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Einen Roman schreiben. Diesen Wunsch schleppe ich bereits seit Jahren mit mir herum. Ich hatte schon viele Ideen, die ich nach einiger Zeit wieder verworfen habe. Weil sie nicht gut genug waren. Weil es nicht der richtige Zeitpunkt war. Weil ich keine Energie hatte, sie umzusetzen. Doch jetzt ist alles anders. Ich ließ diesen Sommer all meine alten Roman-Ideen los, denn nur so konnte ich Platz schaffen für Neues.

Es hat nur zwei Tage gedauert – und dann war sie plötzlich da: Die Idee, die jetzt von mir umgesetzt wird. Weil sie die richtige ist. Und weil jetzt der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Am 15. Juli war es soweit. Ein Gespräch im Alten AKH an einem lauen Sommernachmittag hat mich so inspiriert, dass ich in der Nacht danach um vier Uhr früh aufgewacht, wie ein Pfeil hochgeschossen aus dem Bett und zum Notizblock gehastet bin, nur um gleich niederzuschreiben, was mir in den Sinn kam.

In den nächsten Wochen habe ich die Idee weiter verfeinert, an der Handlung gearbeitet, habe mich mit Juristen getroffen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für meinen Thriller – ja, es wird spannend – und ja, es hat viel mit Technik, Internet der Dinge und Überwachung zu tun – abzustecken. Aber die Charaktere, die wollten einfach nicht flutschen. Mir sind wochenlang keine Namen eingefallen für die Hauptfiguren, ich sah die Figuren nicht vor mir.

Die Handlung steht also schon lange fest, aber ein guter Thriller lebt von seinen Charakteren und nicht nur vom Plot. Ein paar Monate sind vergangen, zwischenzeitlich habe ich mich #BassofHope gewidmet, um mich abzulenken und meine Fähigkeiten für Menschen einzusetzen, die sie jetzt gerade wirklich brauchen. Und plötzlich machte alles einen Sinn, was mir in diesen Monaten der kreativen Buch-Durststrecke alles passiert ist.

Ich musste in dieser Zeit für viele Dinge kämpfen. Beispielsweise dafür, dass mir als Journalistin von gewissen Personen der Respekt entgegen gebracht wird, den ich verdiene. Außerdem habe ich in der Zeit viel reflektiert. Etwa darüber, ob und wie Journalismus und Aktivismus zusammenspielen können. In der Zeit habe ich Menschen kennengelernt, die mich weiter inspiriert haben. Bis zum 4. Dezember wußte ich nicht, wofür die Durststrecke wirklich gut war. Aber dann… lag es wieder an der Begegnung mit einem Menschen.

Plötzlich flutschte es. Die Namen für meine Figuren war geboren – ohne legliche Anstrengung meinerseits. Und ich kann die Figuren klar visualisieren. Ich weiß wie sie aussehen, ich kann ihre Dialoge hören, die ich schreiben werde. Ich kenne ihre Agenda und ich weiß, was sie alles durchmachen werden. Die Charaktere für mein Buch lagen von einem Tag auf dem anderen (genauer gesagt passierte es wieder um vier Uhr früh, scheinbar eine magische Zeit) so klar vor mir, wie noch nie zuvor. Ergo: Jetzt geht es endlich los und es wird mich nichts mehr aufhalten.

In Kürze brauche ich sie also wirklich, die ersten Testleser (schreibt mir an shroombab@gmx.at, wenn ihr Interesse habt), die ich bereits voller Enthusiasmus im Sommer gesucht habe. Und die Erfahrungen anderer Autoren – Ist etwa zu erwarten, dass meine Charaktere eine Art Eigenleben entwickeln werden? Und wenn ja – wie geht man damit am besten um? Lasst es mich wissen, ich freu mich über euren Input.

 

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