dieser Welt. Mit Hassan spielte er schon, als sie beide noch ganz klein waren. Wenn Arif Hassan sieht, erinnert er sich an den Staub auf den Straßen, den sie aufgewirbelt hatten, als sie Ball spielten. Oder an den süßen Geruch von Kuchen, den sie gemeinsam aus dem Ofen von Hassans Großmama gestohlen hatten, kurz bevor er fertig gebacken war.

Plötzlich stürmt Birgits kleiner Sohn, der achtjährige Martin, ins Zimmer. Er öffnet die Tür ungefragt. Arif zuckt zusammen. Sofort fühlt er sich zurück gesetzt in eine Stadt, die niedergebombt wurde. Nicht nur eine Rakete ist direkt im Nachbarhaus eingeschlagen. Arif hat viele Leichen gesehen. Und er hat ständig Angst, dass auch hier plötzlich eine Rakete neben ihm einschlagen könnte. Sein Trauma sitzt tief.

„Arif, willst du mir helfen? Schau, was wir meine Tante geschenkt hat! Einen kleinen Computer zum Basteln!“

Martin versteht nicht, dass Arif seine Sprache nicht kann. Er spricht mit ihm trotzdem Deutsch und Arif tut auch immer so, als würde er es verstehen. Er will den kleinen Buben nicht enttäuschen. Auch dieses Mal nicht. Doch als Arif dieses Mal aufblickt beginnen seine Augen zu leuchten.

Arif sieht, dass Martin einen kleinen Raspberry Pi in seinen Händen hält. Der Raspberry Pi ist ein billiger Einplatinencomputer ohne Gehäuse, von dem bereits mehr als sieben Millionen Geräte weltweit verkauft worden sind – auch nach Syrien. Arif hatte vor ein paar Jahren auf dem Raspberry Pi das Programmieren gelernt. Es war der einzige Computer, den er je besessen hatte. Er bastelte damals auch selbst eine Hülle für das Teil. Und lernte die Programmiersprache Python.

Arif beugt sich zum kleinen Martin herab und nimmt ihm behutsam die Platine aus der Hand. Gemeinsam geht er mit dem Jungen in sein Zimmer, um sie dort für ihn zu verkabeln, am Bildschirm anzustecken, das Betriebssystem zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Als der kleine Computer zu surren anfängt und läuft freut sich Martin und klatscht.

„Ja, du hast es geschafft. Danke!“

Ein paar Stunden später sitzen die beiden noch immer gemeinsam vor dem Bildschirm. Arif hat damit begonnen, den Raspberry Pi mit einfachen Befehlen dazu zu bringen, Songs, die Martin gefallen, abzuspielen. Als Birgit das Zimmer betritt, sieht sie sofort, dass sich etwas geändert hat. Bei Arif und Martin. Sie sieht Arifs Begeisterung, sein Strahlen in den Augen. Er blickt konzentriert auf den Bildschirm und seine Finger bewegen sich blitzschnell über die angeschlossene Tastatur. Sie sieht auch die Freude in Martins Augen und den Stolz auf ihren Hausgast.

„Mama, Mama, Arif ist ein Computergenie! Er hat das neue Gerät von Tante Greta zum Laufen gebracht. Und schau, es spielt Helene Fischer ab!“
„Das ist ganz toll, Martin.“

Arif schreibt Martin ein Programm, das ein einfaches Ping-Pong-Spiel mit dem Lieblingssong des Jungen sowie den Figuren aus dem offiziellen YouTube-Video kombiniert. Der kleine Bub umarmt ihn. Arif lässt die Nähe zu. Er zuckt nicht weg und er lächelt. Es scheint ihm gut zu tun. Noch nie zuvor hatte Birgit den syrischen jungen Mann lächeln sehen, außer wenn er mit seinem Freund Hassan gespielt hat. Die Mutter ist beeindruckt. Der zuvor so verloren wirkende 18-Jährige blüht dank des Computers regelrecht auf.

Neben Arabisch beherrscht Arif also noch anderen Sprachen fließend. Sprachen, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Programmier- und Auszeichnungssprachen wie Python, Java und HTML.

Birgit erkundigt sich im Dorf, ob jemand Arifs Fähigkeiten gebrauchen kann. Dann würde sich Arif vielleicht ein wenig nützlicher vorkommen, denkt sie. Und ihr Plan geht auf. Arif programmiert dem Bäcker seine Webseite. Zum Dank bringt er jetzt jeden Morgen frische Croissants vorbei und winkt Arif zu. Arif winkt zurück und lächelt.

Zu Besuch
Als Birgit das nächste Mal gefragt wird, ob „ihr Flüchtling“ denn mittlerweile im Haushalt mithelfe, antwortet sie: „Nein, aber programmiert meinem Sohn fast jeden Tag ein neues Spiel. Und dem Bäcker die Webseite. Und dem Schuster hat er dabei geholfen, seinen Rechner neu aufzusetzen.“

Schweigen und Staunen. Keiner weiß, was er darauf sagen soll.

„Arif ist ein Computergenie“, sagt Birgit. „Er spricht viele Sprachen. Programmiersprachen. Aber auch sein Deutsch wird immer besser. Weil er den Drucker des Lehrers wieder zum Laufen gebracht hat, unterrichtet ihn dieser jetzt einmal pro Woche kostenlos. Er ist Arif so dankbar, weil er sich mit dem Gerät davor schon seit Monaten herumgeärgert hat. Und Martin ist auch ganz begeistert. Er hilft Arif jetzt ebenfalls beim Deutschlernen. Danach darf er immer seine frisch programmierten Spiele auf dem Raspberry Pi spielen, den du ihm geschenkt hast, Greta.“

„Hoffentlich sind das keine Killer-Spiele?“

„Doch, eines heißt sogar ‘Fallen’, also, falls es um dein Englisch nicht so gut bestellt sein sollte, das heißt: ‘gefallen’. Da geht es darum, ängstliche Tanten und Omas abzuschießen. Das wolltet ihr doch hören, oder?“

Entsetzte Blicke und Stille. Birgit seufzt. Ihr Sarkasmus steigt automatisch mit dem Grad an Dummheit. Manche, denkt sich die junge Mutter, lernen’s einfach nie.
ENDE.

 

Mein Vortrag zum Thema Privatsphäre und Gleichheit im Netz mit zahlreichen Tipps und Tricks

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Im Mai 2016 luden mich Magdalena Reiter und Stefan Pawel für einen Vortrag zum Thema “Sind Privatsphäre und Gleichheit im Netz bedroht?” nach Linz zum Open Commons Kongress in den Wissensturm ein. Der 30-minütige Vortrag wurde als Video-Stream von dorftv aufgezeichnet und kann jetzt nachgesehen werden:

//www.dorftv.at/embed/24944

Zum Inhalt:
„Wer die Daten hat, hat die Macht.“ Dieses Zitat des Wiener Filmemachers Werner Boote fasst ein Dilemma zusammen, das sich seit Jahren zuspitzt: Mit Google, Amazon oder Facebook bestimmen US-Konzerne, welche Inhalte wir im Internet zu Gesicht bekommen und damit bestimmen sie auch den Blick auf unsere Welt.

Mit Internet.org hat Facebook in Schwellenländern ein Projekt am Start, das darüber entscheidet, was Millionen von Menschen als „kostenloses Grundangebot im Netz“ zu sehen bekommen. Doch sollte das wirklich ein Konzern bestimmen?

Hinzu kommt, dass wir bei jedem Klick im Netz Spuren hinterlassen, die Rückschlüsse auf unsere Persönlichkeit und Vorlieben zulassen. Die User werden zum Produkt. Wie wir uns die Macht über unsere Daten (teilweise) zurückerobern können – und warum wir das nicht (nur) der Politik überlassen sollten.

Was können wir tun?
+ Open Hardware
+ Open Software
+ Unterstützt Open Source-Projekte
+ Arbeitet an Wikipedia mit
+ Nutzt Open Street Map statt Google Maps
+ Setzt Creative Commons Lizenzen ein
+ Clicktivism hilft, um Konzerne bei kundenfeindlichen Entscheidungen zum Zurückrudern zu bewegen
+ Bei (Online-)Partizipationen mitmachen und mitbestimmen
+ NGOs wie z.B. EDRi oder AK Vorrat unterstützen
+ Selbst Tools entwickeln und einsetzen, die Privatsphäre im Netz schützen
+ Privacy By Design-Entwicklungen fördern
+ Datenschutz und IT-Sicherheit von Anfang an mitdenken bei der Entwicklung weil: Auch Entwickler müssen die Verantwortung übernehmen für das, was sie tun

+ Anonym surfen und suchen:
TOR-Browser verwenden
Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder IXQuick/StartPage verwenden
+ Speichern und Mailen:
Statt Google Drive auf heimische Cloud-Dienste setzen, die Daten nicht in die USA übertragen oder einen eigenen Server aufsetzen und Herr und Frau seiner Daten bleiben.
Europäische E-Mail-Alternativen zu Gmail oder Yahoo verwenden
+ Verschlüsseln:
Mails mit Pretty Good Privacy (PGP)
Am Smartphone: Messenger wie Signal einsetzen und nicht WhatsApp
Schön, dass WhatsApp jetzt verschlüsselt, aber: Metadaten! Aufpassen.

+ Nicht verzweifeln!
+ Organisieren, netzwerken und treffen
in Wien z.B. Netzpolitischer Abend AT (nächster Termin im September im Metalab) oder C3W (Chaos Computer Club Wien)

Kleiner Tipp am Rande: Das an Möglichkeiten aussuchen, das ihr wirklich umsetzen könnt. Nicht überfordern. Weil: IT-Security-Maßnahmen können nur dann funktionieren, wenn sie zur Gewohnheit werden. Es bringt z.B. nichts, Signal zu installieren und dann weiter WhatsApp zu verwenden!

Remix! No Excuses!

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GERMAN:

Liebe Musik-Produzentinnen und Produzenten unter euch: Es wäre mir eine große, große Freude, wenn ihr euch an der Remix-Aktion beteiligen würdet. Es geht wieder einmal um eine gute Sache. Beim Projekt “Bass of Hope” bin ich auf den Geschmack gekommen, Musik als Ventil zu verwenden, um jemandem zu helfen oder etwas zu unterstützen, das einem am Herzen liegt. Und damit gleichzeitig den Menschen eine Freude zu machen, die der Musik, dann am Ende tatsächlich lauschen. Also eine klassische “Win-Win-Situation”, würde ich es mit Floskeln ausdrücken wollen 😀

Wie ihr wisst, liegen mir gewisse Themen am Herzen. Unter anderem das Thema des Songs “We Killed Privacy”. Dazu habe ich wekilledprivacy.org ins Leben gerufen – eine eigene Website für dieses Projekt, über die sämtliche Remix-Beiträge gesammelt werden sollen – ebenso wie eure Geschichten rund ums Remixen oder eure Gefühle, Motivation, etc. bei der Entstehung.

Warum etwas tun, beantworte ich nun mit einem Zitat von Shoshana Zuboff, Professorin an der Harvard Business School aus der FAZ: “Die bloße Tatsache des Überwachungskapitalismus löst Empörung aus, weil sie die Würde des Menschen verletzt. Die Zukunft dieses Narrativs wird abhängen von den (…) empörten Bürgern, die in dem Wissen agieren, dass Effizienz ohne Autonomie nicht effizient, aus Abhängigkeit resultierende Folgebereitschaft kein Gesellschaftsvertrag und Freiheit von Ungewissheit keine Freiheit ist.”

Sonstiges, das es zu sagen gibt: Ihr könnt euren Style ausleben, es gibt keine Grenzen. Die Frist läuft bis Ende Juli 2016 (Update: Ende Juli statt Ende Juni).  Also “keine Zeit” ist keine Ausrede!!!

ENGLISH:

Dear music producers, it would be a huge pleasure if you would contribute your remix. I am not sure if you heard of “Bass of Hope“, a project I did together with Ira to help people who help refugees (a little bit meta, I know) with a music compilation and a party. I used music as a ventile to do something good – and help. On the other side, people who have the chance to listen to the music, are also delighted by what they hear. Music has so much power! Therefore this is a win-win-situation for everbody, to emphazise this with a phrase.

Therefore I started the project website wekilledprivacy.org. It is all about the end of privacy that we supported ourselves through our behaviour within the internet and the usage of technical gadgets like smartphones that we carry around all the time. It is not our fault that we are in the situation that we are nowadays, but we should not destroy what is left just out of convenience.

Why engage? Please read this short text passage from Shoshana Zuboff, professor at Harvard Business School for FAZ.  “The bare facts of surveillance capitalism necessarily arouse my indignation because they demean human dignity. The future of this narrative will depend upon (…) indignant citizens who act in the knowledge that effectiveness without autonomy is not effective, dependency-induced compliance is no social contract, and freedom from uncertainty is no freedom.”

What else to say? You can strictly do the remix in your own style, there are no limits. The deadline is end of june. So “no time” is no excuse! Spread & take part!

DJ Storys. Und alte Flyer.

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Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich zwischen 2002 und 2010 recht fleißig als DJ quer durch ganz Europa getoured bin. Ich war eigentlich fast immer als Headlinerin oder Co-Headliner gebucht auf den Partys, auf denen ich gespielt habe.

Ich habe dabei viel erlebt – in Tschechien habe ich nach der Party in einem Stundenhotel übernachtet, in Russland ist mein Fahrer am Weg zum Club fast eingeschlafen, in Rumänien bin ich mit dem Zug durch das verschneite Land gereist, in Paris habe ich auf einem Schiff gespielt, dass die ganze Zeit gewackelt hat und ich fast seekrank wurde während dem Set, und in Deutschland haben mich die Veranstalter mal direkt über den Sub-Bass-Boxen platziert, so dass ich schon beim ersten Übergang fast kotzen musste, weil die Vibrationen so heftig waren.

Ansonsten war auch alles dabei, was man sich von einem DJ-Leben erwartet – von Sex, Drugs & Drum’n’Bass – wobei der Drum&Bass bei weitem dominiert hat (zu 99,99999999 Prozent). Drum’n’Bass hat die Angewohnheit, Menschen anzuziehen, die tatsächlich wegen der Musik auf eine Party gehen. “It’s all about the music” – dieser Spruch gilt für kaum eine andere Szene so sehr wie für die Drum’n’Bass-Szene. Deswegen habe ich meine DJ-Touren durch Europa geliebt und es kam immer sehr viel zurück von der Crowd, so dass ich, obwohl ich meist sehr wenig Schlaf abgekriegt habe, immer mehr Energie getankt habe, als verloren.

Jetzt – 10 bis 15 Jahre später – habe ich den nötigen Abstand, um mich diesen Erlebnissen schreiberisch zu nähern, sie zu reflektieren, mich zu erinnern – und diese Erinnerungen auch zu teilen. Und das tue ich jetzt auf meiner Facebook-Fanpage. Alle, die lesen wollen, was ich so erlebt habe auf meinen Reisen durch Europa (und keine Sorge, die Storys  handeln nicht nur von Drum’n’Bass), oder einfach nur die alten Flyer betrachten wollen von Partys, die in fremde Länder führen – schaut vorbei. Für alle Facebook-Verweigerer: Irgendwann wird es dazu auch eine E-Book-Version geben, ich versprech’s.

PS: Das ist nur eines meiner Neben-Projekte. In der restlichen Freizeit schreibe ich nach wie vor an meinem (hoffentlich spannenden) Tech-Thriller, der noch 2016 fertig wird und der gute Fortschritte macht!

PS 2: Wer von euch alte Flyer hat von Partys, auf denen ich aufgelegt habe, – nur her damit!

PS 3: Die “DJ Storys” erscheinen alle ausschließlich auf Englisch – ich will auch, dass sie von den jeweiligen Menschen in den jeweiligen Ländern, deren Partys ich besucht habe, verstanden werden. Auch sie sollen was von der Erinnerung haben! Die ersten haben sich schon wahnsinnig darüber gefreut 🙂

Mein erster netzpolitischer Talk

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Netzpolitik verfolgt mich beruflich bedingt seit mindestens sieben Jahren, oder anders rum: Ich verfolge Netzpolitik seit diesem Zeitraum. Für futurezone.at habe ich dazu mehrere hundert Artikel verfasst (die genaue Zahl lässt sich trotz Tag Cloud schwer eruieren). 2016 habe ich beschlossen: Es wird Zeit, mein Wissen auch über andere Wege weiterzugeben – nach dem Motto “free my knowledge”. So nun zum ersten Mal als Speakerin geschehen am 2. Netzpolitischen Abend im Wiener Metalab am 15. Jänner 2016.

Auf dem Weg zum gläsernen Passagier

Das Thema Vorratsdatenspeicherung von Fluggastdaten in der EU liegt mir besonders am Herzen, weil es alle Flugreisenden gleichermaßen betrifft (und Flugreisen sind heutzutage kein Luxus mehr). Menschen werden pauschal verdächtigt und Daten für einen langen Zeitraum, fünfeinhalb Jahre, gespeichert.

Aber das Thema ist noch aus einem anderen Grund besonders interessant: Anhand der Fluggastdatenspeicherung lässt sich die Spirale “Terrorismus – Angst – Reaktion – wir brauchen mehr Überwachung”, die sich nach den zweifachen Anschlägen in Paris abgespielt hat, besonders gut nachvollziehen. In meinem Talk nenne ich es die “Terror-Timeline” und hinterfrage, ob ein Mehr an pauschaler Überwachung den Terrorismus wirklich stoppen wird (also nein, eher nicht).

Das wird hier jetzt aber keine Nacherzählung meinerseits, sondern nur ein Hinweis: Der Vortrag wurde aufgezeichnet und ihr könnt ihn euch ansehen oder anhören (ich empfehlen ansehen, weil auch Slides dabei sind).

Sonst noch zu sagen:

Hinweis

Die netzpolitischen Abende in Wien gibt es seit Anfang Dezember 2015 übrigens regelmäßig. Nach dem Vorbild der netzpolitischen Abende des deutschen Digitale Gesellschaft e. V. treffen sich in Wien am ersten Donnerstag im Monat im Wiener Metalab Interessierte. Also – wir beißen nicht – wer das nächste Mal kommen mag: 4. Februar 2016! Hashtag, um via Twitter am Laufenden zu bleiben, ist #NetzPAT.

Warum es ohne Inspiration nicht geht…

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Einen Roman schreiben. Diesen Wunsch schleppe ich bereits seit Jahren mit mir herum. Ich hatte schon viele Ideen, die ich nach einiger Zeit wieder verworfen habe. Weil sie nicht gut genug waren. Weil es nicht der richtige Zeitpunkt war. Weil ich keine Energie hatte, sie umzusetzen. Doch jetzt ist alles anders. Ich ließ diesen Sommer all meine alten Roman-Ideen los, denn nur so konnte ich Platz schaffen für Neues.

Es hat nur zwei Tage gedauert – und dann war sie plötzlich da: Die Idee, die jetzt von mir umgesetzt wird. Weil sie die richtige ist. Und weil jetzt der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Am 15. Juli war es soweit. Ein Gespräch im Alten AKH an einem lauen Sommernachmittag hat mich so inspiriert, dass ich in der Nacht danach um vier Uhr früh aufgewacht, wie ein Pfeil hochgeschossen aus dem Bett und zum Notizblock gehastet bin, nur um gleich niederzuschreiben, was mir in den Sinn kam.

In den nächsten Wochen habe ich die Idee weiter verfeinert, an der Handlung gearbeitet, habe mich mit Juristen getroffen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für meinen Thriller – ja, es wird spannend – und ja, es hat viel mit Technik, Internet der Dinge und Überwachung zu tun – abzustecken. Aber die Charaktere, die wollten einfach nicht flutschen. Mir sind wochenlang keine Namen eingefallen für die Hauptfiguren, ich sah die Figuren nicht vor mir.

Die Handlung steht also schon lange fest, aber ein guter Thriller lebt von seinen Charakteren und nicht nur vom Plot. Ein paar Monate sind vergangen, zwischenzeitlich habe ich mich #BassofHope gewidmet, um mich abzulenken und meine Fähigkeiten für Menschen einzusetzen, die sie jetzt gerade wirklich brauchen. Und plötzlich machte alles einen Sinn, was mir in diesen Monaten der kreativen Buch-Durststrecke alles passiert ist.

Ich musste in dieser Zeit für viele Dinge kämpfen. Beispielsweise dafür, dass mir als Journalistin von gewissen Personen der Respekt entgegen gebracht wird, den ich verdiene. Außerdem habe ich in der Zeit viel reflektiert. Etwa darüber, ob und wie Journalismus und Aktivismus zusammenspielen können. In der Zeit habe ich Menschen kennengelernt, die mich weiter inspiriert haben. Bis zum 4. Dezember wußte ich nicht, wofür die Durststrecke wirklich gut war. Aber dann… lag es wieder an der Begegnung mit einem Menschen.

Plötzlich flutschte es. Die Namen für meine Figuren war geboren – ohne legliche Anstrengung meinerseits. Und ich kann die Figuren klar visualisieren. Ich weiß wie sie aussehen, ich kann ihre Dialoge hören, die ich schreiben werde. Ich kenne ihre Agenda und ich weiß, was sie alles durchmachen werden. Die Charaktere für mein Buch lagen von einem Tag auf dem anderen (genauer gesagt passierte es wieder um vier Uhr früh, scheinbar eine magische Zeit) so klar vor mir, wie noch nie zuvor. Ergo: Jetzt geht es endlich los und es wird mich nichts mehr aufhalten.

In Kürze brauche ich sie also wirklich, die ersten Testleser (schreibt mir an shroombab@gmx.at, wenn ihr Interesse habt), die ich bereits voller Enthusiasmus im Sommer gesucht habe. Und die Erfahrungen anderer Autoren – Ist etwa zu erwarten, dass meine Charaktere eine Art Eigenleben entwickeln werden? Und wenn ja – wie geht man damit am besten um? Lasst es mich wissen, ich freu mich über euren Input.